Kein Platz im WM-Kader

Zoidls Erfolge waren den Trainern nichts wert

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "Zoidls Erfolge waren den Trainern nichts wert"
Riccardo Zoidl (Felbermayr-Simplon-Wels) | Foto: Reinhard Eisenbauer

16.09.2018  |  (rsn) - Kein Thema wird im österreichischen Radsport derzeit so heiß diskutiert wie die Nominierung des sechsköpfigen WM-Kaders für das Straßenrennen in Innsbruck. Viele starke Berg- und Klassikerfahrer bedeuten viele Optionen. Am Ende gab es dann sechs glückliche Gesichter und drei enttäuschte Reservisten. Im Rahmen des King Of The Lake und des Grand Prix Judendorf/Straßengel schilderte Bundesligasieger Riccardo Zoidl seinen Unmut über die Nicht-Nominierung.

"Es ist enttäuschend und für mich nicht nachvollziehbar", erklärte der 30-Jährige gegenüber radsport-news.com. Wie Hermann Pernsteiner und Stefan Denifl wurde er von Nationaltrainer Franz Hartl am Montag telefonisch über seine Nicht-Berücksichtigung informiert: "Die Begründung war, dass meine Erfolge in dieser Saison nicht wirklich zählen, weil sie nicht auf der World Tour Ebene waren.

Der Profi der Welser Equipe gewann in diesem Jahr die Tschechien-Rundfahrt (2.1) und wurde Fünfter bei der Österreich Rundfahrt. Außerdem gewann er noch die mit Alpenpässen gespickte Savoyen-Mont Blanc Tour. "Nicht einmal die Ö-Tour ist etwas wert für unsere Trainer", so der Oberösterreicher enttäuscht.

"Ich habe mich jetzt zwei Monate vorbereitet und darauf geachtet, dass ich eine gute Form in Richtung Ende September entwickle. Als dritter Reservefahrer habe ich aber null Chancen auf einen Startplatz, was ein Witz ist. Wenn sie mich so einstufen, dann hätten sie mir das schon vor Monaten mitteilen können", schimpfte der 30-Jährige.

Vor allem im Hinblick auf seine Karriereplanung wäre das sinnvoll gewesen. Denn Zoidl will 2019 noch einmal den Schritt ins Ausland wagen und zwar auf WorldTour-Level. "Ich werde wohl sicher als einer der letzten einen Vertrag unterschreiben, soweit kenne ich meine mögliche Position schon. Hätte ich mich jetzt nicht auf die WM konzentriert, dann wären sicher noch gute Ergebnisse drin gewesen, die meine Verhandlungsposition gestärkt hätten", resümierte der Bundesligasieger, der von 2014 – 2016 beim Team Trek Segafredo unter Vertrag stand.

In Innsbruck wird Zoidl aber zumindest im Teamzeitfahren mit dabei sein. Er gehört zu den sechs Fahrern, die die Farben von Felbermayr-Simplon-Wels bei den Weltmeisterschaften vertreten werden.

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