Alvarado beim Comeback Dritte in Flamanville

Van Alphen mit gebundenem Dutt zum ersten Weltcupsieg

Von Kevin Kempf

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Aniek van Alphen (Seven) hat den Cross-Weltcup in Flamanville gewonnen. | Foto: Cor Vos

30.11.2025  |  (rsn) – In Abwesenheit der meisten Topstars hat Aniek van Alphen (Seven) den größten Erfolg ihrer Laufbahn gefeiert. Die 26-jährige Niederländerin fuhr im französischen Flamanville souverän den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere ein.

Die Französische Meisterin Amandine Fouquenet (Arkéa - B&B Hotels) gewann das Duell um Platz zwei van Alphens Landsfrau gegen Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix – Deceuninck), die ihr erstes Crossrennen der Saison 2025/26 als Dritte auf dem Podium beendete. Europameisterin Inge van der Heijden (Crelan – Corendon) wurde vor Leonie Bentveld (Pauwels Sauzen – Altez) Vierte.

Van Alphens größter Sieg war bislang der Triumph bei der Superprestige in Boom gewesen. Im Weltcup hatte sie als Dritte in Maasmechelen 2023 einen Podiumsplatz herausgefahren. Auch die Bronzemedaille bei der EM dieser ließ aufhorchen. Der Sieg in Flamanville aber übertrifft das alles. “Ich kann es gar nicht glauben. Ich bin fast das ganze Rennen mit meinem eigenen Tempo von vorn gefahren. Es war fantastisch!“, freute sie sich im Ziel-Interview.

Den Journalisten von Sporza hatte van Alphens Trainer Camiel van den Bergh in der zweiten Runde verraten, dass sie immer dann, wenn sie gute Beine hat, sich die Haare zum Dutt bindet. Da van Alphen mit ihrem Tempo schon alle Konkurrentinnen über Bord geworfen. “In der ersten Runde hatte ich mich schon gefragt, warum ich so früh weggefahren bin. Aber ich fühlte mich gut. Und ich wusste, dass, wenn die anderen hinter mir kleine Fehler machen, ich etwas Vorsprung bekomme“, erzählte die Seven-Fahrerin.

Auch Fouquenet hatte Grund zum Jubeln. Vor ihrem Heimweltcup hatte sie Platz sieben als bestes Resultat in der wichtigsten Rennserie zu Buche stehen. Nun löste sie Pauline Ferrand-Prevot als letzte Französin auf einem Weltcup-Podium ab. Die Toursiegerin hatte dies im Januar 2018 in Nommay erreicht. “Es ist ein perfekter Sonntag, auch weil ich das im Meistertrikot geschafft habe. Ich bin wirklich stolz über diesen zweiten Platz in Anwesenheit meiner Freunde und Fans“, so die 24-jährige Fouquenet.

Neben Weltmeisterin Fem van Empel (Visma – Lease a Bike), die schon seit Anfang November pausiert, verzichtete diesmal auch Lucinda Brand ((Baloise – Glowi Lions), die den Weltcup-Auftakt in Tabor gewonnen hatte.

Deutsche, schweizerische oder österreichische Fahrerinnen waren nicht am Start. Die Luxemburgerin Marie Schreiber (SD Worx – Protime) musste wegen muskulären Problemen absagen. Ihre Landsfrau Liv Wenzel (Sebmotobikes) war somit die einzige deutschsprachige Fahrerin im Rennen, das sie auf Position 34 beendete.

Im Weltcup-Gesamtklassement führt van Alphen nach dem zweiten Lauf mit 12 Punkten Vorsprung vor Fouquenet. Das dritte der insgesamt zwölf Weltcup-Events findet am 7. Dezember in Terralba statt.

So lief der Weltcup in Flamanville:

Van Alphen forcierte schon in der Auftaktrunde das Tempo, Bentveld klebte ihr am Hinterrad, das Fouquenet mit einem Zwischensprint noch zu erreichen versuchte. Da die Spitzenreiterin aber nicht locker ließ, wies die Französische Meisterin bei der ersten Zielpassage drei Sekunden Rückstand auf. Alvarado, van der Heijden und Marion Norbert Riberolle (beide Crelan - Corendon) folgten mit je elf Sekunden Rückstand.

Auch in der zweiten von sechs Runden hielt van Alphen den Druck aufrecht und brachte so Bentveld an deren Grenzen. An die Begrenzung des Parcours geriet derweil Riberolle, die an einem Pfahl hängenblieb und schmerzhaft zu Boden ging. Auf der Zielgeraden lag van Alphen sechs Sekunden vor Bentveld, acht vor Fouquenet, aber bereits je 13 vor Alvarado und van der Heijden.

Fouquenet schloss kurz danach zu Bentveld auf und auch die beiden niederländischen Verfolgerinnen kamen heran. Während van Alphen an der Spitze einsam ihre Kreise zog, gab ihre erkältete Teamkollegin Annemarie Worst das Rennen auf. Die vierte Runde erreichte die Führende zwanzig Sekunden vor dem Verfolgerquartett, in dem nun gepokert wurde. Dahinter hatte sich Shirin van Anrooij (Baloise – Glowi Lions) bei ihrem zweiten Saisoneinsatz auf Platz sechs festgesetzt.

Auf der Zielgeraden war bei Alvarado der Ofen aus

Nach der zwischenzeitlichen Flaute gaben die Verfolgerinnen wieder Gas. Alvarado probierte wegzufahren, doch Fouquenet konterte und kam zwanzig Sekunden nach van Alphen und vier vor ihren ehemaligen Begleiterinnen zur nächsten Zielpassage. Riberolle hatte im Kampf um Platz sechs van Anrooij erreicht.

Alvarado fuhr in der fünften Runde ihren Rückstand auf die Französische Meisterin wieder zu. Der Rückstand zu van Alphen betrug unverändert 20 Sekunden, als die Schlussrunde eingeläutet wurde. Bentveld und van der Heijden streckten die Waffen und überquerten die Linie weitere 13 Sekunden später. In der technischsten Passage des Kurses schüttelte Alvarado ihre Begleiterin ab.

Die aber ließ nicht locker, holte die Niederländerin wieder ein und griff ihrerseits an. Alvarado musste eine Lücke aufgehen lassen, die sie zwar nochmal schließen konnte. Auf der Zielgerade war der Ofen bei ihr dann aber endgültig aus. Hinter van Alphen und Fouquenet wurde die 27-Jährige bei ihrem Comeback dennoch starke Dritte.

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