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14.12.2025 | (rsn) – Joao Almeida wird im kommenden Jahr voraussichtlich kein einziges Rennen an der Seite von Tadej Pogacar bestreiten, sondern stattdessen durchgängig der zweite Leader des Teams UAE – Emirates – XRG sein. Der Mann für das B-Programm quasi, das aber kaum weniger attraktiv ist. Wie der Portugiese am Medientag seines Rennstalls in Benidorm bekanntgab, wird er 2026 mit der Valencia-Rundfahrt im Februar in seine Saison einsteigen, und danach ein volles Frühjahr mit mehreren Rundfahrten vor sich haben:
Volta ao Algarve, Paris-Nizza und Katalonien-Rundfahrt will Almeida auf dem Weg zu seinem ersten ganz großen Saisonziel bestreiten, dem Giro d'Italia. Anschließend stehen für den Vuelta-Zweiten von 2025 die Portugiesischen Meisterschaften Ende Juni sowie die Burgos-Rundfahrt im August und schließlich erneut die Vuelta a Espana auf dem Programm.
Kein einziges dieser Rennen hat Pogacar eingeplant – auch wenn der Slowene am Samstag scherzte: "Bei mir weiß man nie. Ausschließen würde ich nichts, solange die Einschreibung für ein Rennen noch nicht vorbei ist." Pogacar war von Vertretern des dänischen Fernsehens 'für einen Freund' gefragt worden, ob er denn einen Start beim Giro d'Italia seinerseits ausschließen könne. Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) nämlich liebäugelte zuletzt mit einer Teilnahme an der Italien-Rundfahrt. ___STEADY_PAYWALL___
Dort würde der Däne in jedem Fall wieder auf Almeida treffen, den er im September bei der Spanien-Rundfahrt auf Rang zwei verwies. "Es wäre schön, wenn er beim Giro wäre", antwortete der Portugiese in Benidorm auf die Frage, ob er gerne wieder gegen Vingegaard antreten würde. "Er ist einer der Besten und bringt ein Rennen nochmal auf ein anderes Level. Seine Anwesenheit gäbe einem Sieg dort nochmal mehr Bedeutung. Ich bin jetzt ein paar Mal gegen ihn gefahren und wenn er dort ist, wird es sicher ein schönes Rennen."
Angst vor Vingegaard hat Almeida keine. "Jeder ist schlagbar – vielleicht nicht Tadej Pogacar, aber ich denke, sonst ist jeder schlagbar", meinte der 27-Jährige, der auf Nachfrage von radsport-news.com bestätigte, dass es sein eigener Wunsch gewesen sei, die Tour de France in diesem Jahr auszulassen: "Ich denke, es ist einfach schön, nach zwei Jahren mit Tour und Vuelta mal wieder zu wechseln und den Giro zu fahren. Ich habe das mit dem Team besprochen und sie haben mir die Möglichkeit gegeben."
In der Saison 2026 werden die UAE-Teamkollegen Joao Almeida und Tadej Pogacar laut aktuellem Plan kein einziges Rennen gemeinsam bestreiten. | Foto: Cor Vos
Almeida erklärte aber auch: "Ich habe nicht das Gefühl, dass er (Pogacar) mich wirklich braucht, um eine Grand Tour zu gewinnen. Wenn das anders wäre, würde ich mich natürlich für ihn aufopfern und ihm bei der Tour helfen. Aber ich denke, das ist nicht der Fall und so ist es als Team besser, um in Sachen Ergebnisse das meiste herauszuholen, wenn wir uns aufteilen. Deshalb ist es die schlauste Entscheidung, was wir jetzt tun."
Dabei sei die konkrete Streckenführung der Italien-Rundfahrt, die in diesem Jahr ein 40 Kilometer langes, flaches Einzelzeitfahren beinhaltet und am 1. Dezember der Öffentlichkeit präsentiert wurde, nicht ausschlaggebend gewesen. "Ich denke ich bin ein recht kompletter Fahrer und deshalb ist es für mich nicht so wichtig, ob es mehr Berge oder mehr Zeitfahrkilometer sind oder solche Dinge", meinte er. "Die Strecke beeinflusste die Entscheidung für mich nicht so sehr."
Von 2020 bis 2023 bestritt Almeida den Giro bereits vier Mal. Gleich bei seinem Debüt am Ende der Covid-Saison 2020 trug er für mehr als zwei Wochen das Rosa Trikot, rutschte dann aber auf der über das Stilfserjoch führenden 18. Etappe auf Gesamtrang fünf ab und wurde schließlich Gesamtvierter – damals noch in Diensten von Quick-Step. 2021 folgte ein sechster Gesamtrang, 2022 schied Almeida auf Rang vier liegend in der Schlusswoche aus und 2023 schaffte er es als Dritter endlich aufs Podium. Nun soll im fünften Anlauf der Sieg her – es wäre sein erster Grand-Tour-Triumph.
Bei der Vuelta a Espana 2025 belegte Almeida Platz zwei hinter Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike). | Foto: Cor Vos
"Wir fahren natürlich mit der Einstellung zum Giro, dass wir ihn gewinnen wollen", bestätigte er, sagte aber auch: "Ich werde sicher nicht enttäuscht sein, wenn ich meine Karriere irgendwann beende und keine Grand Tour gewonnen habe. Ich hatte auch so schon sehr schöne Siege und hoffe, dass noch einige dazukommen. Aber natürlich will ich das (einen GT-Sieg, Anm. d. Red.) wirklich sehr. Es gibt nicht viele, die das schaffen – besonders im aktuellen Radsport, wo das Level sehr hoch ist. Ich bin in eine sehr starke Generation geboren worden. Aber ja, es ist eine gute Frage. Ich denke, ich kann es schaffen, wenn alles gut läuft. Auf der anderen Seite gibt es auch Fahrer, die stärker sind als ich. Nur gewinnt eben nicht immer der Stärkste."
Zu den Fahrern, die stärker als er seien, zählte Almeida neben Weltmeister Pogacar und Vuelta-Sieger Vingegaard auch Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe). "Im Zeitfahren ist er definitiv viel besser als ich und am Berg manchmal auch, manchmal auch nicht. Also denke ich, dass er insgesamt etwas besser ist als ich", meinte er mit Blick auf den Belgier, der den Giro 2026 aber nicht fahren wird, und betonte:
"Ich bin lieber realistisch, als groß zu träumen. Ich arbeite mit Fakten, die täuschen einen nicht. Man muss realistisch sein: Wenn ich sagen würde, dass ich die Tour de France gewinnen will, gegen Tadej oder Jonas, ist das fast unmöglich, denke ich. Natürlich kann immer etwas passieren, aber realistisch ist es nicht", fügte er an.
In der Saison 2025 gelangen Almeida drei Gesamtsiege bei bedeutenden Rundfahrten: Hier strahlt er bei der Tour de Suisse. | Foto: Cor Vos
Der große Fokus liegt also auf dem Giro d'Italia, bei dem Almeida den Briten Adam Yates an seiner Seite haben wird. Doch auch auf die vier Rundfahrten in seiner Vorbereitungsphase freut sich Almeida – und auf das Aufeinandertreffen mit dem zu Lidl – Trek abgewanderten Ex-Teamkollegen Juan Ayuso. "Das werden schöne Rennen gegen ihn – ich freue mich drauf", so Almeida, der an der Algarve und bei Paris-Nizza dem Spanier begegnen wird, und in Valencia oder Katalonien beispielsweise Evenepoel und Florian Lipowitz.
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