Terminkollision bedeutet schwaches Starterfeld

Kalifornien-Rundfahrt der Frauen schneidet sich ins eigene Fleisch

Von Felix Mattis

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Ohne Titelverteidigerin Anna van der Breggen (Grünes Trikot) und ihr Boels-Dolmans-Team werden US-Teams wie der blaue UnitedHealthcare-Zug das Bild bei der Kalifornien-Rundfahrt wohl wieder prägen. | Foto: Cor Vos

06.04.2018  |  (rsn) - Noch vor zwei Jahren sah das Konzept der Amgen Tour of California für ihr Frauenrennen rosig aus: Das Organisationsteam von AEG stellte vier Etappen auf die Beine, die allesamt am selben Tag dasselbe Ziel hatten, wie Teilstücke der gleichnamigen Männer-Rundfahrt. Mit diesem Konzept ließ man die Frauen vor größerem Publikum fahren und verdiente sich einen Platz in der neu gegründeten UCI Women's WorldTour. 24 Monate später aber droht das Frauenrennen im Sonnenstaat an der Pazifikküste nun zu bröckeln.

Im kommenden Mai werden nur noch 15 Teams am Start stehen, darunter lediglich vier aus den aktuellen Top 15 der Weltrangliste: Sunweb (3.), Canyon-SRAM (4.), Wiggle-High5 (7.) und Astana (14.). Hinzu kommen mit Trek-Drops (16.) und BePink (18.) noch zwei europäische Teams, der Rest kommt aus den USA oder Mexiko: UnitedHealthcare (17.), Tibco-SVB (21.), Illuminate (23.), Rally Cycling (25.), Twenty20 p/b Sho Air (31.), Swapit Agolico (34.) und Hagens Berman Supermint (36.) sowie eine mexikanische und eine US-amerikanische Nationalmannschaft.

Titelverteidigerin Anna van der Breggen und ihr Boels-Dolmans-Team fehlen, obwohl mit Specialized einer der wichtigsten Sponsoren des Rennstalls in Kalifornien sitzt. Und auch das in den USA lizenzierte Team Cylance Pro Cycling, Neunter der Weltrangliste, wird nicht vertreten sein.

Der Grund ist simpel: Am Tag der Schlussetappe in Sacramento beginnt auf der anderen Seite des Atlantiks im baskischen Legazpi die viertägige Rundfahrt Emakumeen Bira - ein spanisches Traditionsrennen, das bereits zum 31. Mal ausgetragen wird und 2018 erstmals zur WorldTour gehört. Ein zweigleisiges Programm können sich kaum Teams leisten, also ziehen die meisten Rennställe vier Tage im Baskenland der teuren und zeitaufwändigen Reise für lediglich drei Renntage in Kalifornien vor.

Die Kalifornien-Rundfahrt wird in diesem Jahr also zum Opfer ihrer eigenen Planungsänderungen. Denn ursprünglich war das US-Rennen eine Woche früher geplant, war mit dem Termin am Wochenende zuvor sogar bereits im zunächst veröffentlichten UCI-Kalender eingetragen - wie 2017 nicht mehr parallel zu den Männern, sondern an den Tagen vor der Männer-Rundfahrt, die diesmal am 13. Mai beginnt.

Offensichtlich war es aber nicht möglich, die dafür passenden Etappenorte zu finden. Einzig Elk Grove, South Lake Tahoe und die kalifornische Hauptstadt Sacramento scheinen gewillt, ein Frauenrennen zu veranstalten - das waren schon 2017 die einzigen Etappenorte des damals noch viertägigen Rennens. South Lake Tahoe und Sacramento sind bereits seit 2015 maßgeblich daran beteiligt, dass das Frauenrennen überhaupt stattfinden kann. Einzig 2016 wurden auch Folsom und Santa Rosa besucht.

Da aber das Männerrennen 2018 wieder von Süden nach Norden führt, am 19. Mai in Sacramento endet und vorher sowohl Elk Grove als auch South Lake Tahoe besucht, rückte das Frauenrennen kurzfristig eine Woche nach hinten und läuft nun wieder parallel zum Männerrennen in denselben Zielorten wie dessen drei letzte Etappen. Für die Aufmerksamkeit in den Etappenorten dürfte das gut sein, für das Standing des Rennens aber kaum.

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