Ex-Gerolsteiner vor ungewisser Zukunft

Moletta: Vom Dopingverdacht befreit, aber ohne Team

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Andrea Moletta

Foto: ROTH

05.11.2008  |  (rsn) – Im Dopingverfahren gegen den Italiener Andrea Moletta hat die Staatsanwaltschaft von Padua in der vergangenen Woche die Akten geschlossen. Der ehemalige Gerolsteiner-Fahrer ist jetzt zwar vom Dopingverdacht befreit, steht aber vor einer komplizierten Teamsuche. Der 29-Jährige war im Mai während des Giro d’Italia von Gerolsteiner suspendiert worden, nachdem die italienische Finanzpolizei in einem Fahrzeug, in dem auch Molettas Vater saß, eine aufgezogene Spritze in einer Zahnpastaschachtel gefunden hatte. Im Haus des Fahrzeuglenkers, einem Freund von Molettas Vater, fanden die Fahnder später Viagra-Tabletten und andere Substanzen. „Das war eine schwere Phase für mich“, sagte Moletta im Gespräch mit dem Internetanbieter cyclingnews. „Etwas vorgeworfen zu bekommen, über das man nichts weiß, ist schrecklich.“

Moletta war von Gerolsteiner am 20. Mai aus dem laufenden Giro genommen worden und hatte danach kein Rennen mehr für sein langjähriges Team bestritten. Jetzt fürchtet der Klassikerspezialist, dass von den Vorwürfen doch etwas an ihm hängen bleibt und es ihm unmöglich macht, eine neue Mannschaft zu finden. Moletta: „Auch wenn ich nichts Falsches getan habe, ist es doch so, dass man schief angesehen wird, wenn so etwas behauptet wird.“

Moletta glaubt nicht, dass er wie sein Freund und Gerolsteiner-Teamkollege Davide Rebellin bei dessen neuem Diquigiovanni-Team unterkommen kann, da die Italiener mit Gilberto Simoni einen weiteren Hochkaräter in ihren Reihen haben und sich aus finanziellen Gründen keine weitere namhafte Neuverpflichtung mehr leisten können. „Das Problem ist, jemanden zu finden, der an mich glaubt“, so Moletta. „Ich habe schon Anfragen rausgeschickt, aber niemand hat geantwortet.“

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