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22.08.2025 | (rsn) - Der Ecuadorianer Jhonatan Narvaez (UAE – Emirates – XRG) hat die 2. Etappe der Lidl Deutschland Tour (2.Pro) gewonnen. Der einstige Träger des Rosa Trikots beim Giro d’Italia setzte sich im Sprint einer dreiköpfigen Ausreißergruppe vor dem US-Amerikaner Riley Sheehan (Israel – Premier Tech) und dem Norweger Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility) durch, was vor allem für Sheehan bitter war. Der nämlich jubelte bereits, als Narvaez sein Vorderrad auf der Linie noch vorbeischob.
Das Trio hatte sich erst im letzten Anstieg des 190,3 Kilometer langen Teilstücks mit Start in Herford und Ziel in Arnsberg gebildet. Zuvor war das Feld am Bonussprint, 15 Kilometer vor dem Ziel, auseinandergeflogen.
Platz vier sicherte sich als bester Deutscher Marius Mayrhofer (Tudor), der acht Sekunden nach dem Tagessieger über den Strich rollte. Aus dem Feld heraus sprintete der Italiener Jonathan Milan (Lidl – Trek / + 0:14) auf den fünften Rang vor Danny van Poppel (Red Bull – Bora – hansgrohe), der sein Führungstrikot an Prologsieger Waerenskjold zurückgeben musste. Die Top Ten komplettierten Emilien Jeannière (TotalEnergies), der am Vortag siegreiche Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike), Marco Haller (Tudor) und Hugo Hofstetter (Israel – Premier Tech). John Degenkolb (Picnic – PostNL) belegte den elften Tagesrang.
"Es war ein verrücktes Finale. Man musste am Ende das richtige Momentum haben, und das hatte ich wohl“, konstatierte Tagessieger Narvaez, der offenbar mächtig Respekt vor Waerenskjold hatte. Den Norweger bezeichnete er als "den Kerl von Uno-X" und verwies auf dessen Körpergröße. "Man kann sich vorstellen, wie der in der Fläche fahren kann", spielte Narvaez auf die Beschaffenheit der letzten Kilometer und die Spritnstärke des Norwegers an.
Er habe sich nach der Tour de France, wo er treuer Helfer von Tadej Pogacar war, gut erholt, doch auf die Frage, ob er sich den Gesamtsieg bei der Lidl Deutschland Tour zutraue, bemühte Narvaez eine derzeit im Fahrerfeld beliebte Floskel: "Wir werden sehen."
Durch seinen dritten Tagesrang und den Vorsprung aufs Feld holte sich Waerenskjold das Blaue Trikot des Gesamtführenden zurück, das er bereits nach dem Prolog getragen hatte. Sein Vorsprung auf Narvaez beträgt vor der 3. Etappe aber nur eine Sekunde. Auf Rang drei lauert mit vier Sekunden Abstand Sheehan. Neuer Vierter ist Wout van Aert (Visma – Lease a Bike / + 0:15) vor dem entthronten Van Poppel (+ 0:17).
Waerenskjold machte keinen Hehl daraus, auf die Rückeroberung der Gesamtführung geschaut zu haben. "Ich habe versucht, im Finale immer vorn dabei zu sein. Ich hatte gar nicht den Plan, am letzten Anstieg Erster zu sein, doch ich fühlte mich gut, und dann hatten wir eine Lücke", schilderte der Norweger die vorentscheidende Szene, als sich das Trio absetzte.
"Ich habe dann vielleicht etwas zu viel gearbeitet. Aber ich wollte das Tempo bis zum Ziel hochhalten", suchte der wuchtige Waerenskjold eine Erklärung, warum es für den auf dem Papier sprintstärksten der drei Spitzenreiter nicht zum Tagessieg reichte. Und er hatte noch eine zweite: Im Sprint habe seine Schaltung nicht sofort reagiert. Doch auch mit Platz drei auf der Etappe und dem zurückgewonnenen Führungstrikot sei er glücklich.
Eine Schrecksekunde hatten Florian Lipowitz (Red Bull – Bora - hansgrohe) und Georg Zimmermann (Intermarché – Wanty) zu verdauen. Der Dritte der Tour de France verpasste eine 90-Grad-Kurve in der Anfahrt zum Bonussprint, musste über eine Bordsteinkante auf einen Gehweg ausweichen und konnte dort die Kollision mit einem Verteilerkasten nicht verhindern. Neben ihm kam auch der Deutsche Meister Zimmermann zu Fall, der schon in der ersten Rennhälfte einmal gestürzt war.
