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08.05.2006 | Es war nur der Prolog zum härtesten Giro der vergangenen Jahre, aber Paolo Savoldelli hat mit seinem deutlichen Sieg nicht nur die Konkurrenz, sondern auch die eigene Teamleitung schwer beeindruckt. Discovery-Chef Johan Bruyneel verglich das Auftreten seines Kapitäns sogar mit dem des siebenfachen Tour-Siegers Lance Armstrong.
„So wie Paolo beim Prolog Zeit auf seine schärfsten Rivalen herausgefahren hat, erinnert mich das sehr an Lance“, sagte Bryuyneel der belgischen Zeitung Sportwereld.“ Überbewerten wollte der nüchterne Stratege den Auftritt seines italienischen Kapitäns, der am Sonntag 33 Jahre alt geworden ist, allerdings nicht: „Solch ein Sieg bedeutet nichts im Hinblick auf eine dreiwöchige Rundfahrt. Es war eben nur der Anfang.“
„Trotzdem war es ein sehr wichtiger Sieg für Paolo, besonders in psychologischer Hinsicht”, so Bruyneel weiter. “Genauso wichtig war dieser Sieg für unseren Hauptsponsor. Nachdem Lance Armstrong seine Karriere beendet hat, gibt es jede Menge Diskussionen über diesen Giro, den wir ja im letzten Jahr gewonnen hatten. Aber jetzt fährt einer von uns am ersten Tag der ersten großen Rundfahrt des Jahres wieder im Führungstrikot.“
Bevor Discovery Savoldelli zur Saison 2005 verpflichtete, hatte der Italiener zwei enttäuschende und von Verletzungen durchzogene Jahre beim Team Telekom verbracht. „Ich wollte Paolo schon 2001 zu uns holen“, sagte Bryuneel, „aber damals hatte es nicht geklappt. Paolo ist ein Top-Fahrer, desen großes Lebensziel der Giro d’Italia ist. Ich bin zwar der Meinung, dass die Tour de France ihm noch besser liegen würde als der Giro, aber er ist halt mit ganzem Herzen Italiener....“
Damit Savoldelli das Rosa Trikot auch am letzten Tag des Giro trägt, hat Discovery dem ehemaligen Telekom-Fahrer diesmal eine weitaus stärkere Mannschaft als im letzten Jahr zur Seite gestellt. Mit Viatcheslav Ekimov , Benoit Joachim sowie den Kletterspezialisten Manuel Beltran und José Luis Rubiera stehen Savoldelli gleich vier Helfer zur Seite, die auch zu mehreren von Armstrongs Toursiegen beigetragen hatten. Und mit Tom Danielson, dem Zweiten der Georgia-Rundfahrt, hat Discovery sogar einen Ersatzkapitän dabei, der einspringen könnte, falls Savoldelli einen schwarzen Tag erwischt.
„Ganz klar: Paolo ist unsere Nummer eins“, kommentierte Discoverys Sportlicher Leiter Sean Yates die Rollenverteilung. „Tom soll vor allem Paolo in den Bergen helfen. Drastisch ausgedrückt: Nur wenn sich Paolo ein Bein bricht, wird Danielson neuer Kapitän.“ So weit wird es hoffentlich nicht kommen.
Quelle: cyclingnews.com
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