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02.04.2020 | (rsn) - Christian Prudhomme wird wohl den Wünschen der meisten Bürgermeister aus den Etappenorten der geplanten Tour de France-Strecke nachkommen und sich gegen den Vorschlag von Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu entscheiden. Wie der Tour-Boss am Mittwoch gegenüber sports-auvergne.fr erklärte, wird die Tour de France "nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden".
Maracineanu hatte in der vergangenen Woche den Gedanke geäußert, man könne die Frankreich-Rundfahrt als wichtiges Kulturgut des Landes im Juli möglicherweise durchführen, wenn keine Zuschauer in die Start- und Zielorte gelassen werden. Die Bürgermeister vieler Etappenorte meldeten sich daraufhin aber zu Wort und erklärten, dass das für sie keine Option sei, weil all die Organisation um einen Tour de France-Besuch mit all seinen Kosten für die Gemeinden nur lohnenswert sei, wenn auch Menschen kämen, die ihr Geld im Ort ausgeben würden.
Prudhomme versicherte nun im Telefonat mit Sports Auvergne, dass bis jetzt der Plan sei, die Frankreich-Rundfahrt wie ursprünglich anvisiert vom 27. Juni bis 19. Juli durchzuführen. Er fügte jedoch hinzu: "Das hängt natürlich von der Entwicklung der Pandemie ab. In 'Tour de France' ist 'France' das wichtigste Wort. Es kommt auf die gesundheitliche Situation im Land an. Ich wünsche mir, dass die Tour de France im Sommer stattfindet, aber dabei geht es mir nicht in erster Linie um die Tour de France, sondern: Wenn die Tour de France nicht stattfindet, würde das bedeuten, dass sich das Land in einer katastrophalen Situation befindet", so der 59-Jährige.
Tour de France an geplantem Termin kaum vorstellbar
Dass die Tour de France tatsächlich am 27. Juni in Nizza beginnt, scheint inzwischen aber zunehmend unwahrscheinlicher. UCI-Vizepräsident Renato Di Rocco hatte am Mittwoch gegenüber der Gazzetta dello Sport erklärt, momentan sei ein Saison-Neustart am 1. Juli, 15. Juli oder 1. August möglich. Offiziell sagte der Weltverband alle Rennen bis 1. Juni ab, so dass auch das Critérium du Dauphiné nicht am geplanten Termin stattfinden wird.
Die meisten bislang abgesagten Rennen baten um einen Nachholtermin, laut UCI gab es diesbezüglich disziplinübergreifend nicht weniger als 450 Anfragen. Sie alle aber in der zweiten Jahreshälfte auszutragen, dürfte unmöglich sein. Höchste Priorität haben dabei laut UCI-Präsident David Lappartient die Grand Tours Giro d'Italia, Tour de France und Vuelta a Espana sowie die fünf Monumente Mailand-Sanremo, Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix, Lüttich-Bastogne-Lüttich und Il Lombardia.
Denk: "Wenn die Tour stattfindet, kann man über alles andere hinwegschauen"
Die Teamchefs der WorldTour-Rennställe betonten zuletzt außerdem immer wieder, dass vor allem die Durchführung der Tour de France für sie wirtschaftlich überlebenswichtig sei.
"Sofern die Tour de France stattfindet, kommen wir mit einem blauen Auge davon. Die Tour ist das wichtigste Event im Jahr, nicht nur für uns, auch für unsere Sponsoren. Wenn das stattfindet, kann man über alles andere großzügig hinwegschauen", erklärte nun Bora - Hansgrohe-Teamchef Ralph Denk gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
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