Vuelta-Zeitfahren: Quintana & Valverde geschlagen

Movistar: Rot und die gute Ausgangslage sind weg

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "Movistar: Rot und die gute Ausgangslage sind weg"
Nairo Quintana (Movistar) musste im Vuelta-Zeitfahren das Rote Trikot abgeben. | Foto: Cor Vos

03.09.2019  |  (rsn) – Acht der letzten 15 GrandTour-Mannschaftswertungen sicherte sich das  Team Movistar. Doch bei nur zwei dieser Rundfahrten ging auch der Gesamtsieg an einen Fahrer aus dem spanischen Rennstall. 2016 gewann Nairo Quintana die Spanien-Rundfahrt und in diesem Mai siegte Richard Carapaz beim Giro d’Italia.

Der Ecuadorianer fehlt verletzungsbedingt im aktuellen Vuelta-Aufgebot, das mit Alejandro Valverde und Quintana dennoch über zwei starke Kapitäne verfügt. Aber oft war es genau die hohe Anzahl der Chefs, die bessere Resultate verhinderte. Einmal waren es schlechte Tage, dann wieder schlechte Taktiken oder Pech mit Windkanten, wodurch die Movi-Stars Minuten auf ihre Konkurrenten kassierten. Und dann gibt es noch eine Disziplin, die den Bergspezialisten so überhaupt nicht liegt: das Zeitfahren.

Ein solches stand am Dienstag auf der 10. Etappe von Juracon nach Pau auf dem Programm. Der Parcours führte über 36,2 Kilometer auf einem ähnlich hügeligen Parcours wie jenes bei der Tour de France vor eineinhalb Monaten, ebenfalls in Pau. Und auch damals waren die Movistar-Kapitän nicht ganz vorne zu finden. Damals verlor Valverde 1:11 Minuten auf Etappensieger Julian Alaphilippe (Deceuninck - Quick-Step), Quintana büßte sogar 1:51 Minuten ein.

Heute hieß der Gegner allerdings Primoz Roglic (Jumbo - Visma) - und der Slowene revanchierte sich für die gegen ihn gesetzten Attacken am Sonntag in den Pyrenäen. 1:38 Minuten brummte er Weltmeister Valverde auf, der bis zum Zeitfahren in der Gesamtwertung führende Quintana kassierte gar 3:06 Minuten und verlor die Gesamtführung. Doch nicht nur das: Valverde hat als neuer Zweiter bereits 1:52 Minuten Rückstand gegenüber Roglic. Quintana muss als Gesamtvierter nun sogar drei Minuten aufholen, um sich das Rote Trikot zurückzuholen. Somit drehte sich jene gute Ausgangslage, in der sich Movistar bislang befand

Valverde baut auf Teamtaktik, Quintana hat nichts mehr zu verlieren

"Wir haben daran gearbeitet, es besser zu machen, aber das war nicht meine beste Zeit. Ich habe erwartet, zwei Minuten zu verlieren. Drei ist einfach zu viel", erklärte Quintana selbstkritisch in der Presseaussendung seiner Mannschaft. Nach der Kapitänsposse zu Beginn der Rundfahrt und dem Rüffel an Helfer Marc Soler am vergangenen Sonntag folgte in Pau der nächste Tiefschlag.

"Trotzdem sind wir noch immer im Kampf um das Rote Trikot. Dass ich keine gute Zeit hatte, bedeutet nicht, dass ich keine gute Form habe", gab sich Quintana zwar noch kämpferisch, wusste aber auch, dass es nun im Alleingang gegen Roglic schwierig werden würde. "Es wird noch Möglichkeiten geben anzugreifen. Vor allem müssen wir gemeinsam mit dem Team nach Strategien suchen und Situationen ausnützen, um ihn zu distanzieren", fügte Quintana an und baute damit auf einen Faktor, der bei GrandTours zumeist gegen Movistar spielte, nämlich das Teamwork.Zumindest auf die Mannschaftswertung bezogen stehen die Dinge gut. Denn mit Nelson Oliveira auf Rang fünf, Soler auf Position acht und Valverde auf Platz 13 baute Movistar den Vorsprung in dieser Sonderwertung sogar aus.

Und Kapitän Valverde war mit dem Ergebnis durchaus einverstanden. "1:38 auf Roglic, das ist nicht schlecht und diesen Abstand habe ich auch erwartet. Das war ein anständiges Zeitfahren", erklärte der 39-Jährige. Allerdings bemerkte Valverde, dass sich nun ein fünfter Mitbewerber um den Gesamtsieg angemeldet habe: "Pogacar wird auch ein harter Gegner sein. Wären die nicht im Mannschaftszeitfahren gestürzt, wäre er uns noch näher."

