Nach Sieg auf Königsetappe der Tour of Utah

Hermans trägt erstmals in seiner Karriere Gelb

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Ben Hermans (Israel Cycling Academy) trägt das Gelbe Trikot der Tour of Utah. | Foto: Cor Vos

15.08.2019  |  (rsn) - Ben Hermans (Israel Cycling Academy) hat in seiner Karriere bisher drei Gesamtsiege bei Rundfahrten einfahren können. Im vergangenen Jahr sicherte sich der Belgier die Tour of Oman, in dieser Saison und bereits 2017 war Hermans bei der Österreich Rundfahrt der stärkste Fahrer. Jedesmal wurde er dafür mit dem Roten Trikot belohnt. Nach seinem Sieg auf der gestrigen Königsetappe der Tour of Utah übernahm Hermans nun auch die Führung in der Gesamtwertung der siebentägigen Rundfahrt durch den US-Mormonenstaat - und durfte sich über eine neue Trikotfarbe freuen.

“Ich bin erstmals im Gelben Trikot. Normalerweise trage ich ein Rotes Trikot, jetzt ist es gelb und darüber bin ich sehr glücklich“, sagte der 33-Jährige lächelnd in einem Video-Interview, das sein Team auf Twitter präsentierte. Hermans war im oberen Teil des elf Kilometer langen und rund zehn Prozent steilen Schlussanstiegs, der am Powder Mountain auf 2.700 Metern Höhe endete, in die Offensive gegangen und hatte so mit James Piccoli (Elevate - KHS) auch noch seinen letzten Begleiter abgeschüttelt.

Auf den letzten 3,5 Kilometer baute er seinen Vorsprung gegenüber dem tapfer kämpfenden Kanadier auf 20 Sekunden aus. Dritter wurde mit 35 Sekunden Vorsprung der junge Däne Niklas Eg (Trek - Segafredo), gefolgt von den US-Amerikanern Peter Stetina (Trek - Segafredo / +0:58), Joe Dombrowski (EF Education First / + 1:26) und Kyle Murphy (Rally UHC / +1:31), die allesamt Hermans nichts entgegenzusetzen hatten.

“Es war ziemlich brutal, ich habe versucht, erst im letzten Moment zu attackieren. Auf den letzten fünf oder vier Kilometern habe ich gesehen, dass Piccoli Probleme hatte und habe dann angegriffen. Aber da hatte ich noch 400 oder 500 Höhenmeter zu absolvieren und das hat wegen der Höhe super wehgetan“, sagte der neue Gesamtführende und fügte erläuternd an: “In einem normalen Anstieg kannst du attackieren, dich dann etwas erholen und dann kommst du wieder in deinen Rhythmus. Aber hier fährst du immer gegen deine eigenen Grenzen und es tut sehr weh.“

Die Zahl der Konkurrenten ist überschaubar

Als Belohnung für die Mühen und Schmerzen winkt nun aber der Gesamtsieg, der ihm angesichts der nun folgenden deutlich leichteren Etappen kaum mehr streitig gemacht werden dürfte - zumal Hermans dank der Zeitbonifikation an der Bergankunft im Klassement nun 26 Sekunden vor dem zweitplatzierten Piccoli liegt und sogar 52 vor Eg.

“Normalerweise sollte es machbar sein, das Rennen zu kontrollieren, aber morgen (Donnerstag) ist das Profil des Etappenfinals sehr herausfordernd, wir müssen fünf brutale Schlusskilometer bewältigen“, sagte Hermans mit Blick auf die 3. Etappe, die im Finale einen Anstieg der 1. Kategorie aufweist, der auf 1.560 Metern Höhe am North Salt Lake endet. “Ich habe aber starke Kletterer im Team, die das Rennen gut kontrollieren können. Ich muss auch nicht auf allzu viele Konkurrenten achten, da es im Klassement schon große Abstände gibt“, nannte der Träger des Gelben Trikots einen weiteren Faktor, der für ihn spricht.

Dabei profitiert Hermans auch davon, dass Daniel Martinez, der bei EF Education First als Kapitän eingeplant war, krank von den Panamerican Games angereist war und sich das Team dafür entschied, dem Kolumbianer eine Rennpause zu gönnen. Martinez‘ Mannschaftskollege Joe Dombrowski hat auf Rang fünf der Gesamtwertung aber bereits 1:33 Minuten Rückstand auf die Spitze und damit kaum noch Chancen auf Gelb.

Dagegen darf sich Hermans große Hoffnungen darauf machen, nach seinem zweiten Gesamtplatz im vergangenen Jahr am Wochenende den dritten Rundfahrtsieg seiner Karriere zu feiern. Es wäre sein erster in einem Gelben Trikot.

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