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10.07.2013 | (rsn) - Obwohl er den Etappensieg im Zeitfahren von Mont Saint-Michel trotz langer Führung verpasste, war Christopher Froome (Sky) am Abend der 11. Tour-Etappe alles andere als unglücklich. „Ich bin sehr zufrieden mit dem zweiten Platz“, sagte der Mann im Gelben Trikot, nachdem er sich an der windigen Küste nur Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin hatte geschlagen geben müssen.
„Ich hatte am Ende starken Gegenwind und habe auf den letzten zwei Kilometern wirklich gekämpft, damit sich meine Beine weiterdrehten", sagte Froome. Der 28-Jährige verlor im Finale gegen Martin zwar deutlich an Boden, doch im Vergleich mit denen, die für ihn wirklich zählen, sah das ganz anders aus. So nahm er etwa dem Gesamtzweiten Alejandro Valverde (Movistar) exakt zwei Minuten und dem zweifachen Tour-Sieger Alberto Contador (Saxo-Tinkoff) 2:03 Minuten ab.
„Die Zeit, die ich heute herausgeholt habe, gibt mir ein gutes Polster“, kommentierte Froome die Tatsache, dass er nun bereits 3:25 Minuten vor Valverde an der Spitze der Gesamtwertung liegt und in den Augen vieler schon als uneinholbar gilt. ‚Wie soll dieser Froome überhaupt gestoppt werden?‘, fragen sich viele. Doch der Brite selbst ist da, wie in seiner Position nicht anders zu erwarten, vorsichtig. „Ich werde jede Sekunde brauchen, so wie die Jungs hier attackieren“, glaubt er.
Die zweite Pyrenäen-Etappe am vergangenen Sonntag, auf der er schon früh von seinen Helfern isoliert wurde, ist im Kopf des Briten noch sehr präsent. „Wir haben ja gesehen, dass die anderen Teams uns mit allem was sie haben angreifen. Da müssen wir so gut dagegenhalten, wie es mit unserem Team geht.“
Vor allem hofft Froome auf die Hilfe des am Samstag noch überragenden Australiers Richie Porte und seines britischen Landsmanns Peter Kennaugh. „Richie hat zwar seinen zweiten Platz am Sonntag verloren, aber er hat heute gezeigt, dass er definitiv nicht aus dem Rennen ist“, lobte Froome seinen Edelhelfer, der im Kampf gegen die Uhr 1:21 Minute hinter Martin Vierter wurde. „Ihn und Peter Kennaugh erwarte ich in den Alpen lange an meiner Seite.“
Als Kontrahenten fürchtet Froome Valverde am meisten - eben weil der Spanier in der Gesamtwertung am nächsten an ihm dran ist. So man von nah dran überhaupt noch sprechen mag. „Aber es gibt eine Gruppe von Fahrern, die in Schlagweite sind“, gab sich Froome in Mont Saint-Michel diplomatisch. „Und auf all die muss ich natürlich aufpassen.“
Namen nannte er außer dem von Valverde keine, doch der Froome'schen Logik des Gesamtklassements folgend dürfte er Bauke Mollema (Blanco / + 3:37), Contador (+ 3:54), Roman Kreuziger (Saxo-Tinkoff / + 3:57) und Laurens Ten Dam (Blanco / + 4:10) meinen, die alle innerhalb von 45 Sekunden hinter Valverde liegen - sowie natürlich weiterhin dessen kolumbianischen Teamkollegen Nairo Quintana (+ 5:18), den Froome bereits vor den Pyrenäen fürchtete.
Von ihnen allen erwartet er in der Schlusswoche Angriffe am laufenden Band. „Wenn wir in die Alpen kommen, folgt ein schwerer Tag auf den anderen. Da werden uns die anderen Teams richtig auf den Zahn fühlen“, befürchtet Froome und blickt entsprechend erleichtert auf die folgenden Flach-Etappen: „In den nächsten Tagen sollte es etwas entspannter sein. Das sind Sprinteretappen und deshalb dürften sich auch die Sprinter-Teams an der Arbeit im Feld beteiligen, um den Massensprint herbeizuführen.“
Damit nimmt er Omega Pharma - Quick-Step, Argos-Shimano und Lotto-Belisol in die Pflicht, sein Sky-Team bei der Verfolgung von Ausreißern zu unterstützen. Denn die Briten werden auf den Flachetappen möglichst wenig Kraft vergeuden wollen, um nicht schon angeschlagen in die Berge hinein zu kommen.
Ansonsten nämlich könnte sich das "Garmin-Movistar-Massaker" von Bagneres-de-Bigorre wiederholen und die leisen Hoffnungen der neutralen Beobachter auf einen doch noch spannenden Kampf um den Gesamtsieg der Jubiläumstour wecken.
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