Lipowitz blieb dem Augenschein nach ohne ernsthafte Blessuren und beendete die Etappe als Vorletzter mit 8:04 Minuten Rückstand. Nach ihm kam nur noch der lädiert wirkende Zimmermann mit 11:28 Minuten Abstand zum Tagessieger ins Ziel.
Waerenskjold übernahm mit 22 Zählern auch die Führung in der Punktwertung. Dieses Sondertrikot wird auf der 3. Etappe nach Kassel aber der Zweitplatzierte, Brennan (18 Punkte), tragen. Er liegt gleichauf mit Milan. Das Bergtrikot verteidigte Miguel Heidemann (Rembe – rad-net) hauchdünn vor dem nun punktgleichen Vinzent Dorn (Bike Aid). In der Nachwuchswertung liegt ebenfalls Warenskjold vorn, dessen Uno-X-Team auch das Klassement der Mannschaften anführt. Im Weißen Trikot wird Sheehan auf den morgigen Kurs gehen.
Jonas Rutsch (Intermarché - Wanty), Miguel Heidemann (Rembe - rad-net), Vinzent Dorn (Bike Aid), Emils Liepins (Q 36.5) und Gastfahrer Vincent Bodet (Picnic – PostNL) setzten sich in der Startphase des Rennens vom Feld ab und bauten zwischenzeitlich gut 4:30 Minuten Vorsprung aus. Nach gut 30 Kilometern versuchte Narvaez, nach vorn zu kommen. Doch der Ecuadorianer gab dieses Unterfangen nach kurzer Zeit wieder auf. In der Folge reduzierte das Feld den Abstand zur Spitze auf etwa zwei Minuten.
Heidemann und Dorn lieferten sich ein interessantes Duell um das Bergtrikot. Dorn gewann die Kletterwertungen am Hermannsdenkmal und an der Gauseköte, wo Heidemann jeweils Zweiter war. Dadurch schloss der Bike-Aid-Profi zu seinem Landsmann auf. Doch im dritten prämierten Anstieg des Tages verloren beide den Kontakt zu den drei Fluchtgefährten und gingen leer aus. Die Bergwertung gewann Rutsch. Derweil löste sich Will Barta (Movistar) aus dem Feld und passierte bald die beiden Zurückgefallenen, die wenig später geschluckt wurden.
Das Streckenprofil der 2. Etappe der Lidl Deutschland Tour. | Grafik: ASO Germany
In dieser Phase war der Abstand zwischen Spitze und Peloton auf unter zwei Minuten geschrumpft, Lidl – Trek und Visma – Lease a Bike teilten sich die Nachführarbeit. Barta wurde 39 Kilometer vor dem Ziel wieder gestellt. Rutsch schüttelte kurz darauf am letzten Bergpreis des Tages, dem Seufzertal, Liepins und Bodet ab und holte erneut drei Zähler. Heidemann versuchte, aus dem Feld heraus noch Punkte zu ergattern, aber der 27-Jährige kam nicht weg.
Rutsch gewann noch den zweiten Zwischensprint an der ersten Zielpassage. Da hatte ihn das Peloton aber bereits deutlich im Blick. 19 Kilometer vor Schluss wurde der Intermarché-Profi schließlich eingeholt. Kurz darauf zerfiel das Feld am Bonussprint. Zunächst formierte sich eine 12-köpfige Gruppe, in der sich auch Milan, Danny van Poppel (Red Bull - Bora - hansgrohe) und Matthew Brennan (Visma - Lease a Bike) befanden. Neun Kilometer vor dem Ziel attackierte Waerenskjold – ihm konnten Narvaez und Sheehan folgen.
Mayrhofer versuchte allein den Anschluss herzustellen, doch er schaffte es nicht ganz. Auch Milan probierte es als Solist, wurde aber bald vom Pulk gestellt. Sheehan eröffnete den Sprint der drei verbliebenen Ausreißer und sah bereits wie der Sieger aus – doch dann blickte er sich um, jubelte zu früh und Narvaez schob sich noch an ihm vorbei. Waerenskjold rollte mit einer Radlänge Abstand als Dritter über den Zielstrich. Mayrhofer rettete sich als Vierter mit acht Sekunden Rückstand ins Ziel. Milan gewann den Sprint der Verfolger aus dem Feld heraus.
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