Starkes Grand-Tour-Debüt nimmt die Sorgen

Zimmermann besteht in Spanien seine Reifeprüfung

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "Zimmermann besteht in Spanien seine Reifeprüfung"
Georg Zimmermann (CCC) | Foto: Cor Vos

11.11.2020  |  (rsn) – Mit Erfolg bestritt Georg Zimmermann (CCC) seine erste dreiwöchige Landesrundfahrt. Der 23-jährige Bayer absolvierte bei der Vuelta a Espana eindrucksvolle drei Wochen und landete als bester deutscher Profi auf Rang 21  der Gesamtwertung. Zusätzlich wurde der Grand-Tour-Debütant Fünfter in der Nachwuchswertung.

"Ich bin sehr zufrieden mit meiner ersten Grand-Tour-Teilnahme. Ich wusste ja nicht, wie mein Körper auf diesen extremen Stress reagiert, aber ich konnte mein mir bekanntes Niveau über drei Wochen konstant abrufen", berichtete der in Neusäß bei Augsburg lebende Zimmermann gegenüber radsport-news.com. Als sein persönliches Highlight beschrieb er die Zielüberquerung in Madrid: "Nach 18 harten Renntagen war das ein wunderbares Gefühl."

Trotz aller Anstrengungen bleibt ihm die 75. Austragung der Spanien-Rundfahrt in guter Erinnerung. "Der Norden des Landes ist wunderschön und die Liebe der Spanier zum Radsport ist unglaublich groß. Ich hoffe, es war nicht meine letzte Vuelta", erklärte er.

Von CCC zu Circus - Wanty Gobert

Zimmermann schaffte über das Team Tirol KTM im letzten Jahr den Sprung auf die höchste Ebene des Radsports, als er einen Vertrag beim polnischen Erstdivisionär CCC erhielt.

Doch die Corona-Krise ließ den Hauptsponsor das Projekt vorzeitig beenden und so stand der Deutsche plötzlich ohne Team für 2021 da. Während der Vuelta gab dann Circus – Wanty Gobert bekannt, dass sie den 23-Jährigen bis 2022 verpflichten werde. Der belgische Zweitdivisionär wird die WorldTour-Lizenz von CCC übernehmen. Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle ist damit Zimmermanns Zukunft geklärt. "Es war eine Erleichterung für mich", sagte er dazu.

Ohne diese Belastung und dafür mit den Freiheiten, im letzten Rennen im Trikot von CCC auf eigene Rechnung fahren zu können, bestritt Zimmermann eine entfesselte Vuelta, hielt sich auf den schweren Etappen oft lange an der Seite der großen Favoriten oder versuchte sich mal in den Ausreißergruppen. "Es war ein besonders Jahr mit CCC. Meine tollen Teamkollegen und unsere fleißigen Betreuer werden mir in Erinnerung bleiben", blickte er auf sein erstes Jahr bei den Profis zurück.

Stark am Farrapona, gelitten am Angliru

Blickt man auf die nackten Zahlen, so fuhr Zimmermann ein eher unscheinbares Rennen, war aber bei den schwereren Bergankünften immer in den Top 25 zu finden. "Aus sportlicher Sicht war die 11. Etappe die beste für mich. Es war eine der schwersten Etappen der Vuelta mit einer langen Bergankunft. Ich konnte der Gruppe der Gesamtwertungsfavoriten bis dreieinhalb Kilometer vor dem Ziel folgen", erklärte er stolz, fügte aber ein wenig wehmütig an: "Leider blieb das große Highlight aus, da ich bei den beiden Malen, an denen ich in der Fluchtgruppe war, jeweils keinen guten Tag erwischte."

So gut es hinauf auf den Alto de la Farrapona noch lief, desto größer war die Anstrengung am nächsten Tag. Denn da wartete der Alto de l’Angliru, der wohl gefürchtetste Berg der gesamten Spanien-Rundfahrt. 13,2 Kilometer geht es dort berghoch, wobei die Rampen zweigeteilt sind und die steilsten Stücke erst kurz vor dem Gipfel kommen. "Das war sicher die größte Herausforderung heuer. Ich kenne kaum einen schwereren Berg", meinte Zimmermann, dem die steilen Anstiege den Schweiß auf die Stirn trieben: "Sie liegen mir nicht so und auf der 12. Etappe hatte ich einen schlechten Tag. Den Angliru hoch habe ich schwer gelitten und viel Zeit verloren."

