Tour-Entdeckung Lipowitz in Essen gefeiert

Waerenskjold gewinnt Hundertstelkrimi der Deutschland Tour

Von Marc Zeiringer

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Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility) hat den Prolog der Deutschland Tour gewonnen. | Foto: Cor Vos

20.08.2025  |  (rsn) - Der erste Mann im Blauen Trikot der Deutschland Tour 2025 heißt Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility). Der norwegische Sprintstar setzte sich im 3,1 Kilometer langen Prolog rund um das Essener Weltkulturerbe Zeche Zollverein knapp vor Samuel Watson (Ineos Grenadiers) und Marco Haller (Tudor) durch. Gerade einmal 52 Hundertstel trennten den Norweger und den Briten am Ende des Prologs. Haller lag 1,79 Sekunden zurück.

Waerenskjold errang mit diesem Triumph bereits seinen vierten Saisonsieg. Er hatte bereits eine Etappe der Dänemark-Rundfahrt (2.Pro), einen Abschnitt des Etoile de Besseges (2.1) sowie den Omloop Het Nieuwsblad (1.UWT) gewonnen. “Etwas überrascht bin ich schon. Das letzte Mal, dass ich an einem Prolog teilgenommen habe, war bei der Tour de l’Avenir vor drei Jahren. Daher war ich vor dem Rennen etwas aufgeregt und sogar ein bisschen nervös. Ich wollte einfach Vollgas geben – und es hat geklappt“, erklärte der 25-Jährige im Flash-Interview.

Hinter den Top Drei platzierten sich Laurence Pithie (Red Bull – Bora – hansgrohe/ +2,24) und Mitfavorit Wout van Aert (Visma – Lease a Bike/+2,35), der erstmals bei einer Deutschland Tour dabei ist, auf den Plätzen vier und fünf. Der Vorjahressieger des Prologs und dreifache Etappengewinner Jonathan Milan (Lidl – Trek) kam mit 5,38 Sekunden Rückstand nicht über den 15. Platz hinaus. Als bester Deutscher klassierte sich Marius Mayrhofer (Tudor / + 5,34) unmittelbar vor dem Italiener. Nils Politt (UAE – Emirates – XRG / +5,49) und Jannik Steimle (Q36.5 / +6,08) errangen mit den Plätzen 16 und 17 zwei weitere Top-20-Plätze für deutsche Athleten. Der Tour de France-Gesamtdritte Florian Lipowitz wurde von den vielen Tausend Zuschauern entlang der Strecke gefeiert. Mit 9,13 Sekunden Rückstand belegte der neue Red-Bull-Star, der direkt aus dem Urlaub kam, Platz 31.

So lief der Prolog der Deutschland Tour:

Der 39-jährige deutsche Routinier Roger Kluge (Rembe – rad-net) eröffnete die Deutschland Tour 2025. Lange hatte er die Bestzeit jedoch nicht inne, da viele starke Fahrer sehr frühe Startzeiten hatten. Zunächst setzte sich der Gesamtsieger von 2023, Ilan Van Wilder (Soudal – Quick-Step) an die Spitze, doch Simone Consonni (Lidl – Trek) war wenig später 16 Hundertstel schneller. Bereits zu diesem Zeitpunkt war klar, dass es eine sehr enge Angelegenheit werden würde.

Im weiteren Rennverlauf prägte das Team Tudor diesen Prolog. Der Niederländer Maikel Zijlaard fuhr als erster Fahrer einen Schnitt von über 50 km/h auf dem 3,1 Kilometer langen Kurs und saß danach etwas länger auf dem Hot Seat. Sein österreichischer Teamkollege Marco Haller war aber nochmals schneller und setzte mit einer Zeit von 3:33,59 eine neue Duftmarke.

Das Streckenprofil der Prolog der Deutschland Tour | Foto: Veranstalter

Es dauerte etwas länger, bis wieder jemand knapp an diese Zeit herankam. Hallers Teamkollege Marius Mayrhofer fuhr mit weniger als vier Sekunden Rückstand auf Zwischenrang sieben. Kurz danach zeigte ein weiterer Deutscher auf. Der Gesamtsieger des Jahres 2021, Nils Politt (UAE – Emirates – XRG), verlor nur 3,7 Sekunden und setzte sich auf den achten Rang. Bevor die letzten 30 Fahrer ins Rennen gingen, musste Haller das erste Mal so richtig schwitzen. Der Neuseeländer Pithie positionierte sich mit nur 45 Hundertstel Rückstand auf dem zweiten Rang.

Zwanzig Fahrer vor Schluss war es dann so weit: Haller musste den Platz auf dem Hot Seat an Waerenskjold abgeben. Er war mit einer Zeit von 3:31,80 nochmals 1,79 Sekunden schneller. Aber auch der Norweger musste noch um seinen Sieg zittern. Denn der Prologsieger der Tour de Romandie (2.UWT), Watson, fuhr mit nur 52 Hundertstel Rückstand auf Platz zwei. Damit war der stärkste Konkurrent aber geschlagen, denn Van Aert und Jonathan Milan (Lidl – Trek) kamen als Fünfter und 15. nicht mehr an die Zeit von Waerenskjold heran.

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