Van der Poel gegen Van Aert, Ganna & Co.

Die Mini-Ronde: E3 wird auch ohne Pogacar zur Generalprobe

Von Felix Mattis aus Harelbeke

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Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) stürmte beim E3 Saxo Classic 2024 seinen Kontrahenten davon. | Foto: Cor Vos

27.03.2025  |  (rsn) – Nach seinem überragenden Solo-Sieg im Vorjahr und nun auch dem beeindruckenden Triumph bei Mailand-Sanremo am vergangenen Wochenende kommt Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck) am Freitag erneut als Top-Favorit zum E3 Saxo Classic. Die sogenannte 'kleine Flandern-Rundfahrt' muss zwar auf Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) verzichten, dürfte am Freitag aber trotzdem zum großen Kräftemessen der Klassiker-Asse werden.

Wie schon 2024 kommt es in Harelbeke auch diesmal wieder zum ersten Saisonduell von van der Poel und seinem Dauerrivalen Wout van Aert (Visma – Lease a Bike). Doch auch der in Sanremo als Zweitplatzierter glänzende Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) steht am Start und die meisten Teams nutzen die 'Mini-Ronde' eben genau als das, was sie ist: eine Art Generalprobe für die Ronde van Vlaanderen neun Tage später.

So wird van Aert unter anderem Matteo Jorgenson an seiner Seite haben und auch Mads Pedersen steht mit einem starken Lidl-Trek-Team am Start – inklusive Toms Skujins und Mathias Vacek. UAE muss zwar auf Pogacar verzichten, darf aber mit Tim Wellens, Antonio Morgado, Florian Vermeersch und Nils Politt trotzdem auf einen Podestplatz hoffen. Den hat Stefan Küng (Groupama – FDJ) vor drei Jahren in Harelbeke schon erreicht und das würde der Schweizer sicher auch gern wiederholen.

Küng wird unter anderem von Valentin Madouas begleitet und der erweiterte Favoritenkreis umfasst außerdem noch Michael Matthews (Jayco – AlUla) sowie auf dem Papier auch Matej Mohoric (Bahrain Victorious), der aber im März krank war. Red Bull – Bora – hansgrohe wird von Laurence Pithie angeführt (zur Startliste).

Der E3 Saxo Classic hat sich seinen Spitznamen als 'Mini Ronde' durch seine schwere Streckenführung verdient, die an die der großen Flandern-Rundfahrt erinnert: Die am 6. April entscheidenden Hellinge bilden auch hier die 'Crunch Time' des Rennens und die steilen Hügel folgen ähnlich dicht aufeinander wie dort – nur in anderer Reihenfolge.

Der zweitschwerste belgische Klassiker

Klar: Rund 50 Kilometer kürzer ist der E3, und das macht ihn leichter. Unter den Halbklassikern aber gilt das Rennen gemeinhin als das schwerste und es wird trotz der langen 20 flachen Kilometer vom Tiegemberg ins Ziel am Forestiersstadion oft durch einen Solisten gewonnen oder aus Kleinstgruppen heraus entschieden. Einen Sprint von mehr als vier Fahrern um den Sieg gab es zuletzt 2012.

An der Strecke der Vorjahre haben die Veranstalter auch kaum etwas verändert. Lediglich auf den ersten Kilometern aus dem Start- und Zielort Harelbeke heraus und auf den letzten Kilometern in selbigen hinein gibt es leichte Anpassungen, die aber die Rennlänge um lediglich rund einen Kilometer erhöhen.

Das Streckenprofil des E3 Saxo Classic 2025. | Grafik: Veranstalter

Ähnlich der Ronde ist die Anfangsphase auch beim E3 noch zum Einrollen da – beziehungsweise zur Bildung einer frühen Gruppe. Anders aber als die Flandern-Rundfahrt steuert man beim E3 Saxo Classic weiterhin Geraardsbergen an, das nach rund 75 Kilometern durchquert wird, wenn auch ohne den berühmt-berüchtigten Anstieg an der Kapelmuur.

Trotzdem läutet Geraadsbergen das Rennen so richtig ein. Denn von dort geht es zurück gen Westen und in die flämischen Ardennen zu einer Achterbahnfahrt über die Hellinge, die ihresgleichen sucht: La Houppe, Kanarieberg und Oude Kruisberg leiten die Kletterpartien ein, bevor dann drei Quartette das Rennen richtig schwer machen: Knokteberg, Hotond, Kortekeer und Taaienberg warten zwischen Kilometer 111 und 127, Berg Ten Stene, Boigneberg, Eikenberg und Stationberg zwischen Kilometer 135 und 150 sowie Kapelberg, Paterberg, Oude Kwaremont und Karnemelkbeekstraat zwischen Kilometer 161 und 176.

Die Scharfrichter: Von Taaienberg bis Kwaremont

Von dort geht es über Kluisbergen auf den letzten 32 Kilometern gen Nordwesten in Richtung Ziel in Harelbeke, wobei sich 20 Kilometer vor Schluss noch der Tiegemberg als 17. und letzter Helling in den Weg stellt.

Die klassischen Knackpunkte des E3-Parcours sind dabei der bis zu 16 Prozent steile und gepflasterte Taaienberg, an dem es knapp 80 Kilometer vor dem Ziel jedes Jahr die erste richtig wichtige Selektion gibt, sowie zu Beginn der letzten Rennstunde die für die Vorentscheidung direkt aufeinanderfolgenden Kapelberg, Paterberg und Oude Kwaremont. 

Danach bleibt meist nur noch eine kleine Gruppe übrig, deren Mitglieder dann um den Sieg kämpfen – und nicht selten setzt sich aus ihr auf dem flachen Weg nach Harelbeke noch jemand im Taktik-Poker ab.

Der E3 Saxo Classic am Freitag ab 15:15 Uhr im Live-Ticker

Die Anstiege und Kopfsteinpflasterpassagen der E3 Saxo Classic 2025 (mit km zum Ziel):

178 km: Beaucarnestraat
1. Helling - 177 km: Katteberg (750m bei 6%)
175 km: Holleweg
164 km: Paddestraat
2. Helling - 116 km: La Houppe (1.880m bei 4,8%)
3. Helling - 110 km: Kanarieberg (1.050m bei 7,7%)
4. Helling - 104 km: Oude Kruisberg (800m bei 4,8%)
5. Helling - 95 km: Knokteberg (1.260m bei 7%)
6. Helling - 92 km: Hotond (1.200m bei 4%)
7. Helling - 85 km: Kortekeer (1.000m bei 6,4%)
8. Helling - 80 km: Taaienberg (700m bei 6,3% auf KSP)
9. Helling - 72 km: Berg ten Stene (1.300m bei 5,2%)
10. Helling - 65 km: Boigneberg (1.000m bei 5,2%)
11. Helling – 63 km: Eikenberg (1.250m bei 6,2%)
12. Helling – 58 km: Stationberg (700m bei 3,2% auf KSP)
57 km: Mariaborrestraat
13. Helling – 47 km: Kapelberg (750m bei 7,1%)
14. Helling – 43 km: Paterberg (400m bei 12,9% auf KSP)
15. Helling – 40 km: Oude Kwaremont (2.200m bei 4% auf KSP)
16. Helling – 31 km: E3-Col Karnemelkbeekstraat (1.530m bei 4,9%)
25 km: Varent
17. Helling – 21 km: Tiegemberg (750m bei 5,6%)

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