Hektische 7. Vuelta-Etappe

Bora freute sich mit Schelling und sorgte sich um McCarthy

Von Joachim Logisch

Foto zu dem Text "Bora freute sich mit Schelling und sorgte sich um McCarthy"
Jay McCarthy (Bora - hansgrohe) liegt kurz nach seinem Sturz in einem Acker neben der Straße. | Foto: Screenshot / Eurosport

28.10.2020  |  (rsn) - Das Bild war nur kurz in der Eurosport-Übertragung zu sehen. Aber es jagte den TV-Zuschauern einen Schrecken ein. In einem Acker, etwa drei Meter vom Fahrbahnrand entfernt, lag ein Profi des Bora-hansgrohe-Teams und ein Helfer in gelber Sicherheitsweste beugte sich über ihn. Wie der Gestürzte dorthin gekommen war, blieb unklar.

Es war Jay McCarthy, der regungslos am Boden lag und dann ins Krankenhaus gebracht werden musste. Zum Glück kam in der Nacht die Entwarnung. "Jay geht es den Umständen entsprechend gut. Verletzungen an Kopf und Wirbelsäule konnten ausgeschlossen werden. Auch knöcherne Verletzungen konnten wohl ausgeschlossen werden. Er hat aber eine schwere Distorsion des Knies erlitten, so dass wir von einer komplizierten Bandverletzung des rechten Kniegelenkes ausgehen. Eine Beurteilung der Bildgebung steht zum jetzigen Zeitpunkt noch aus“, wurde Teamarzt Jan Petersohn in einer Pressemitteilung zitiert.

Während sich das deutsche Team Sorgen den Australier machte, fuhr Neo-Profi Ide Schelling ein starkes Rennen. Der 22-jährige Niederländer hatte es in die 34 Fahrer starke Ausreißergruppe des Tages geschafft, die Spitzenreiter Richard Carapaz und dessen Ineos-Mannschaft den Großteil der Etappe über mächtig beschäftige. In der Schlussphase des Rennens hagelte es Attacken an der Spitze, wobei auch Schelling versuchte, sich aus der immer kleiner gewordenen Gruppe der Führenden abzusetzen.

Wie Alejandro Valverde (Movistar) und einige andere kam er nicht weg, bis eine fünfköpfige Ausreißergruppe sich absetzte, aus der heraus Michael Woods (EF) schließlich als Solist zum Etappensieg fuhr. Schelling erreichte am Ende als Achter mit 13 Sekunden Rückstand das Ziel.

"Wir begannen mit einer Ausreißergruppe von 15 Fahrern, die sich dann im ersten Anstieg stark vergrößerte. Die Gruppe arbeitete jedoch gut zusammen“, schilderte Schelling die frühe Phase des Ausreißversuchs.

Der große Erfolg blieb ihm aber verwehrt. Schelling:  "In der letzten Steigung fühlte ich mich gut und konnte vorne dabeibleiben. Danach setzten sich fünf Fahrer ab und wir konnten sie trotz guter Zusammenarbeit nicht mehr einholen. Ich war nah dran, hatte aber zum Schluss keine guten Beine mehr und konnte letztlich nicht mehr um den Sieg mitkämpfen."

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