Erektionsmittel (noch?) nicht verboten

Steigert Viagra auch die Lungenfunktion?

Von Pit Weber

23.05.2008  |  Was wollten die älteren Herren, die von der Polizei auf dem Weg zum Giro erwischt wurden, mit den 82 Packungen Viagra? Wollten sie neben dem Sport-Gucken eine eigene Runde durch die Freudenhäuser am Rande der Strecke drehen oder steckt Doping dahinter?

Fakt ist: Auf der Verbotsliste steht das potenzsteigernde Medikament bis heute nicht. Im Gegenteil, es wird ausdrücklich erlaubt!

Ob das so bleibt, wird von den Experten diskutiert. So entdeckten Mediziner der Stanford University, dass sich in einigen Fällen die Leistungsfähigkeit auf dem Radergometer nach der Einnahme der blauen Pille um bis zu 45 Prozent steigern ließ. Ein Grund könnte die die stärkere Durchblutung der Lunge sein. Allerdings zeigte Viagra bei der Hälfte der Versuchspersonen keine Wirkung.

Zu welchem Zweck nutzen Tour-de-France-Teilnehmer die Wunder-Pille? In den letzten Jahren fanden Doping-Kontrolleure im öfter Rückstände des Wirkstoffs „Sildenafilzitrat", der in dem Erektionsmittel enthalten ist. Hilft es, die schwerste Rundfahrt durchzustehenh? Viagra-Konsumenten bemerkten, dass Viagra das Schlafbedürfnis und das Schmerzempfinden herabsetze, was im Ausdauersport eine erwünschte Wirkung wäre.

Vielleicht brauchen die Sportler das lendenstärkende Medikament auch nur nach dem Wettkampf, um ihre Frauen und Freundinnen zu beglücken. Denn immer wieder wird berichtet, dass einige der neuen Doping-Mittel auf Grund der enthaltenen Hormone Impotenz verursachen.

Sicher ist, dass es während der Wettbewerbe nicht verwendet wird. Abgesehen davon, dass es das Sitzen auf dem harten Sattel noch unkomfortabler machen würde: Es gibt keine Rennräder mit Ständer!

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