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08.05.2009 | (rsn) - Insgesamt acht deutsche Fahrer nehmen an der 92. Auflage des Giro d`Italia (9. - 31. Mai) teil, sieben weniger als noch im Vorjahr. Bis auf den Berliner Jens Voigt (Saxo Bank) treten alle im Milram-Trikot an. Radsport News beurteilt die Chancen und Ambitionen der Deutschen:
Robert Förster (Milram, 31 Jahre): Der Giro d`Italia ist für Robert Förster ein gutes Pflaster. 2006 gewann der Sprinter die Schlussetappe in Mailand, im Jahr darauf konnte er sogar zwei Giro-Etappen für sich entscheiden. Ob Förster an diese Erfolge anknüpfen kann, bleibt allerdings fraglich. Es gibt nur wenige reine Sprinteretappen, und auf denen bekommt es der Ex-Gerolsteiner mit Kalibern wie Mark Cavendish (Columbia Highroad) oder Alessandro Petacchi (LPR) zu tun. Zudem musste Förster, in diesem Jahr Etappensieger bei der Türkei-Rundfahrt, wegen Erkältung auf seinen letzten Formtest, die Tour de Romandie, verzichten. Deshalb steht hinter der Form des Markkleebergers ein kleines Fragezeichen. Eine Podiumsplatzierung bei einer der Sprintankünfte ist "Frösi" jedoch allemal zuzutrauen.
Markus Fothen (Milram, 27 Jahre): Vieles, was für Robert Förster gilt, trifft auch auf Markus Fothen zu. Auch dessen Giro-Vorbereitung lief nicht ideal. Die Tour de Romandie musste Fothen nach zwei Tagen wegen Fiebers aufgeben. Nur wenn sich der 27-Jährige davon gut erholt hat, ist ihm ein Etappensieg - auf einem der anspruchsvolleren Teilstücke - zuzutrauen. Die Gesamtwertung hat der Allrounder aus Kaarst diesmal nicht im Auge. Mit einer Wiederholung seines 12. Platzes von 2005 ist nicht zu rechnen.
Thomas Fothen (Milram, 26 Jahre): Neben Markus Fothen geht auch dessen jüngerer Bruder Thomas für Milram an den Start. Der 26-Jährige soll, wie zu Gerolsteiner-Zeiten, für Robert Förster die Sprints anziehen. 2007 fuhr der "kleine" Fothen bei einer Giro-Etappe überraschend aufs Podium, im Vorjahr verfehlte er es mit Rang vier nur knapp. Ob ihm bei der 92. Austragung wieder eine solche Überraschung gelingt? Die bisherige Saison jedenfalls verlief eher durchwachsen.
Martin Müller (Milram, 35 Jahre): Martin Müller ist ein Muster an Beständigkeit. Der Milram-Routinier bestritt den Giro, die Tour und die Vuelta je einmal und erreichte immer das Ziel. Spektakulär waren die Auftritte des stets Helferdienste verrichtenden Berliners nicht. Seine Aufgaben hatte er aber immer zur vollsten Zufriedenheit seiner Kapitäne erfüllt. So wird es auch beim diesjährigen Giro sein. Der 35-Jährige wird wieder für seine Teamkollegen schuften, sie mit Flaschen versorgen und aus dem Wind halten.
Matthias Ruß (Milram, 25 Jahre): Im Vorjahr hätte sich Matthias Ruß beim Giro d`Italia beinahe einen großen Traum erfüllt. Nach der 6. Etappe, in der er als Ausreißer den zehnten Platz belegte, fehlte dem Kletterspezialisten nur eine Sekunde auf das Rosa Trikot. Bis kurz vor dem Etappenziel war es virtuell sogar in Ruß' Besitz, bis ihm wenige Meter vor dem Ziel der Italiener Giovanni Visconti davonfuhr und dem Deutschen das maglia rosa vor den Augen wegschnappte. In diesem Jahr ist es eher unwahrscheinlich, dass der 25-Jährige wieder in den Kampf um die Gesamtführung eingreifen wird. Zum einen gehört Glück dazu, die richtige Ausreißergruppe zu erwischen. Zum anderen konnte sich der Ex-Gerolsteiner in der bisherigen Saison noch keine vordere Platzierung herausfahren.
Ronny Scholz (Milram, 31 Jahre): Nach 2003 und 2006 bestreitet Ronny Scholz seinen dritten Giro. Diesmal will der 31-jährige Herrenberger endlich das Ziel in Rom erreichen. In sportlicher Hinsicht wird der Schwiegersohn von Hans-Michael Holczer vor allem in die Rolle des Helfers schlüpfen. Chancen auf ein eigenes Spitzenergebnis könnten sich aus einer Fluchtgruppe heraus ergeben.
Björn Schröder (Milram, 28 Jahre): Björn Schröder steht als einziger deutscher Starter vor seinem Giro-Debüt. Seine Rundfahrt-Tauglichkeit stellte der Gewinner der Regio-Tour 2008 allerdings mit seinen Tour-Teilnahmen 2006 und 2008 unter Beweis. Der 28-jährige Berliner ist im Milram-Team der ideale Fahrer für Fluchtgruppen. Er kommt gut mit anspruchsvollem Terrain klar und verfügt über die nötige Endschnelligkeit. Kurz: Schröder bringt alles mit, was ein erfolgreicher Ausreißer braucht.
Jens Voigt (Saxo Bank, 37 Jahre): Aussichtsreichster Kandidat auf einen deutschen Etappensieg beim Jubiläums-Giro dürfte Jens Voigt sein. Der Saxo-Bank-Profi hat freie Fahrt, da sein Team keinen Mann fürs Gesamtklassement im Aufgebot hat. So wird man "Voigte" wohl das eine oder andere Mal in Ausreißergruppen sehen. Die Form des Allrounders stimmt auch, was sein Gesamtsieg beim Criterium International unterstrich. Trotz seiner mittlerweile 37 Jahre scheint Voigt, der im Vorjahr seine erste Giro-Etappe gewann, nach wie vor in der Lage, ein schweres Teilstück für sich entscheiden zu können. Dazu werden sich aufgrund des Streckenprofils mehrere Gelegenheiten bieten. Es wäre keine Überraschung, wenn Voigt eine davon nutzen würde.
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