Der Altmeister weiß aber auch, dass es noch ein weiter Weg bis Madrid ist und noch viele Berge warten, die Movistar zu Gute kommen könnten: "Morgen wird ein wichtiger Tag. Der aktuelle Stand ändert nichts an unserer Herangehensweise. Wir geben das Beste für Movistar, egal wer dann am Ende von uns beiden vorne ist.", sagte Valverde.

Das sah sein Teamkollege Quintana dann wieder anders, denn der Kolumbianer behauptete: "Ich habe nichts mehr zu verlieren." Elf Etappen warten noch auf das spanische Team, das in dieser Konstellation nun definitiv zum letzten Mal für Furore oder Unterhaltung sorgen wird.Schließlich wird Quintana den Rennstall zum Saisonende verlassen und zu Arkéa Samsic nach Frankreich wechseln.

Mehr Informationen zu diesem Thema

17.11.2019Uran sitzt wieder auf dem Rad

(rsn) – Ein Vierteljahr nach seinem schweren Sturz bei der Vuelta a Espana hat Rigoberto Uran (EF Education First) wieder mit dem Straßentraining begonnen. Am Samstag stellte der Kolumbianer auf Tw

19.09.2019Evenepoel ist für Lefevere ein Medaillenkandidat

(rsn) - Im WM-Zeitfahren der Männer tritt das belgische Team mit Stundenweltrekorder Victor Campenaerts (Lotto Soudal) und Europameister Remco Evenepoel an. Deceuninck-Team-Manager Patrick Lefevere t

18.09.2019Sieht wohl schlimmer aus, als es ist: Martin sitzt wieder auf dem Rad

(rsn) - Tony Martin will am Sonntag in der neuen Mixed Staffel die erste WM-Medaille für Deutschland bei den Titelkämpfen von Yorkshire erringen. Davon wird ihn auch sein Sturz am Freitag, dem 13. S

17.09.2019Podcast: Das Vuelta-Fazit

Auch die dritte Grand Tour des Radsportjahres ist vorüber. Und Primoz Roglic (Jumbo - Visma) hat es endlich geschafft. Nachdem er schon beim Giro lange vorne mitmischte, sich am Ende auch selbst etwa

16.09.2019Kann Jumbo - Visma bei der Tour Team Ineos schlagen?

(rsn) - Gibt es nach fünf Siegen in Folge bei der Tour de France endlich einen ernsthaften Konkurrenten für das Team Ineos? Die Briten nahmen seit 2012 insgesamt sieben Mal das oberste Treppchen auf

15.09.2019Highlight-Video der Vuelta-Schlussetappe

(rsn) - Fabio Jakobsen (Deceuninck - Quick-Step) hat zum Abschluss der 74. Vuelta a Espana seinen zweiten Tagessieg gefeiert. Der Niederländische Meister entschied die 21. Etappe über 106 Kilometer

15.09.2019Roglic und Jakobsen feiern die größten Siege ihrer Karrieren

(rsn) - Nachdem er die Ziellinie in Madrid erreicht hatte, konnte Primoz Roglic (Jumbo Visma) befreit lachen. Nachdem er bei der Vuelta a Espana drei Wochen lang sehr konzentriert und ernst gewirkt ha

15.09.2019Jakobsen gewinnt Schlussetappe, Roglic feiert Gesamtsieg

(rsn) - Fabio Jakobsen (Deceuninck - Quick-Step) hat zum Abschluss der 74. Vuelta a Espana seinen zweiten Tagessieg gefeiert. Der Niederländische Meister entschied die 21. Etappe über 106 Kilometer

15.09.2019Valverde wird auch ohne Mann im Ohr Gesamtzweiter

(rsn) - Auch wenn es nicht zum zweiten Gesamtsieg nach 2009 reichen wird, so kann Alejandro Valverde (Movistar) mit dem Ausgang der 74. Vuelta a Espana zufrieden sein. Erstmals seit 2014 wird der Span

15.09.2019106 Kilometer fehlen Roglic noch zu seinem größten Triumph

(rsn) - Es ist fast geschafft: Auch auf der letzten Bergetappe der 74. Vuelta a Espana hat Primoz Roglic (Jumbo - Visma) souverän sein Rotes Trikot verteidigt und steht damit vor dem größten Triump

