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05.09.2019 | (rsn) - Als Philippe Gilbert (Deceuninck - Quick-Step) auf den Tag genau sechs Jahre nach seinem bisher letzten Tagessieg bei einer Spanien-Rundfahrt wieder eine Etappe gewann, war ihm das offensichtlich nicht bewusst. Stattdessen hob der Belgier, nachdem er die 12. Etappe der 74. Vuelta über 171,4 Kilometer vom Circuito de Navarra nach Bilbao als Solist mit knappem Vorsprung auf die beiden Spanier Alex Aranburu (Caja Rural) und Fernando Barcelo (Euskadi - Murias) für sich entschieden hatte, alle seine Finger in die Luft, um so seinen zehnten Coup bei einer dreiwöchigen Rundfahrt zu zelebrieren.
"Mein zehnter GrandTour-Etappensieg, das ist schon was ganz Spezielles“, sagte Gilbert, der mit einer Attacke am bis zu 19 Prozent steilen Alto de Arraiz alle seine Konkurrenten aus der ursprünglich 19 Fahrer starken Gruppe des Tages abschüttelte und drei Sekunden Vorsprung ins Ziel rettete. "Es war ein langer Kampf, um in die Fluchtgruppe zu kommen. Als wir dann wegkamen, sah ich, dass gute Kletterer dabei waren, und ich war mir meiner Chancen auf den Sieg nicht so sicher“, gestand der Klassikerspezialist ein.
Allerdings konnte Gilbert auf seinen Teamkollegen Tim Declercq bauen, der sich für seinen Kapitän aufopferte. “Ich habe versucht, clever zu fahren und hatte mit Tim eine große Hilfe an meiner Seite. Er hätte den Sieg genauso verdient“, sagte der Paris-Roubaix-Gewinner, der sich im Finale an belgische Rennen erinnert fühlte. "Die Stimmung am letzten Berg war verrückt. Das war wie bei einem Klassiker mit alle den Flaggen und so. Ich bin ja schon oft hier im Baskenland Rennen gefahren, war aber nie erfolgreich. Für mich ist das jetzt der erste hier und ich bin glücklich. Das Baskenland ist wie Flandern - sie lieben hier den Radsport.“
Eine starke Leistung zeigte auch Nikias Arndt (Sunweb). Der 27-jährige Kölner, der am Samstag die 8. Etappe gewonnen hatte, kam heute nach dem Spanier José Joaquin Rojas (Movistar) als Fünfter ins Ziel. Der Österreicher Felix Großschartner (Bora- hansgrohe), der vor dem letzten Anstieg attackiert hatte, belegte mit 2:27 Minuten Rückstand Platz 14.
Gut drei Minuten nach Gilbert kam die Favoritengruppe um Spitzenreiter Primoz Roglic (Jumbo - Visma) ins Ziel, wobei sich innerhalb der Top Ten keine Veränderungen ergaben. Der Slowene führt die Gesamtwertung mit 1:52 Minuten Vorsprung auf Weltmeister Alejandro Valverde (Movistar) an. Mit 2:11 Minuten Rückstand bleibt der Kolumbianer Miguel Angel Lopez (Astana) Dritter und Spitzenreiter der Nachwuchswertung. “Heute haben wir alles unter Kontrolle gehabt. Es war ein schnelles Rennen, womit ich gerechnet habe. Morgen wird es sicherlich Attacken auf mein Rotes Trikot geben“, sagte Roglic im Ziel mit Blick auf die 13. Etappe, die mit einem sieben Kilometer langen Schlussanstieg endet.
So lief das Rennen:
Nach vielen vergeblichen Attacken dauerte es bis zum Rennkilometer 110, ehe sich bei kühleren Temperaturen als zuletzt sowie einigen Regenschauern die Gruppe des Tages bildete. Zuvor hatte Sergio Henao (UAE Team Emirates) am Alto de Azazeta (km 42,4) aus dem Feld heraus die erste von vier Bergwertungen der Kategorie 3 gesichert. Es war der Südafrikaner Willie Smit (Katusha - Alpecin), der sich zunächst in einer Abfahrt lösen konnte und kurz darauf Verstärkung von gleich 18 weiteren Fahrern erhielt. Das Feld stellte erst 60 Kilometer vor dem Ziel seinen Widerstand ein und ließ die späte, aber umso hochklassiger besetzte Gruppe ziehen.
Mit dabei waren neben Smits noch Gilbert, Rojas, Manuele Boaro (Astana), Heinrich Haussler (Bahrain - Merida), Großschartner, Francisco Ventoso (CCC Team), Declercq, Tosh Van der Sande (Lotto Soudal), Tsgabu Grmay (Mitchelton - Scott), Arndt, John Degenkolb, Jacopo Mosca (beide Trek - Segafredo), Valerio Conti, Marco Marcato (beide UAE - Team Emirates), Aranburu, Jonathan Lastra (beide Caja Rural), Barcelo sowie Cyril Barthe (beide Euskadi - Murias).
Bis zum Beginn der bergigen Schlussphase konnten sich die Ausreißer einen Vorsprung von fast sechs Minuten herausfahren, ehe die Spitzengruppe am Alto de Urruztimendi (2,5 km, 9.2%) aufgrund einer Tempoverschärfung von Marcato kurzzeitig ein erstes Mal auseinander fiel. In der Abfahrt löste sich der gestrige Etappenzweite Lastra von seinen Begleitern, kam aber nicht weg und musste kurz darauf am Alto el Vivero (4,3km, 7.7%) Großschartner und Marcato passieren lassen. Der Österreicher schüttelte mit leichtem Tritt auch noch den ehemaligen Paris-Tours-Gewinner ab.
Einen Kilometer vor dem Gipfel schloss Grmay zu Großschartner auf. Die erste Verfolgergruppe folgte mit 40 Sekunden Rückstand, das von Jumbo - Visma kontrollierte Feld hatte den Rückstand am von Grmay gewonnenen dritten Bergpreis - den zweiten hatte sich Marcato kampflos geholt - auf unter vier Minuten reduziert. In der Abfahrt nach Bilbao hinein konnten die Jäger den Abstand fast wieder wettmachen, und als es wieder aus der Stadt hinaus zum Alto de Arraiz ging, war das Duo knapp zehn Kilometer vor dem Ziel wieder eingefangen.
Schon im unteren Teil des 2,2 Kilometer langen und bis zu 19 Prozent steilen Anstiegs sprengte Gilbert mit einem entschlossenen Antritt die Spitzengruppe. An der Bergwertung hatte Gilbert 20 Sekunden Vorsprung auf die beiden Spanier Aranburo und Barcelo, die in der Abfahrt und auf den letzten flachen Kilometern zwar ihren Rückstand zwar noch deutlich reduzieren konnten. Doch der routinierte Gilbert ließ sich den 76. Sieg in seiner Profikarriere nicht mehr nehmen.
Im Sprint der Verfolger holte sich Aranburu Rang zwei vor Barcelo, genau 3:01 Minuten hinter Gilbert kam das auf nur noch rund 30 Fahrern bestehende Feld mit allen Favoriten ins Ziel. Zuvor hatte lediglich Lopez im letzten Anstieg eine halbherzige Attacke gewagt, die aber von Roglics starken Helfern vereitelt worden war.
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