Bike Aid nicht bei Tropicale dabei

Schäfer: “Die Frage nach dem Warum stellen wir uns auch“

Von Christoph Adamietz

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Timo Schäfer (Bike Aid) | Foto: Bike Aid

20.01.2019  |  (rsn) – Mit dem Etappensieg von Lucas Carstensen und dem zweiten Gesamtrang von Niko Holler war das Team Bike Aid bei der letztjährigen Tropicale Amissa Bongo (2.1) noch eine der tonangebenden Mannschaften. Umso überraschender kam es für die saarländische Equipe, dass sie für die am Montag beginnende Rundfahrt durch Gabun keine Einladung erhielt.

Die Gründe dafür blieben Timo Schäfer bis heute verborgen. “Die Frage nach dem Warum stellen wir uns auch. Wir sind, als wir davon erfahren haben, aus allen Wolken gefallen“, äußerte der Teamkoordinator gegenüber radsport-news.com seinen Unmut.

Neben den sportlichen Leistungen hätte zudem auch das Engagement des Teams für den afrikanischen Radsport ein Einladungsgrund sein müssen, stehen doch mehrere afrikanische Fahrer im Bike-Aid-Aufgebot. Doch auch diese Tatsache ignorierte der Rennveranstalter offenbar. “Bike Aid entwickelt als einzige Mannschaft weltweit seit Jahren nachhaltig den afrikanischen Radsport. Aber ein Orga-Team aus Frankreich hat vielleicht primär andere Interessen als die Entwicklung des afrikanischen Radsports – auch das mussten wir leider über die vergangenen Jahre immer wieder feststellen. Man könnte von Kolonialverhalten in der Neuzeit sprechen“, kritisierte Schäfer die Organisatoren.

"Kleine Mannschaften müssen Team Sky mitfinanzieren"

So wird Bike Aid-Sprinter Lucas Carstensen auch keine Gelegenheit erhalten, André Greipel (Arkéa – Samsic) herauszufordern, den prominentesten Tropicale-Starter. Das Aufeinandertreffen zumindest ist nur aufgeschoben, denn Bike Aid wird seine Saison nun Ende Januar im Rahmen der Mallorca Challenge beginnen, wo Greipel ebenfalls mit von der Partie sein wird.

Auch wenn die Mallorca Challenge Bike Aid die Möglichkeit gibt, sich mit WorldTour-Mannschaften zu messen und das Team sich in der Vergangenheit über einen beachtlichen Rennkalender freuen konnte, so bezeichnete Schäfer die Gestaltung des Rennkalenders als immer größer werdende "Challenge". "Es scheint, als verfügten die Veranstalter bis auf wenige Ausnahmen über keine ausreichenden Budgets mehr“, sagte er.

“Das nimmt solche Ausmaße an, dass die `'kleinen Kontinental-Teams die Startgelder für Teams wie Sky mitfinanzieren müssen. Bei vielen Rennen der Kategorie 2 (UCI 1.2 oder 2.2, d. Red) ist es sogar noch schlimmer, da wird dann von Seiten der Veranstalter schon ganz konkret gegen sämtliche UCI–Regularien verstoßen und die UCI schaut sogar dabei zu. Da fragt man sich schon: Wohin soll der Radsport denn überhaupt gehen? Macht ein Kontinental-Team überhaupt Sinn?“, beendete Schäfer seine grundlegende Kritik am modernen Radsport.

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