Fuentes bestreitet alle Vorwürfe

Liberty will weitermachen - mit Saiz

Von Christoph Adamietz

26.05.2006  |  Nach dem Rückzug des Hauptsponsors setzt man bei Liberty Seguros auf das Prinzip Hoffnung. Sanischen Presseberichten zufolge soll die Mannschaft die Saison trotz des Rückzugs des Hauptgeldgebers zu Ende fahren – wenn es nach dem Team ginge, sogar mit Manolo Saiz in führender Position.

Nach seiner Freilassung am Mittwoch besprach Saiz mit Pablo Antón, dem Mitbesitzer des Teams, das weitere Vorgehen. Man verständigte sich darauf, auf jeden Fall bis zum Ende des Jahres weiter zu machen. Als alleiniger Sponsor soll nun der bisherige Co-Sponsor Würth fungieren. Die Entscheidung darüber wird bei dem Unternehmen aus Künzelsau allerdings nicht vor Montag fallen. Der auf zehn Millionen Euro geschätzte Etatt des Teams wurde zu rund 70 Prozentsteuerte vom amerikanischen Versicherungskonzern Liberty finanziert. Die 52 Angestellten, darunter 29 Fahrer, müssen im mindesten Fall eine Gehaltskürzung in Kauf nehmen. Ob man alle Beteiligen weiterbeschäftigen kann, bleibt fraglich.

Neben Antón, der gegenüber Europa Press den Fortbestand des Teams bestätigte, gab sich auch Pressesprecher Jacinto Vidarte optimistisch: ,,Die Zukunft des Teams ist bis Ende des Jahres auf jeden Fall gesichert, trotz des Verlustes unseres Hauptsponsors.“

Die Fahrer zeigten sich dagegen skeptischer. ,, Ich habe keine Ahnung, was da im Moment vor sich geht“, sagte der momentan beim Giro fahrende Holländer Koen De Kort. „Wir bekommen recht wenig Informationen. Ich weiß nur, dass das Team weiterhin bestehen soll. Ich habe einen Vertrag mit einer Firma namens Active Bay und nicht direkt mit dem Sponsor. Was mit mir und den restlichen Fahrern passieren wird, muss man aber abwarten.“

Ob Manolo Saiz tatsächlich dem Team erhalten bleiben wird, ist fraglich und hängt davon ab, wie sich der Fall entwickelt. In den nächsten Tagen wird der Teammanager noch einmal verhört werden. Sollte ihm eine Verwicklung in die Dopingaffäre nachgewiesen werden können, muss der eigenwillige Liberty-Boss mit drastischen Maßnahmen für sich und sein Team rechnen. Neben einer zweijährigen persönlichen Sperre droht dann auch der Verlust der ProTour-Lizenz. Der Startplatz bei der Tour de France würde damit automatisch verloren gehen.

Der im MIttelpunkt des Skandals stehende Teamarzt Eufemio Fuentes streitet derweil sämtliche Vorwürfe ab. Für die bei ihm gefundenen Dopingmittel, 200 Blutpakete und Maschinen zur Bluttransformation hat der umstrittene Mediziner eine eigenwillige Erklärung. So sei das Blut für private Analysen gedacht gewesen; es handele sich um altes Blut, dass man wegschmeißen könne. Auch die anderen Medikamente erklärte er für alt und unbrauchbar. Zu den Beweisen wie Telefonüberwachung, Fotos oder Videos, die gegenteilige Schlussfolgerungen nahe legen, schwieg Fuentes. Auch das Zweitdivisionsteam Communidad Valenciana Team ist in Person des zweiten Sportdirektors José Ignacia Labarta in die Affäre verwickelt. Deshalb wurde Labarta von Teammanager Vicente Belda suspendiert, bis die Verhöre abgeschlossen sind. Darüber hinaus bleiben die Spanier gelassen und wollen das Ende der Ermittlungen abwarten. Die Fahnder dürften sich besonders für die Verbindungen des Rennstalls zu Fuentes interessieren. Der war nämlich Teamarzt beim Vorgängerteam Kelme. Damals geriet er im Zusammenhang mit dem Dopinggeständnis des Kelme-Fahrers Jesus Manzano in Verdacht, bestritt aber alle Vorwürfe und wurde aus Mangel an Beweisen freigelassen. Nach einer Meldung der französischen Zeitung L’Equipe ist derzeit Fuentes Schwester Yolanda Teamärztin bei Communidad Valenciana. Trotz aller nach außen zur Schau getragenen Gelassenheit dürfte aber auch im Team von Vicente Belda das große Zittern begonnen haben. Comunidad Valenciana besitzt eine Wildcard für die Tour de France. Die scheint jetzt in Gefahr.

