Interview vor dem Teamzeitfahren

Schumi: "Rosa verleiht Flügel"

Von Matthias Seng

10.05.2006  |  Nachdem er am Dienstag ins Rosa Trikot gestürmt war, lernte Gerolsteiner-Jungstar Stefan Schumacher auch die unvermeidlichen Begleitumstände sportlichen Ruhms kennen: Protokoll-Stress und jede Menge Interviewanfragen. Im Gespräch mit Radsport aktiv zeigte sich Schumacher aber gewohnt locker und nannte auch sein Ziel für das große Teamzeitfahren am Donnerstag: einen Platz unter den besten zehn.

Wie haben Sie den Trubel um das Rosa Trikot bis jetzt weggesteckt?

Schumacher: Na ja. dieser ganze Protokoll-Stress nach dem Rennen ist ganz hübsch umfangreich und es ist erstaunlich zu sehen, wie so ein Stück Stoff jemanden zum Gesprächsthema machen kann. Aber ich genieße den Trubel, bislang ist mir das Drumherum noch nicht unangenehm. Für so eine Situation ist man doch eigentlich auch Profisportler geworden.

Haben Sie in der „zweiten Nacht in Rosa“ besser geschlafen?

Schumacher: Wir sind gestern am Dienstag erst um 22:30 Uhr von Lüttich abgeflogen, nach über drei Stunden Aufenthalt auf dem Flughafen in Belgien. Da kamen noch zig Politiker und Promis, die sich die wartenden Rennfahrer anschauten. Das Buffet war zwar gut, wir hätten uns aber alle gewünscht, lieber schneller nach Italien ins Hotel zu gelangen. Es war fast 1 Uhr, als wir ins Bett kamen — da schläft man wie ein Stein.

Wie haben Sie den Ruhetag verbracht?

Schumacher: In Kurzform: Ausschlafen. Frühstücken. Rein ins Auto. Etwa 50 Kilometer zur Zeitfahrstrecke fahren, dort knapp zwei Stunden trainieren. Rein ins Auto. Zurück ins Hotel. Duschen, Massage und dann: Einen ganzen Sack voll Interviewanfragen abarbeiten — wobei verständlicher Weise einige aus Zeitmangel zunächst unerfüllt bleiben müssen.

Welche Chancen rechnen Sie sich aus, das Rosa Trikot auch noch nach dem Teamzeitfahren zu tragen?

Schumacher: Gerolsteiner ist mit einer soliden Zeitfahrmannschaft hier. Natürlich sind vor allem CSC und Discovery die Topp-Favoriten, es wird sehr schwer für uns. Die Strecke selbst ist ein Hochgeschwindigkeitskurs. „Kette rechts und Vollgas“ lautet das Motto. Sicher ein Vorteil für Tempobolzer - und wo unsere Qualitäten hier beim Giro in erster Linie liegen, haben wir ja schon bewiesen. Allerdings verleiht das Leadertrikot unserem Team sicher noch ein paar Prozentpunkte Schwung. Mal sehen, wie es läuft. Ein Ergebnis zwischen Platz fünf und zehn wäre klasse.

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