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23.09.2019 | (rsn) - Antonio Tiberi hat bei der Straßen-WM in Yorkshire nach einer grandiosen Aufholjagd die Goldmedaille im Zeitfahren der Junioren gewonnen. Der 18-jährige Italiener musste nach einem Defekt am Start das Rad wechseln und war in Harrogate über 28 Kilometer (zwei Runden á 14 Kilometer) dennoch der schnellste der 64 Teilnehmer. Tiberi setzte sich in der Zeit von 38:28 Minuten mit acht Sekunden Vorsprung gegenüber dem Niederländer Enzo Leijnse durch.
Grund zur Freude gab es auch im Lager des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), denn der gerade mal 17 Jahre alte Marco Brenner sicherte sich bei seinem WM-Debüt nach einem starken Auftritt mit 13 Sekunden Rückstand die Bronzemedaille vor dem US-Amerikaner Quinn Simmons (+0:20) und seinem Teamkollegen Michel Hessmann (+0:28), der bei den vergangenen Weltmeisterschaften in Innsbruck Vierter des Zeitfahrens geworden war.
"Es ist schwer zu glauben, der neue Weltmeister zu sein. Ich
habe Andrea Piccolo in dieser Saison noch nie geschlagen, aber ich habe es
heute geschafft, also bin ich super glücklich", freute sich Tiberi über seinen großen Triumph.
Der Österreicher Maximilian Kabas belegte 2:28 Minuten hinter dem neuen Weltmeister den 26. Rang.
So lief das Rennen:
Der als Fünfter der 64 auf fünf Blöcke verteilte Junioren ins Rennen gegangene Estnische Zeitfahrmeister Henri Treimuth setzte auf dem technischen und anfangs teilweise noch regennassen Parcours mit 40:09 Minuten eine erste Referenzmarke, die zunächst Oscar Nilsson-Julien deutlich unterbot. Der Brite wurde in der Zeit von 39:16 Minuten gestoppt, ehe Enzo Leijnse in der Zeit von 38:36 Minuten deutliche 52 Sekunden schneller war.
An dieser Marke biss sich letztlich auch Brenner die Zähne aus, und das, obwohl der Augsburger nach der ersten Runde noch schneller unterwegs war und sogar letztlich dort die Bestzeit erzielte. Am dritten Messpunkt betrug sein Rückstand auf Leijnse allerdings bereits zehn Sekunden. Auf den letzten Kilometern konnte Brenner zwar noch Boden gutmachen, blieb aber um knapp fünf Sekunden hinter dem EM-Dritten Leijnse zurück.
Genau entgegengesetzt verlief die Kurve bei Tiberi. Der 18-Jährige bewahrte dabei die Ruhe, als er wegen eines Defekts an der Tretkurbel direkt nach dem Start sein Rad noch in der ersten Kurve wechseln musste. Danach startete er eine grandiose Aufholjagd. Bei der ersten Zwischenzeit betrug sein Rückstand noch 35 Sekunden, den er danach Meter um Meter weiter reduzierte. An der dritten Zwischenzeit bei Kilometer 20,2 lag Tiberi noch 16 Sekunden zurück, an der 1.000 Meter-Marke war er bereits zeitgleich mit Leijnse, den er dann tatsächlich noch um knapp acht Sekunden unterbot (38:28 Minuten).
Tiberis Zeit von 38:28 Minuten sollte auch von keinem Fahrer des fünften und letzten Blocks mehr gefährdet werden. Zwar erzielte Simmons Bestzeit an der ersten Zwischenmarke, baute dann aber im weiteren Rennverlauf ab und verpasste sogar noch die Medaillenränge. Hessmann zeigte dagegen eine stabile Leistung und sicherte sich den fünften Rang vor Piccolo, der als WM-Dritter von Innsbruck das Zeitfahren von Harrogate beschloss und an diesem Tag als Sechster nur zweitbester Italiener war.
Das kümmerte im italienischen Team wohl niemanden, konnte man sich doch über die erste Medaille bei dieser WM freuen, nachdem zunächst im Mixed-Teamzeitfahren zum Auftakt Bronze um ganze vier Sekunden verpasst worden war. Mit dem gleichen Rückstand schrammte am Mittag im Zeitfahren der Juniorinnen Camila Alessio am dritten Platz vorbei.
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