Quelle: cyclingnews.com

Mehr Informationen zu diesem Thema

18.03.2007Beloki plant sein Comeback

(Ra) - Joseba Beloki, dessen Name auch im Zusammenhang mit der Operacion Puerto fiel und der vor einigen Wochen seinen Rücktritt vom Profiradsport erklärt hatte, scheint seine Meinung geändert zu h

05.03.2007Jörg Jaksches Rücktritt steht bevor

Kitzbühel (dpa) - Der in die Doping-Affäre Fuentes verstrickte Radprofi Jörg Jaksche steht vor dem Karriereende: «Ich habe wenig Hoffnung, dass mir noch etwas anderes übrig bleibt, als aufzuhöre

09.02.2007Scharping erklärt Ullrich zur "Persona non grata"

(sid) - Die Ampeln beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR) stehen für Jan Ullrich auf Rot. Verbands-Präsident Rudolf Scharping schließt ein Comeback des ehemaligen Toursiegers im deutschen

01.02.2007Volksbank wird Jaksche nicht verpflichten

(Ra) – Das österreichische Team Volksbank hat trotz einer grundsätzlichen Einigung seine Bemühungen um eine Verpflichtung von Jörg Jaksche eingestellt. Wie der ProContinental-Rennstall heute me

30.01.2007Basso: Prudhomme lässt sich alle Optionen offen

(Ra) – Tour-Direktor Christian Prudhomme lässt sich im Hinblick auf einen möglichen Start von Ivan Bassos bei der Tour de France weiterhin nicht in die Karten schauen. Prudhomme hält sich derzeit

24.01.2007Voigt setzt auf Kontrollen und das Prinzip Hoffnung

Berlin (dpa/Ra) - Jens Voigt rechnet kaum mit einer baldigen Rückkehr Jan Ullrichs in den Rennsattel. „Das wird sicher schwer für Uli. Er hat keine Lizenz, kein Team und - so weit ich weiß - zwei

15.01.2007Fahrer-Vereinigung klagt in Spanien gegen Ethik-Code

(Ra) Die Vereinigung der Radprofis CPA klagt vor dem Spanischen Obersten Gericht gegen den von den ProTourTeams verabschiedeten Ethik-Code. Nach einer Meldung des Internetportals cyclingnews.com hat d

12.01.2007Discovery: ProTour-Teams sind gespalten

Brüssel/Cala d`Or (dpa) - Das Grüne Licht für Discovery-Channel durch die Vereinigung der Elite-Radsport-Teams wird vielerorts als Rückschritt im Anti-Doping-Kampf gewertet.Der unter schwersten Im

07.01.2007Anti-Doping-Kampf: McQuaid lobt deutsche Teams

Berlin (dpa) - UCI-Präsident Pat McQuaid zählt Deutschland, Dänemark und Großbritannien zu den Vorreitern im Anti-Doping-Kampf im Radsport. «Die deutschen Teams verhalten sich vorbildlich», sagt

01.01.2007Ullrich und Basso warten auf Entscheidungen

Berlin/Mailand (dpa/Ra) - Im Januar könnte sich das sportliche Schicksal Jan Ullrichs entscheiden. Der zuständige Justiziar des Schweizer Verbandes, Bernhard Welten, hatte mehrfach seine Absicht ang

31.12.2006Zabel: So geht es nicht weiter

Berlin/Mailand (dpa) - Erik Zabel hat sich am Silvestertag in einem interview mit der italienischen Sportzeitung «La Gazzetta dello Sport» für DNA-Tests im Radsport ausgesprochen.«Mit DNA-Tests hÃ

