Belgier feiert seinen 21. Etappensieg

Boonen bringt die Katar-Rundfahrt wieder Glück

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Tom Boonen (Omega Pharma-Quick-Step) gewinnt die 2. Etappe der 13. Katar-Rundfahrt | Foto: Cor Vos

10.02.2014  |  (rsn) – Nach einem enttäuschenden Jahr mit diversen Verletzungen und nur einem Sieg scheint Tom Boonen (Omega Pharma-Quick-Step) wieder in die Erfolgsspur zurück gefunden zu haben. Der Belgier gewann am Montag bei der Katar-Rundfahrt, einem seiner erklärten Lieblingsrennen, die 2. Etappe über 160,5 Kilometer von der Kamelrennbahn zum Al Khor Corniche und verbuchte damit seinen insgesamt 21. Tagessieg in dem Emirat am Persischen Golf.

Nur 24 Stunden, nachdem sein Teamkollege Niki Terpstra den Auftakt der 13. Auflage der Tour of Qatar für sich entschieden hatte, verwies Boonen nach einer erneut beeindruckenden Vorstellung seiner gesamten Mannschaft im Sprint einer kleineren Spitzengruppe den Dänischen Meister Michael Morkov (Tinkoff Saxo) und seinen Landsmann Jurgen Roelandts (Lotto Belisol) auf die Plätze. Nur acht Fahrer kamen zeitgleich ins Ziel, bester Deutscher war Roelandts Teamkollege Marcel Sieberg, der als letzter Fahrer wie der Etappengewinner gewertet wurde.

„Ich bin total glücklich über dieses Resultat, vor allem nach einer solch harten Etappe wie der heutigen”, freute sich der 33-jährige Boonen über seinen ersten Saisonsieg und fügte an: „Dieses Rennen bringt mir immer Glück.“ Viel fehlte allerdings nicht, und der vierfache Gesamtsieger hätte zumindest heute wohl anders geurteilt. Denn rund fünf Kilometer vor dem Ziel fuhr Boonen durch ein Schlagloch, wodurch nicht nur ein Sattel um mehrere Zentimeter nach unten rutschte, sondern auch Speichen an seinem Rad brachen.

„Ich hatte viel Glück, dass ich nicht stürzte oder einen Plattfuß bekam. Aber zu dem Zeitpunkt war nicht mehr daran zu denken, das Rad zu wechseln“, kommentierte er das Malheur, das letztlich folgenlos blieb.

So aber konnte Omega Pharma-Quick-Step ein rundherum positives Fazit der Etappe ziehen. Terpstra verteidigte als Siebter sein Gelbes Führungstrikot und geht mit fünf Sekunden Vorsprung auf Morkov und 14 auf Boonen in das morgige 10,9 Kilometer lange Zeitfahren, in dem er als ausgewiesener Spezialist seinen Vorsprung wohl wieder ausbauen dürfte.

Zweiter Gewinner des Tages war Tinkoff-Saxo, das mit fünf Fahrern das zweitgrößte Kontingent in der Spitzengruppe stellte. „Die Jungs haben erstklassiges Teamwork abgeliefert“, urteilte der Sportliche Leiter Lars Michaelsen, nachdem mit Morkov, Matti Breschel (5.) und Karsten Kroon (10.) drei seiner Fahrer in den Top Ten gelandet waren.

Dagegen musste das BMC-Team, das sich gestern noch so stark präsentierte, diesmal eine Pleite verkraften, schaffte doch keiner der Fahrer in Rot-Schwarz den Sprung in die entscheidende Gruppe. Bester war noch der Schweizer Meister Michael Schär, der 48 Sekunden hinter Boonen in einer ersten größeren Gruppe – gemeinsam unter anderem mit Andrè Greipel (Lotto Belisol) und Rüdiger Selig (Katusha) - auf Position 27 ins Ziel kam, damit seinen aussichtsreichen dritten Platz im Gesamtklassement allerdings verlor.

