“Operation Aderlass“

Werner: “Meine Athleten waren keine Patienten der Praxis“

Von Tom Mustroph

Foto zu dem Text "Werner: “Meine Athleten waren keine Patienten der Praxis“"
Hinweisschild zur Dopingkontrolle. | Foto: Cor Vos

05.03.2019  |  (rsn) - Nur wenige 100 Meter liegen zwischen der Radrennbahn Andreasried und der Praxis des festgenommenen Arztes Mark Schmidt. Nachwuchsathleten im Radsport waren, dies bestätigte der Landessportbund Thüringen, sogar zur Eignungsuntersuchung in der Praxis des Sportmediziners, der im Zusammenhang mit der "Operation Aderlass" im Fokus der Strafverfolgungsbehörden steht. Unklar ist noch, ob auch erwachsene Sportler darunter waren.

"Ich kann ganz klar sagen, dass es von meiner Praxis aus keine Zusammenarbeit mit der betreffenden Praxis gab. Meines Wissens war der betreffende Arzt auch nicht Kooperationspartner des Olympiastützpunkts Thüringen“, sagte Gerald Lutz, selbst Mediziner des Olympiastützpunkts in Erfurt und mit eigener Praxis ganz nahe am OSP beheimatet, zu radsport-news.com. Ausschließen kann allerdings niemand, dass Athleten auf eigene Faust Schmidt aufgesucht haben.

Für Thüringens berühmteste Radsportler wie Marcel Kittel, John Degenkolb, Tony Martin oder Kristina Vogel schließt Jörg Werner dies jetzt aber aus. "Die von mir betreuten Athleten waren allesamt nicht Patienten der Praxis“, teilte Werner radsport-news.com telefonisch mit. Werner selbst kennt die Praxis gut. "Die Mutter war meine Hausärztin", erklärte er.

Die Mutter betreibt gemeinsam mit ihrem Sohn die Praxis. Gegen sie wird gegenwärtig aber nicht ermittelt. "Ich habe auch mit Mark Schmidt gelegentlich gesprochen. Ich hatte dabei den Eindruck, dass er den Warnschuss aus seiner Zeit bei Gerolsteiner verstanden und seine Lektion gelernt hat. Die Ereignisse jetzt sind eine Katastrophe“, sagte Werner. Mark Schmidt war als Teamarzt von Gerolsteiner bereits in den dortigen Dopingskandal 2008/9 verwickelt.

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