Gefährliche Situationen wegen der Zuschauermassen

Horner: "Noch niemals so viel Angst wie heute"

Foto zu dem Text "Horner:
Menschenmassen an der Rennstrecke| Foto: ROTH

29.07.2012  |  London (dapd/rsn) - Angesichts der großen Begeisterung beim olympischen Straßenradrennen hatte Deutschlands Topsprinter André Greipel mit Problemen besonderer Art zu kämpfen. "Es gab nicht einen einzigen Punkt an der Strecke, wo man in Ruhe pinkeln konnte", sagte Greipel nach der "Stadtrundfahrt" über 250 Kilometer quer durch London.

Weit mehr als eine Million Zuschauer hatten das Spektakel an der Strecke verfolgt, teilweise standen die Fans in 20er-Reihen hinter den Balustraden. "Das war Wahnsinn. So etwas habe ich noch nie erlebt. Mit diesen Massen kann die Tour nicht mithalten", sagte Greipel. Seit Tagen hatte ganz Großbritannien dem Rennen entgegen gefiebert, zumal nach dem ersten britischen Toursieg durch Bradley Wiggins vor einer Woche eine riesengroße Radsport-Euphorie entstanden war.

"Das war eine unglaubliche Unterstützung. Ich bin stolz, ein Brite zu sein", sagte Weltmeister Mark Cavendish, dessen Traum von der Goldmedaille aber nicht in Erfüllung gegangen war.

Allerdings war der Andrang der Menschen an der teilweise engen Strecke so groß, dass es zu einigen gefährlichen Situationen kam - wenn es auch nur zwei Unfälle gab. Den ersten unter Beteiligung einer Fotografin und dann kurz vor dem Ziel den Sturz des Schweizer Fabian Cancellara, der allerdings auf einen Fahrfehler zurückzuführen war. Trotzdem gab es doch mehr brenzlige Momente, als im Fernsehen zu beobachten waren.

Der Australier Michael Rogers etwa vermisste ein bessere Kontrolle der Zuschauermassen an der Rennstrecke. „Niemand hat soviel Menschen an der Strecke erwartet. Teilweise standen die Leute mitten auf der Straße und haben fotografiert. Das hätte man besser regeln müsse. Auf der anderen Seite habe ich noch niemals so viele Menschen bei einem Radrennen gesehen“, sagte Rogers beeindruckt.

Der US-Amerikaner Chris Horner bemängelte die Verkehrsführung auf der Strecke, die wie in England üblich links herum führt. „Ich bin fast fünf mal gestorben vor Schreck. Ich musste zum Mechaniker, da meine Kurbel gebrochen war. Als ich dann zurück in das Rennen fuhr mit Tempo 80 km/, wollte ich an zwei Teamfahrzeugen vorbei, die links und rechts der Strecke waren. Als ich durchfuhr, öffnete ein Mechaniker auf der Straßenseite die Tür. Es haben nur ein paar Zentimeter gefehlt und ich wäre in sie rein geknallt“, sagte der 40-jährige Horner und fügte an: „Ich war bei vielen Regenrennen, doch ich hatte noch niemals so viel Angst wie heute. Aber natürlich, es ist Olympia und es war ein riesiges Erlebnis. Die Zuschauer waren unglaublich.“

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