„Am zweiten Zwischensprint des Tages waren wir nur noch fünf Sekunden hinter der ersten Gruppe und ich dachte, wir würden die Lücke schließen können. Aber irgendwie haben wir es nicht hingekriegt, uns richtig zu organisieren“, fasste Schär das für ihn und sein Team unerfreuliche Geschehen zusammen. Ebenso unglücklich war der Tag für seinen Landsmann Martin Elmiger (IAM) verlaufen. Der Schweizer wurde in einer rennentscheidenden Phase von einem anderen Fahrer zum Rad geholt und verpasste so den Sprung nach vorne, was gleichbedeutend mit dem Verlust seines vierten Gesamtrangs war.

Bei erneut böigem Wind dominierte Omega Pharma-Quick-Step das Rennen und die Konkurrenz fast nach Belieben. Am ersten Zwischensprint des Tages nach 34 Kilometern heimste Terpstra als Zweiter hinter seinem Teamkollegen Nikolas Maes noch zwei Bonussekunden ein.

Als 50 Kilometer vor dem Ziel einer von zahlreichen Stürzen zu einer Teilung des Feldes führte, waren Boonen, Terpstra und alle ihre Helfer in der ersten, 23 Fahrer starken Gruppe dabei, die schließlich die Etappe unter sich ausmachen sollte.

Zu den acht Omega-Profis gesellten sich noch die fünf Saxo-Tinkoff-Fahrer Morkov, Daniele Bennati, Chris Juul Jensen, Matti Breschel und Karsten Kroon, das Sky-Trio Bernhard Eisel, Luke Rowe und Ian Stannard, Sieberg und Roelandts, Robert Wagner und Lars Boom (beide Belkin), Yaroslav Popovych (Trek), Jacopo Guarnieri (Astana) und Aidis Kruopis (Orica-GreenEdge).

Die Gruppe sammelte schnell Gatis Sumukulis (Katusha) ein, der sich nach 90 Kilometern aus dem Feld davon gemacht hatte und profitierte in der Folge vom Chaos im Hauptfeld, wo hektische Betriebsamkeit ausbrach, was zu einer erneuten Teilung führte. In der nun dritten Gruppe war auch Fabian Cancellara (Trek) dabei, der ebenso wie Marcus Burghardt (BMC) oder Robert Fröster (UnitedHealthcare) Bekanntschaft mit dem Asphalt gemacht hatte.

Trotzdem blieb es ein Sekundenpoker, denn gut 20 Kilometer vor dem Ziel betrug der Abstand zwischen Spitze und erstem Feld gerade mal 30 Sekunden. Da Boonen und Terpstra ihr gesamtes Team zur Tempojagd einsetzen konnten, wurde der Vorsprung allerdings auch nicht geringer und rund fünf Kilometer vor dem Ziel deutete sich an, dass es wieder nicht zu einem Massensprint kommen würde.

Auf den letzten beiden Kilometern versuchte es das Belkin-Duo Wagner/Boom mit einem Überraschungsangriff, den Omega Pharma-Quick-Sep aber problemlos parierte. Boom wurde auf dem Schlusskilometer gestellt, woraufhin Sieberg das Finale eröffnete und seinem Teamkollegen Roelandts den Sprint anzog. Der frühere Belgische Meister blieb an diesem Tag aber chancenlos gegen Boonen, der sich ganz souverän und unbeeindruckt von seinem späten Defekt, den Sieg holte, während Terpstra seine Gesamtführung und die Spitzenposition in der Punktewertung behielt.

„Morgen kommt das Zeitfahren, mal schauen, was da geht“, meinte Boonen. „Niki führt und natürlich wäre es schön, wenn wir dann neben ihm noch einen weiteren Fahrer aus unserem Team in den Top Five hätten. Denn in dem Fall könnten wir auf den danach folgenden Etappen taktisch fahren“, richtete der Etappengewinner schon den Blick auf die zweite Wochenhälfte.

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