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09.08.2010 | (rsn) – Mit mehreren Teams gesprochen, aber am Ende blieb alles beim Alten: Bert Grabsch wird auch in den kommenden beiden Jahren bei HTC-Columbia als einer der wichtigen Helfer der Sprinter fungieren. Bereits während der Tour de France verlängerte der ehemalige Zeitfahrweltmeister seinen Vertrag bis Ende 2012.
„Ich bin darauf stolz und ich weiß, dass ich mir in den letzten Jahren hier einen guten Ruf erarbeitet habe“, so Grabsch zu Radsport News. „Ich denke, mittlerweile kennt mich Rolf Aldag (Teamchef, d. Red.) und er vertraut mir ganz einfach. Ich arbeite und gebe alles, auch wenn etwa in einer Rundfahrt am nächsten Tag ein Zeitfahren ansteht. Das habe ich bei den letzten beiden Austragungen der Tour de France bewiesen.“
Grabschs Aufgabenfeld bleibt unverändert – vor allem sich als Lokomotive vor das Feld zu spannen, um für die Sprintkapitäne Ausreißer zu stellen. Das wird vor allem Mark Cavendish freuen wird, profitierte der Brite bei der diesjährigen Tour de France doch bei seinen fünf Etappensiegen von den Helferdiensten des erfahrenen Deutschen. Zukünftig werden die beiden noch öfter zusammen Rennen bestreiten. „Dadurch, dass André Greipel das Team verlässt, werde ich mehr Rennen mit Cavendish fahren“, kündigte Grabsch an. „Außerdem habe ich in den Zeitfahren freie Fahrt - und ich möchte noch einige davon gewinnen.“
Die Möglichkeit dazu bietet sich dem dreimaligen deutschen Zeitfahrmeister in den kommenden Wochen noch reichlich, denn im Programm stehen noch Rennen wie die Eneco-Tour und die Tour of Britain. Letztes großes Saisonziel wird Ende September die Straßen-WM in Australien sein. „Dadurch, dass die Zeitfahrer wahrscheinlich auch das Straßenrennen bestreiten werden, stehen meine Chancen nicht schlecht“, zeigte sich Grabsch trotz der großen nationalen und teaminternen Konkurrenz optimistisch.
Bei der DM in Sangerhausen musste sich der Titelverteidiger mit Platz drei hinter seinen Teamkollegen Tony Martin und Patrick Gretsch zufrieden geben. Für Grabsch aber kein Grund zur Sorge. „Die DM war für mich kein Kriterium, weil ich durch meinen Sturz bei der Dauphiné noch gehandicapt war“, erklärte er. „Ich denke, das Tour-Zeitfahren sagt alles (Platz drei hinter Fabian Cancellara und Martin, d. Red.). Wenn ich sehr gut in Form bin, habe ich nur zwei Gegner, Cancellara und Tony Martin. Leider hat es mit meiner Form noch nicht so richtig hingehauen dieses Jahr. Es kam immer etwas dazwischen: Stürze oder unerwartete Renneinsätze wie Romandie oder Kalifornien.“
Grabschs Fernziel ist Olympia 2012 in London. Bis dahin wünscht er sich, von schweren Stürzen verschont zu bleiben. Um seine Leistungsfähigkeit macht er sich trotz seiner 35 Jahre keine Sorgen. „Ich fühle mich fit und bin motiviert. Und was das Alter anbelangt: Was soll Voigte da sagen?“, so Grabsch mit einem Lachen. Der Berliner wird im September 39 Jahre alt und ist einer der ältesten Fahrer im Peloton.
Möglicherweise wird der gebürtige Wittenberger auch nach 2012 noch als Radprofi aktiv sein. Mit einer Rücktrittsankündigung hat er die Vertragsverlängerung jedenfalls nicht verbunden. „Das Ziel sind die nächsten Olympischen Spiele und danach schauen wir mal, wie mein Körper noch in Schuss ist und wohin sich der Radsport entwickelt“, sagte Grabsch.
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