21.12.2006Doping: Bartko fordert Bestrafung der Hintermänner

Reutlingen (dpa) - Bahnrad-Weltmeister Robert Bartko sieht bei der Bewältigung der Doping-Krise den Gesetzgeber in der Pflicht. «Mich stört, dass nur der Athlet der große Buhmann ist, aber für di

Weitere Radsportnachrichten

19.01.2026Tudor Down Under: Ohne große Erwartungen, aber mit Lust auf Australien

(rsn) – Für das Tudor Pro Cycling Team beginnt die Saison 2026 so früh, wie bisher noch keine in der jungen Geschichte des Schweizer Rennstalls: Erstmals ist eine Delegation der Mannschaft nach Au

19.01.2026Wüsten-Rundfahrt bestätigt Evenepoel-Start und stellt Strecke vor

(rsn) – Im Zuge ihrer Streckenvorstellung hat die UAE Tour (2.UWT, 16. bis 22. Februar) auch die Teilnahme von Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) an der zweiten WorldTour-Rundfahrt de

19.01.2026Czapla nach Down-Under-Nachwuchstrikot mit viel Selbstbewusstsein

(rsn) – Nachdem sie das Trikot gleich am ersten Tag erobert hatte, wollte sie es unbedingt verteidigen. Und nach drei Etappen Tour Down Under lässt sich sagen: Mission erfolgreich abgeschlossen. Ju

19.01.2026German Cycling benennt EM-Aufgebot für Konya

(rsn) - German Cycling hat sein Aufgebot für die kommenden Bahn-Europameisterschaften vom 1. bis 5. Februar bekanntgegeben. Bei den 2026er Titelkämpfen, die erstmals im türkischen Konya ausgetragen

19.01.2026WorldTour-Auftakt Down Under mit vielen Namen, aber ohne klaren Favoriten

(rsn) – Die Tour Down Under (2.UWT) war schon immer ein Sekundenspiel. Selten lagen mehr als 20 davon zwischen ihrem Sieger und dem Zweitplatzierten, häufig deutlich weniger. Und ähnlich oft waren

19.01.2026Tour Down Under: Rückblick auf die letzten zehn Jahre

(rsn) - Die Tour Down Under bildet Ende Januar traditionell den Start in die WorldTour-Saison. Die 26. Austragung der Rundfahrt durch den Bundesstaat South Australia startet am 20. Januar und führt Ã

19.01.2026Erstes Radrennen in Indien seit 2013

(rsn) - Mit der morgen beginnenden Pune Grand Tour (2.2) wird erstmals seit 2013 wieder ein UCI-Rennen in Indien durchgeführt. Für das bevölkerungsreichste Land der Welt mit mehr als 1,4 Milliarden

19.01.2026Reusser und Lippert als klare Leader, Ferguson und Ostiz für die Zukunft

(rsn) – Zwei Jahre nach dem Karriereende von Annemiek van Vleuten darf man die Neuaufstellung beim Frauenteam des spanischen Traditionsrennstalls als geglückt bezeichnen: Aus der Mannschaft, die ja

19.01.2026Rüegg bezwingt UAE im 1-gegen-3 und gewinnt Tour Down Under

(rsn) – Noemi Rüegg (EF Education – Oatly) hat die Schlussetappe der Tour Down Under Women (2.WWT) in Campbelltown gewonnen und sich damit zum zweiten Mal in Folge auch den Gesamtsieg bei der ers

18.01.2026Van der Poel hat den Omloop im Hinterkopf

(rsn) – Möglicherweise wird Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) zum openingsweekend am 28. Februar sein Debüt beim Omloop Nieuwsblad geben. “Ich habe es im Hinterkopf, aber noch nich

18.01.2026Highlight-Video des Cross-Weltcups von Benidorm

(rsn) – Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) ist auch beim Weltcup in Benidorm in einer eigenen Liga unterwegs. Der siebenmalige Cross-Weltmeister setzte sich in Spanien früh von seinen

18.01.2026Van der Poel mit zwei Fingern in der Nase und einem Rad in der Luft

(rsn) – Vor zwei Jahren kassierte Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) beim Weltcup in Benidorm seine letzte Niederlage, am Sonntag ließ er in der spanischen Sonne nichts anbrennen. Der