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19.04.2019 | (rsn) - Vierter Tag und erneut gab es einen Massenspurt bei der Türkei-Rundfahrt. Mit Caleb Ewan (Lotto Soudal) konnte dabei der nächste starke Sprinter seinen ersten Tageserfolg feiern. Der Australier setzte sich im ansteigenden Finale der 4. Etappe in Bursa vor Juan Jose Lobato (Nippo Vini Fantini) und dem weiterhin in der Gesamtwertung führenden Sam Bennett (Bora – hansgrohe) durch.
"Ich hatte Angst, denn wenn Bennett einen starken Sprint gehabt hätte, dann wäre ich wohl in Problemen gewesen, noch an ihm vorbeizuziehen. Aber ich sah, dass er nicht konnte, als er den Sprint angezogen bekam. Dann bin ich gegangen. Es war ein guter Sprint, aber ich war sicherlich auch ein wenig glücklich", analysierte der Australier auf der Pressekonferenz nach der Etappe. Für den 24-Jährigen war es sein zweiter Erfolg für seinen neuen Arbeitgeber aus Belgien, nachdem er schon am Hatta Dam bei der UAE Tour bei ähnlichen Bedingungen gewann: "Die letzten vier Kilometer waren härter, als ich gedacht habe. Die Jungs haben mich aber immer in eine gute Position gebracht. So konnte ich vor dem Anstieg viel Energie sparen und das war wichtig."
Für den Australier geht es nach der Türkei-Rundfahrt zum Giro d‘Italia, den er schon zweimal bestritt in seiner Karriere. Nachdem er im letzten Jahr aber keine einzige GrandTour fuhr, war die Türkei-Rundfahrt für ihn nun die perfekte Vorbereitung. "Ich glaube, ich kann auch in einem flachen Finale gewinnen. Wenn es bergauf geht, dann kann ich mich aber viel besser positionieren, vor allem ohne Leadout", erzählte Ewan weiter, der speziell noch in der Türkei auf seinen Zug verzichten musste, da der vorletzte Mann, der Belgier Jasper De Buyst, in den Sprint noch nicht eingreift. Er wurde bei Paris-Nizza von einer Windböe erfasst und brach sich beim Sturz die Schulter vierfach. Bei der Rundfahrt in der Türkei ist der Belgier nun wieder mit dabei und wird spätestens beim Giro den Leadout des Australiers wieder leiten.
So lief das Rennen:
Mit 194,3 Kilometern wartete auf der 4. Etappe der längste Tagesabschnitt auf das Fahrerfeld bei der 55. Türkei-Rundfahrt. Von Balikesir ging es in die Millionenstadt Bursa, am Fuße des 2.500 Meter hohen Uludag. Mit einer kleinen Gruppe begann der vierte Abschnitt. Fünf Fahrer attackierten früh aus dem Feld heraus. Das Peloton machte keine Anstalten schnell zu reagieren und bald hatten sie über acht Minuten an Vorsprung erarbeitet. Doch das Quintett bestehend aus Mauricio Moreira (Caja Rural), Lucas De Rossi (Delko Marseille), Ander Barrenetxea (Euskadi - Murias), Thimo Willems und Ferit Samli (Türkisches Nationalteam) blieb nicht lange zusammen, denn zwei Fahrer hatten eigene Pläne.
Denn für Willems war schon nach der ersten Bergwertung Ende. Damit baute er seine Führung in dieser Sonderwertung aus. Allerdings hatte er keine Bestrebungen auf den weiteren Etappenverlauf und ließ sich in das Feld zurückfallen. Ebenfalls die Beine hoch nahm dann der Türke Samli, Träger des weißen Trikots, nachdem er sich danach den folgenden Sprint der Schönheiten der Türkei sicherte. Somit verlieb ein französisch-spanisches Trio an der Spitze.
Dahinter sorgte der Österreicher Lukas Pöstlberger für die Nachführarbeit im Feld. Erst spät reduzierte sich der Vorsprung der Ausreißer. Den letzten Zwischensprint gewann dann Moreira, der wenig später auch nicht mehr in der Flucht sein wollte. Somit verblieben De Rossi und Barrenextea an der Spitze. Das Duo wurde dann 10 Kilometer vor dem Ziel gestellt.
Das Team Astana führte dann das Feld auf die letzten Kilometer in Bursa, die auf ansteigender Straße zu absolvieren waren. Dahinter bildete sich der Zug von Bora – hansgrohe, wo Michael Schwarzmann und Neuzugang Shane Archbold das Tempo weiter verschärften. Danach attackierte Remco Evenepoel (Deceuninck – Quick-Step). Doch der ungestüme Belgier stürzte an der Spitze liegend in der Schlusskurve.
Somit ging die Führung wieder an Bora – hansgrohe über. Christoph Pfingsten versuchte dem Gesamtführenden Bennett den Sprint zu eröffnen. Doch wie bereits auf der dritten Etappe hatte der Ire nicht mehr die frischesten Beine. Aus seinem Windschatten sprang Ewan vorbei, der denn noch kurz vorher angetretenen Lobato stellte und souverän zum Sieg sprintete.
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