Eder gewinnt DM-Silber vor Degenkolb

“Warum nicht?“ Meisen auch im Ruhestand bester deutscher Crosser

Von Kevin Kempf

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Marcel Meisen kehrte für die DM aus dem Ruhestand zurück und gewann. | Foto: Felix Mattis

11.01.2026  |  (rsn) - Marcel Meisen ist nach knapp einem Jahr für ein Rennen aus dem Ruhestand zurückgekehrt und hat in Bensheim seinen zehnten Deutschen Meistertitel im Cross eingefahren. In einem spannenden Triell setzte er sich in der Schlussrunde gegen Fabian Eder (Syntace) und Hannes Degenkolb (Heizomat – Cube), der Bronze gewann, durch.

“Ich habe noch ganz gut trainiert das ganze Jahr, weil ich noch immer Spaß am Radfahren habe. Ich bin aber keine Rennen gefahren – und das habe ich im Rennen auch gemerkt“, erzählte Meisen im Ziel-Interview. Mit Eder und Degenkolb formte er die meiste Zeit des Wettkampfes ein Trio, das sich kaum Ruhe gönnte. “Ich konnte nicht wirklich hohes Tempo fahren und habe schnell gemerkt, dass ich auf die letzte Runde gehen muss“, fügte er an.

“Das war schon immer meine Spezialität und das habe ich noch nicht verlernt. Zum Glück hat es dann gereicht“, so Meisen nach seinem zehnten Titel nach 2015, 2017 bis 2022 und 2024 bis 2026. Seit der WM Anfang Februar 2025 befand sich der 37-Jährige im Ruhestand. Vor der DM wurden Gerüchte laut, dass er es bei der Meisterschaft nochmal versuchen wollte, offiziell äußern wollte sich der Routinier gegenüber RSN aber nicht, da er auch nicht wusste, ob er wirklich am Start stehen würde.

Letztendlich befestigte der Stolberger tatsächlich seine Startnummer; die eins. “Ich war noch fit und dachte: ‘Warum nicht?‘ Ich wollte mal sehen, wie gut es noch geht. Die Meisterschaft war seit ich Rad fahre zum ersten Mal live im Fernsehen. Da musste wir den Zuschauern eine gute Show bieten. Und ich glaube, das ist uns gelungen“, urteilte er zufrieden.

So lief die Deutsche Meisterschaft:

Bundesliga-Gesamtsieger Luca Harter (Stevens) stürzte direkt beim Start und vergab so seine Titelchancen. Während er sich am Ende des Feldes fürchterlich ärgerte, kam Florian Hamm (Syntace) als Erster ins Gelände. Nach gut zwei Minuten übernahm Degenkolb die erste Position. Er setzte sich sogar gleich etwas ab, bekam dann aber Gesellschaft von Eder. Kurz nach der ersten Zielpassage kamen Meisen und Hamm an die Spitze heran.

Meisen unterliefen anschließend gleich mehrere technische Fehler, trotzdem konnte er den Anschluss halten. Ganz im Gegensatz zu Hamm, den es nun zu schnell ging. Vor allem Eder machte jetzt Druck, während Degenkolb einen Sturz in der dritten von acht Runden gut verdaute und seinen kleinen Rückstand wieder zufahren konnte. So erreichte das Trio die Rennmitte gemeinsam.

Im fünften Umlauf setzte sich dann Meisen plötzlich ab. An einer technischen Stelle legte er ohne Pedaltritt fünf Sekunden zwischen sich und seine Begleiter. Die taten sich schwer diese Lücke zu schließen, aber bei der nächsten Zielpassage schafften sie es. Dann übernahm Degenkolb das Kommando, doch auch seine Anstrengungen hatten keinen bleibenden Effekt auf seine beiden Konkurrenten um den Titel. Auf Platz vier hatte sich derweil Harter vorgeschoben.

In der Vorschlussrunde gab Meisen wieder Gas. Er löste sich in einer technischen Passage ein paar Meter und als Degenkolb und Eder auf einer Brücke kollidierten, fuhr der Altmeister erneut fünf Sekunden davon. Eder konnte den Rückstand mit Degenkolb am Hinterrad dieses Mal schnell schließen. Das Trio ging zusammen auf die Schlussrunde.

Degenkolb führte die Drei an und wurde an einer technischen Stelle von Meisen mit einem großartigen Manöver überholt. Auf den nächsten Metern erarbeitete er sich erneut einen minimalen Vorsprung. Bei Degenkolb war der Ofen nun plötzlich aus. Eder war der alleinige Verfolger, kam Meisen aber nicht näher. Das änderte sich nach einem kleinen technischen Fehler des Spitzenreiters. Der Verfolger kam nun immer näher und bog mit rund 10 Meter Rückstand auf die Zielgerade ein. Die war aber nicht lang genug, nach einem kurzen Antritt konnte Meisen die Arme jubelnd in die Höhe reißen.

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