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18.11.2019 | (rsn) – Immer mehr Radprofis nutzen die sozialen Netzwerke wie Facebook, Instagram oder Twitter, um mit ihren Fans zu kommunizieren. Heraus sticht dabei Rick Zabel (Katusha – Alpecin), der unter dem Namen Ricks WorldTour einen Video-Blog betrieb und neben seinen Aktivitäten auf Instagram mittlerweile auch in einem eigenen Podcast namens Plan Z den Radsport beleuchtet.
“Bei mir liegt der berufliche Fokus definitiv auf dem professionellen Radfahren. Aber ich bin ein Mensch, der auch nach links und rechts schaut und sich nicht nur auf sein Leben als Radprofi konzentriert. Das wäre dann auch ein bisschen langweilig“, erklärte Zabel im Gespräch mit radsport-news.com.
Die Gründe für seine Social-Media-Projekte sind mannigfaltig. “Ich bin es durch meinen Namen schon mein Leben lang gewöhnt, mehr in der Öffentlichkeit zu stehen als andere Radprofis. Diese Aufgabe habe ich mittlerweile angenommen“, meinte der Sohn von Erik Zabel, sechsmaliger Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France. Sein großes Ziel sei es, “den Radsport etwas nahbarer zu machen“. Zudem sei etwa der Podcast ein “schöner Ausgleich.“
Weil er feststellte, dass “Vloggen nicht so meins ist und es auch sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat“, stellte er “Ricks WorldTour“ nach etwa einem halben Jahr wieder ein. Der Podcast gibt ihm dagegen das Gefühl, das richtige Medium gefunden zu haben. “Das ist mein Baby, es macht richtig Bock“, sagte Zabel, der im kommenden Jahr für die Israel Cycling Academy an den Start gehen wird.
Die Idee zu “Plan Z“ sei durch seine Auftritte im “Besenwagen-Podast“ entstanden, der unter anderem von den Ex-Profis Andreas Stauff und Paul Voß betrieben wird. “Da habe ich gemerkt, dass mir so etwas Spaß macht. Man kann als Aktiver natürlich auch nicht alles sagen, sonst tritt man vielleicht einigen Leuten auf die Füße und verschließt sich dadurch Türen. Das soll natürlich nicht passieren“, meinte der 25-Jährige. “Es ist definitiv ein Versuch, eine Stimme des deutschen Radsports zu sein. Das soll nicht großspurig rüberkommen, aber ich versuche schon Haltung zu zeigen, meine Meinung zu sagen und ich glaube, da ist ein Podcast ein super Medium dazu. Und ich bin der einzige aktive deutsche Radprofi, der einen solchen Podcast hat und habe da auch eine Nische gesehen“, betonte er.
"Der Radsport ist mein Job, der Podcast ist einfach Spaß"
Mit seinen Mannschaften spreche er den Inhalt der Beiträge nicht ab. “Ich versuche immer, die Wahrheit zu sagen. Aber natürlich werde ich keine Interna ausplaudern oder über Dinge sprechen, die das Team oder mich in ein schlechtes Licht rücken würden. So professionell bin ich schon“, stellte der Kölner klar.
Auch der Arbeitsaufwand für Instagram und den Podcast halte sich in Grenzen. Die Fotos und Videos auf Instagram entstehen spontan. “Ich habe eigentlich immer eine Kamera dabei, halte gerne mal an und mache dann ein Foto oder kurzes Video, das ich dann hochlade. Und als Radprofi liegt man auch viel im Hotel rum, muss sich die Zeit vertreiben. Ob ich dann auf Netflix eine Serie schaue oder an meinem Social Media Auftritt arbeite, ein Posting erstelle – das ist für mich kein großer Unterschied“, erläuterte Zabel.
Etwas mehr Zeit nimmt der Podcast in Anspruch. Etwa drei Stunden pro Folge benötigt Zabel für die Recherche, die Aufnahme und schließlich das Hochladen. Abgesehen von der technischen Unterstützung von Fabian Zavotnik handelt es sich um ein “Ein-Mann-Projekt“. Einen festen Erscheinungszeitpunkt gibt es nicht. Der Podcast soll dann erscheinen, wenn Zabel Lust und Zeit für einen neuen Beitrag hat. “Der Radsport ist mein Job, dem ordne ich alles unter, aber der Podcast ist einfach Spaß. Wenn es sich realisieren lässt wie im Moment, dann haue ich einige Folgen raus. Aber ich habe keinen Druck, regelmäßig etwas veröffentlichen zu müssen“, betonte er.
"Es gab noch keinen einzigen Hater-Kommentar"
Neben der intrinsischen Motivation, der Spaß an der Freude, gibt Zabel auch das positive Feedback Antrieb, “beim Podcast am Ball zu bleiben“. Denn die Rückmeldungen, auch von den Kollegen, seien durchweg positiv. “Es gab noch keinen einzigen Hater-Kommentar, was wirklich ungewöhnlich ist. Ich habe auf noch nichts in meiner Karriere so viel und so gutes Feedback bekommen. Der kommt wirklich sehr, sehr gut an. Ein Podcast ist ein sehr intimes Medium, man nimmt sich Zeit, hört gespannt zu“, sagte er nicht ohne Stolz.
Die aktuellen Themen drehen sich hauptsächlich um radsportliche Dinge, zu den bisherigen Gesprächspartnern zählten André Greipel, Ex-Profi Ruben Zepuntke, Fahrerberater Ken Sommer und auch Vater Erik. Perspektivisch kann sich Zabel aber auch eine Erweiterung auf andere Sportarten oder sogar gesellschaftliche Themen vorstellen. “Vielleicht lade ich auch mal einen Fußballer, Handballspieler oder auch einen Politiker ein. Wer Lust hat, der darf sich gerne bei mir melden“, schickte er gleich einen Aufruf hinterher.
Auch wenn das Karriereende noch weit entfernt ist – "fünf bis zehn Jahre will ich mindestens noch fahren“ -, kann sich Zabel vorstellen, mit seinem Podcast und anderen Aktivitäten ein zweites Standbein zu schaffen. “Ich habe dieses Jahr gesehen, wie schnell es aus verschiedensten Gründen wie etwa Verletzungen auch mit der Karriere vorbei sein kann. Da ist es gut, etwas in der Hinterhand zu haben. Und ich denke, da ist Social Media ein guter Weg, um im Gespräch zu bleiben, eine Community zu kreieren, Fans zu haben“, meinte Zabel, der aber auch klarstellte. “Konkrete langfristige Pläne außerhalb des Radsports gibt es noch nicht.“
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