Doch das sollte die einzig schlechte Erinnerung an die diesjährige Vuelta gewesen sein. Er stellte stattdessen einmal mehr unter Beweis, dass in der Zukunft mit ihm bei solchen Rundfahrten zu rechnen sein wird: "Ich werde mir keine Sorgen mehr machen müssen vor dem nächsten Versuch in der Gesamtwertung. Ich weiß ja jetzt, dass ich es kann", fügte Zimmermann zuversichtlich an.

Mehr Informationen zu diesem Thema

20.01.2021Oberschenkelbruch: Barta muss sein EF-Debüt verschieben

(rsn) - Mit einem starken Auftritt bei der Vuelta a Espana sicherte sich Will Barta spät noch einen Einjahresvertrag bei EF Education - Nippo, nachdem bereits in der ersten Saisonhälfte feststand, d

03.12.2020Vuelta-Sieger Roglic gewinnt den Vélo d´Or

(rsn) - Primoz Roglic (Jumbo - Visma) hat erstmals in seiner den Velo d´Or gewonnen, mit dem das französische Velo-Magazin den besten Fahrer des Jahres auszeichnet. An der Abstimmung beteiligen sich

17.11.2020Bilden Froome und Daniel Martin 2021 eine Tour-Doppelspitze?

(rsn) - Mit der Verpflichtung des viermaligen Tour-de-France-Gewinners Chris Froome hofft Israel Start-Up Nation, bei der kommenden Frankreich-Rundfahrt um den Gesamtsieg kämpfen zu können. Allerdin

15.11.2020Spekenbrink will 2021 den erfolgreichen Jugendtrend fortsetzen

(rsn) - Nach dem Weggang von Tom Dumoulin zu Jumbo - Visma sagten nicht wenige Beobachter dem Team Sunweb ein schwieriges Jahr voraus. Doch der Rennstall von Manager Iwan Spekenbrink kann trotz Corona

12.11.2020Die Vuelta, das waren gigantische drei Wochen

(rsn) – Heute melde ich mich im Rahmen meines Blogs zum letzten Mal. Am Sonntag ging für mich die Vuelta a Espana zu Ende, meine erste Grand Tour. Und ich muss sagen, dass ich gut aus ihr herausge

10.11.2020De Gendt wehrt sich gegen Vergleiche mit Deceuninck

(rsn) - Auch wenn Tim Wellens mit seinen beiden Etappensiegen bei der Vuelta a Espana die Saisonbilanz von Lotto Soudal noch aufgebessert hat, so stehen für den belgischen Rennstall doch nur zwölf E

10.11.2020Martens: “Roglic hat die Vuelta durch mentale Stärke gewonnen“

(rsn) - Als Primoz Roglic (Jumbo - Visma) am Sonntag als Gewinner der 75. Vuelta a Espana geehrt wurde, konnte auch Paul Martens mitjubeln. Erstmals in seiner langen Karriere war der Routinier in eine

09.11.2020Im kommenden Jahr will Mas bei der Vuelta Rot statt Weiß

(rsn) - Auf Platz fünf der Gesamtwertung war Enric Mas nicht nur bester Movistar-Profi der 75. Vuelta a Espana, sondern auch stärkster Spanier. Damit wiederholte der 25-Jährige auch sein Ergebnis v

09.11.2020Guillaume Martin beendet Vuelta-Debüt auf dem Podium

(rsn) - Gleich bei seinem Vuelta-Debüt landete Guillaume Martin in Madrid auf dem Podium. Der Cofidis-Neuzugang sicherte sich souverän das Bergtrikot der letzten Grand Tour des Jahres und ist damit

09.11.2020Carapaz erbringt den Beweis: Giro-Sieg 2019 war kein Zufall

(rsn) - Richard Carapaz (Ineos Grenadiers) hat alles gegeben. Als er am Samstag auf dem Weg hinauf zum Alto de la Covatilla knapp drei Kilometer vor dem Ziel attackierte, brachte er Primoz Roglic (Jum

