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02.12.2013 | (rsn) - Die Gerüchte haben sich bestätigt: Wie Bjarne Riis im Rahmen einer eigens dafür abgehaltenen Pressekonferenz in London im Hauptquartier des Google-Unternehmens mitteilte, hat Oleg Tinkov ihm sein Team und somit die damit verbundene WorldTour-Lizenz abgekauft.
Aus der Firma Riis Cycling wird dementsprechend mit sofortiger Wirkung Tinkov Sport, der Russe ist von nun an 100%iger Eigentümer der Mannschaft von Alberto Contador. Dennoch wird auch Bjarne Riis an Bord bleiben. „Ich bleibe mindestens drei Jahre als General Manager im Team“, so der Däne, der sich von nun an auf die sportlichen Belange konzentrieren soll und Mutmaßungen der Gazzetta dello Sport zufolge eine Million Euro pro Jahr verdienen wird.
Ebenfalls weiter mit von der Partie ist die Saxo Bank, die ab 2014 als Co-Sponsor fungiert, so dass die Mannschaft in Zukunft Tinkoff-Saxo anstatt Saxo-Tinkoff heißen wird. „Mit Oleg kommt Stabilität ins Team, die wir brauchen - es nimmt mir viel Stress und gibt mir Zeit, mich um die Dinge zu kümmern, in denen ich meiner Meinung nach besser bin“, so Riis, der keinen Hehl daraus machte, dass die ständige Suche nach neuen Sponsoren in den vergangenen Jahren sehr mühsam war.
„Oleg gibt uns die Möglichkeit, das Team noch besser aufzustellen und in den nächsten Jahren zum besten der Welt zu machen - so wie es unser Ziel ist“, erklärte Riis, der nach einer kurzen Begrüßung nicht lange um den heißen Brei herumreden wollte.
„Ich glaube, der heutige Tag ist ein großer für meine Mannschaft. Ehrlich gesagt ist es einer, von dem ich seit vielen Jahren geträumt habe. Ich habe mich sehr darauf gefreut, denn ich glaube, das was wir hier heute verkünden zeigt, dass ich einige gute Dinge in diesem Sport getan habe“, leitete Riis ein, um dann auf den Punkt zu kommen: „Oleg Tinkov wird der neue Eigentümer des Teams sein. Mit sofortiger Wirkung hat er Riis Cycling gekauft, das nun Tinkoff Sport heißt. Oleg gehören nun 100 Prozent des Teams.“
Der russische Unternehmer, der bereits von 2006 bis 2008 das Team Tinkoff Credit Systems führte und diese Zeit in einem kurzen Abriss über seine Laufbahn im Radsport nun als „wild und sehr unterhaltsam“ bezeichnete, will den Rennstall in Zukunft nicht nur durch neue Fahrer verstärken.
„Geld ist nicht alles, bedeutet aber natürlich viel. Wir werden neue und stärkere Fahrer verpflichten - mehr Stars, wenn Sie es so nennen wollen. Allerdings nicht für 2014, denn der Kader steht“, so der 45-Jährige. „Mit mehr Geld kann man aber auch mehr gute Wissenschaftler oder Trainer engagieren - möglicherweise auch von außerhalb des Radsports, aus anderen Ausdauer-Sportarten. Da wollen wir uns verbessern. Heutzutage ist die Ernährung sehr wichtig. Da sind uns einige Teams voraus, und das müssen wir aufholen.“
Aus den rein sportlichen Belangen wolle er sich weitgehend heraushalten, versicherte Tinkov. Die Auswahl neuer Fahrer und auch die Aufstellung des Teams zu verschiedenen Rennen sei Riis‘ Aufgabe. „Sicher werden wir darüber sprechen, aber es ist seine Entscheidung“, so Tinkov, der in den vergangenen Monaten auch mit dem Cannondale-Team in Verbindung gebracht worden war, nun aber unterstrich: „Ich wollte immer mit Bjarne zusammenarbeiten, denn er ist der beste Sportdirektor, den es gibt. Wir werden nicht über Nacht zum besten Team der Welt, aber in drei, vier oder fünf Jahren können wir das mit Bjarne zusammen schaffen.“
Riis‘ Doping-Vergangenheit und die damit verbundenen Ermittlungen in Dänemark interessieren den Russen weniger. „Es gibt viele Untersuchungen, aber das sind erstmal alles Spekulationen. Natürlich müssen wir uns damit auseinandersetzen, wenn es etwas Handfestes gibt. Und wenn Entscheidungen getroffen werden, müssen wir diesen Entscheidungen folgen. Wir sind ein seriöses Unternehmen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt weiß ich nichts, und es geht mich auch nichts an. Ich glaube an Bjarne und bin nicht besorgt“, erklärte er und bekräftigte: „Dieses Thema hat unseren Deal auch nie beeinflusst - wir sprechen darüber ja schon eine gewisse Zeit.“
Überhaupt ist das Thema Doping für Tinkov ganz weit weg. „Ich bin stark davon überzeugt, dass die Doping-Zeit vorbei ist. Natürlich wollen viele Journalisten immer darüber sprechen, weil dieses Thema ihre Zeitungen besser verkauft. Aber ich glaube, dass das in den großen Teams keine Rolle mehr spielt“, sagte er und ließ auch die beliebtesten Standard-Floskeln nicht aus: „Der Radsport hat sich verändert. Ich persönlich habe null Toleranz für Doping. Ich denke, was den Radsport heute ausmacht sind Ernährung, Erholung, Disziplin und Training.“
Neben Riis und Tinkov war auch Kapitän Alberto Contador in London mit dabei, den der Russe im Juli auf Grund seiner Leistungen bei der Tour de France via Twitter scharf kritisiert hatte. „Sein Gehalt passt nicht zu seinen Leistungen. Er ist zu reich und nicht hungrig genug“, schrieb Tinkov damals. Doch Contador machte nun gute Miene zur ‚feindlichen Übernahme‘. „Ich weiß, dass einige die Augenbrauen hochziehen werden, aber ich kann Ihnen versichern, dass alle Probleme ausgeräumt sind“, sagte der Spanier und betonte mehrfach, dass Tinkov gut für das Team sei.
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