Zahlreiche Mit-Favoriten im DM-Straßenrennen

Wer kann Greipels und Degenkolbs Pläne durchkreuzen?

Von Christoph Adamietz aus Bensheim

Foto zu dem Text "Wer kann Greipels und Degenkolbs Pläne durchkreuzen?"
Kann Linus Gerdemann (Cult Energy) für einen Ausreißer-Coup sorgen?| Foto: Cor Vos

28.06.2015  |  (rsn) - Die Top-Favoriten im DM-Straßenrennen der Männer sind Titelverteidiger André Greipel (Lotto Soudal) und der Vorjahreszweite John Degenkolb (Giant-Alpecin). Doch die beiden müssen sich am Sonntag  auf dem anspruchsvollen Kurs in Bensheim auf viele Attacken einstellen.

So wird das Cult Energy-Trio Linus Gerdemann, Fabian Wegmann und Christian Mager auf der 26-Kilometer-Runde nichts unversucht lassen, die Sprinter abzuschütteln. Lokalmatador Mager wird sich dabei wohl für seine beiden prominenten Teamkollegen aufopfern, denn sowohl Gerdemann, zuletzt Gewinner der Luxemburg-Rundfahrt, als auch der dreimalige Deutsche Meister Wegmann haben Chancen auf einen Ausreißer-Coup.

„Meine Form ist sehr gut. Wir wollen versuchen, das Rennen am Berg so schwer wie möglich zu machen", verriet Wegmann radsport-news.com kurz vor dem Start die Taktik des kleinen Cult-Aufgebots. Zurückhaltend gab sich Teamkollege Gerdemann. „Ob ich meine Form der letzten Wochen konservieren konnte, wird man erst nach dem Rennen wissen. Eine Prognose ist schwer, auf diesem Kurs können 40 Mann gemeinsam ankommen, aber auch jeder einzeln", so der 32-Jährige zu radsport-news.com

Zahlreiche Optionen hat das Bora-Argon 18-Team, das möglicherweise das stärkste im ganzen Peloton ist. Doch auch der Zweitdivisionär aus Raubling scheitn eher reagieren als agieren zu wollen. „Wir stellen ein großes Kontingent an Fahrern, werden aber nicht das Rennen kontrollieren, da davon letztlich nur die anderen Teams profitieren würden. Wir werden aber unsere Chancen suchen", kündigte Teamchef Ralph Denk jedenfalls an.

Davon profitieren könnte vor allem Paul Voß. Der 29-Jährige präsentierte sich zuletzt in sehr guter Verfassung, ist aber noch nicht bei 100 Prozent - die will er erst bei der Tour de France erreichen. „Aber ich habe morgen sicherlich Chancen", meinte Voß am Samstag zu radsport-news.com. Sollte der Vorjahresdritte Phil Bauhaus gut über die Anstiege kommen, wäre dem Sprinter auch diesmal wieder eine Spitzenplazierung zuzutrauen - dann allerdings im Trikot des Bora-Teams.

Mit Tony Martin (Etixx Quick Step/Tour-Vorbereitung) und Paul Martens (LottoNL-Jumbo/Erkrankung) fehlen zwei tempostarke Fahrer, die auch dazu hätten beitragen können, das Rennen schwerzumachen. „Es ist sicherlich nicht förderlich, dass die beiden nicht am Start sind", so Voß, der mit Blick auf das schwere Profil von „einer frühen Vorentscheidung" ausgeht.

An einer Ankunft ohne Greipel und Degenkolb ist sicherlich auch Stefan Schumacher (CCC Sprandi) interessiert. Der Nürtinger befindet sich in guter Form, wie er am Freitag mit Platz drei im Zeitfahren unter Beweis stellen konnte. „Allerdings bin ich jetzt ziemlich platt. Ein Tag mehr Ruhe wäre besser gewesen", hielt Schumacher gegenüber radsport-news.com den Ball flach.

Für viel Betrieb will das Team Stölting sorgen. Dabei muss der Gelsenkirchener Rennstall allerdings kurzfristig auf den erkrankten Silvio Herklotz verzichten. Für den früheren U23-Meister soll Lennard Kämna in die Bresche springen, der am Freitag den Titel im U23-Zeitfahren gewann.

Zum erweiterten Favoritenkreis zählen zudem Cross-Meister Marcel Meisen (Kuota-Lotto), der auf den Sprint einer kleinen Gruppe hofft, und Christian Knees (Sky), Deutscher Meister von 2010. „Man muss ein bisschen den Rennverlauf abwarten. Aber wenn der mir entgegen kommt, schaue ich schon wieder Richtung Top-5", so Meisen, der auf einem ähnlichen Kurs vor zwei Jahren in Wangen Rang vier belegt hatte, gegenüber radsport-news.com

 

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