15.09.2019Bouchard nutzt die Planänderung bei AG2R

(rsn) - Bei der 74. Vuelta a Espana haben die GrandTour-Debütanten groß aufgetrumpft. Tadej Pogacar (UAE - Team Emirates) beendete die letzte dreiwöchige Landesrundfahrt des Jahres nach gleich drei

15.09.2019Abwechslungsreiches Finale im Herzen Spaniens

(rsn) - 21 Etappen über insgesamt 3272,2 Kilometer warten von 24. August bis 15. September bei der 74. Vuelta a Espana auf die Fahrer. Sechs flache Etappen, vier hügelige Tagesabschnitte, neun Berg

Weitere Radsportnachrichten

04.04.2025Schrempf: Radprofi mit Bildungsauftrag vor zweiter Ronde

(rsn) – Vor fünf Jahren schnürte Carina Schrempf (Fenix – Deceuninck) noch ihre Laufschuhe. Erst eine Fußverletzung brachte sie dann dem Radsport näher - dass sie sich aber wenig später mit d

04.04.2025Nach Gelb auch Grün: Girmay gibt wie Pogacar Roubaix-Debüt

(rsn) – Neben Tadej Pogacar (UAE Team Emirates – XRG) wird auch Biniam Girmay (Intermarché – Wanty) am 13. April sein Debüt bei Paris-Roubaix sein Debüt bei Paris-Roubaix geben. Nachdem der S

04.04.2025Die Aufgebote für die 109. Flandern-Rundfahrt

(rsn) – Mit der Flandern-Rundfahrt (1.UWT) steht am Sonntag der Höhepunkt der flämischen Klassikerwochen an. Die 109. Ausgabe der “Ronde“ führt über 269 Kilometer Wochenende von Brügge nach

04.04.2025Update für die Dura-Ace-Laufräder? Van der Poel als Testpilot

(rsn) - Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) ist beim E3 Saxo Classic nicht nur mit seinem souveränen Sieg, sondern auch mit seinem Material aufgefallen. Der Niederländer war dort mit einem u

04.04.2025Jagd auf das Lila Trikot: Rad-Bundesliga startet am Wochenende

(rsn) - Am Wochenende startet die Rad-Bundesliga 2025. Während für die Männer bereits am Samstag beim Großen Preis der südlichen Weinstraße in Schweigen der Startschuss fällt, kämpfen die Frau

04.04.2025Die Aufgebote für die 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen

(rsn) – Zum mittlerweile 22. Mal steht die Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) im Programm. Rund um Oudenaarde müssen die Fahrerinnen aus 24 Teams insgesamt 168,9 Kilometer absolvieren, wobei zwÃ

03.04.2025Die Strecke der Flandern-Rundfahrt der Frauen 2025

(rsn) – Seit Jahr und Tag ist Oudenaarde das Zentrum der Flandern-Rundfahrt der Frauen. Auch die 22. Ausgabe des Rennens startet hier, seit 2012 befindet sich hier zudem in der Minderbroedersstraat

03.04.2025Flandern-Rundfahrt im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) - Die Flandern-Rundfahrt bildet für Radsport-Fans gemeinsam mit Paris-Roubaix das Highlight der Klassikerwochen eines jeden Frühjahrs. Das belgische Monument, am 25. Mai 1913 erstmals ausgetra

03.04.2025Niewiadoma hofft bei der Ronde auf die Power aus dem Vorjahr

(rsn) - Diese Szene gefiel Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM – zondacrypto) beim gestrigen Dwars door Vlaanderen (1.Pro) überhaupt nicht: Als Elisa Longo Borghini (UAE - ADQ) zu ihrem letztendlich

03.04.2025Fraile hängt am Jahresende das Rad an den Nagel

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

03.04.2025Die Strecke der Flandern-Rundfahrt 2025

(rsn) – Ein paar Änderungen an der Strecke gibt es immer. Da macht auch die Flandern-Rundfahrt 2025 keine Ausnahme. Doch neben dem jährlichen Wechsel zwischen den Startorten Antwerpen und Brügge,

03.04.2025Evenepoel startet bei der Tour de Romandie

(rsn) - Remco Evenepoel (Soudal – Quick) wird am Start der diesjährigen Tour de Romandie stehen, wie die Organisatoren der am 29. April mit einem Prolog in Saint-Imier beginnenden Schweizer WorldTo

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Tour of Hellas (2.1, GRE)
  • La Route Adélie de Vitré (1.1, FRA)
  • Jamaica International Cycling (2.2, 000)