09.11.2020Roglic und Ackermann können mit gutem Gefühl in den Urlaub

(rsn) - Wie schon die Tour de France und der Giro d`Italia war auch bei der Vuelta a Espana der Kampf um den Gesamtsieg bis zum Schlusswochenende voller Spannung. Wir ziehen nach den 18 Etappen Bilan

08.11.2020Highlight-Video der 18. Vuelta-Etappe

(rsn) - Pascal Ackermann (Bora - hansgrohe) hat die 18. und letzte Etappe der Vuelta a Espana gewonnen. Der Pfälzer setzte sich nach 140 Kilometern in Madrid im Sprint knapp vor dem Iren Sam Bennett

Weitere Radsportnachrichten

01.01.2026De Lie trotz Knöchelverletzung schon wieder auf dem Rad

(rsn) - Arnaud De Lie (Lotto – Intermarché) hat sich eine Bänderverletzung am Knöchel zugezogen. Wie der 23-jährige Belgier am Silvesterabend auf Instagram mitteilte, habe er aber bereits mit de

01.01.2026Highlight-Video des Neujahrscross von Baal

(rsn) – Lange Zeit sah es beim Neujahrscross in Baal so aus, als würde Emiel Verstrynge (Crelan – Corendon) den Weltmeister ärgern können – zumal Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tec

01.01.2026Van der Poel beschenkt Premier Tech gleich am ersten Tag

(rsn) – Bei den Frauen musste der neue Co-Sponsor noch mit dem zweiten Rang Vorlieb nehmen, doch Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) schenkte dem kanadischen Unternehmen bei der X2O Badk

01.01.2026Die Trikots der Women´s WorldTour-Teams für die Saison 2026

(rsn) – 14 Rennställe umfasst die Women´s WorldTour in der Saison 2026. Doch wie treten diese 14 Mannschaften im neuen Jahr auf? Welche Farben zieren ihre Trikots, welche Art von Designs werden ge

01.01.2026Die Trikots der WorldTour-Teams für die Saison 2026

(rsn) - Wie sieht das Peloton 2026 aus? Welche Farben werden in der kommenden Saison vorherrschend sein? Nach und nach stellen die WorldTour-Rennställe ihre Trikots für das neue Jahr vor - den Anfan

01.01.2026Marca: Vingegaard gibt 2026 sein Debüt beim Giro d´Italia

(rsn) – Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) kommt in seiner Karriere auf bisher acht-Grand-Tour-Teilnahmen: Der Däne absolvierte fünfmal die Tour de France – die er zweimal gewann und drei

01.01.2026Brand holt sich in Baal den Neujahrscross und die X2O Trofee

(rsn) – Neues Jahr, alt bekannte Szenen: Lucinda Brand (Baloise – Het Poetsbureau Lions) hat auch die X2O Badkamers Trofee in Baal dominiert. Schon in der Auftaktrunde setzte die Niederländerin s

01.01.2026Goossens wechselt in die Immobilienbranche, Barré zu Visma

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

01.01.2026Neuaufbau um van der Poel und Philipsen herum

(rsn) – Nicht nur der zweite Namenssponsor ist bei Alpecin in der neuen Saison ein anderer, auch das Aufgebot des belgischen Rennstalls weist viele neue Gesichter auf. Auf Deceuninck folgt Premier T

31.12.2025Reusser in neuen Sphären: “Glück ist Realität minus Erwartung“

(rsn) – Mehr als doppelt so viele Punkte wie die nun zweitplatzierte Vorjahresgewinnerin Elise Chabbey (FDJ – Suez): Marlen Reusser (Movistar) war 2025 die unangefochtene Nummer 1 im RSN-Jahresran

31.12.2025Edmondson und Miles Scotson beenden ihre Karrieren

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

31.12.2025Hollmann gibt jeden Tag sein Bestes, um wieder fit zu werden

(rsn) – Mehr als sieben Monate nach seinem schlimmen Sturz beim Giro d’Italia, bei dem er auf der 6. Etappe gegen ein Verkehrsschild geprallt war und sich den Arm und das Becken gebrochen hatte, t

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Antwerp Port Epic (1.1, BEL)
  • Tour de Gyeongnam (2.2, KOR)