Luxemburger Rennstall zieht die Reißleine

RadioShack-Nissan trennt sich von Bruyneel

Foto zu dem Text "RadioShack-Nissan trennt sich von Bruyneel"
RadioShack-Nissan hat sich von Johan Bruyneel getrennt. | Foto: ROTH

12.10.2012  |  (rsn) - RadioShack-Nissan hat die Konsequenzen aus dem Bericht der US-Anti-Doping-Agentur USADA gezogen und sich von Teammanager Johan Bruyneel getrennt. Das meldeten zunächst übereinstimmend das Luxemburger Wort und das Luxemburger Tageblatt in ihren Online-Ausgaben. Am Abend bestätigte das Team die Meldungen in einer Pressemitteilung.

In der Erklärung heißt es, die Trennung sei in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt. Grund sei der Bericht der US-Anti-Doping-Agentur USADA. Im Zusammenhang damit seien beide Seiten zu dem Schluss gekommen, dass „Johan Bruyneel das Team nicht mehr in effizienter und ungezwungener Weise lenken kann. Sein Abgang ist wünschenswert, um die Ruhe und den Zusammenhalt innerhalb des Teams zu gewährleisten.“

Noch am Donnerstag hatte das RadioShack-Nissan auf Zeit gespielt und wollte nach eigenen Angaben nicht übereilt reagieren. Doch die in dem 200-seitigen Bericht aufgeführten Beweise für die Doping-Aktivitäten des Belgiers bei dessen damaligen Teams US Postal und Discovery Channel waren zu massiv.

Immer wieder taucht Bruyneels Name in dem Dossier auf, an einer Stelle heißt es unzweideutig zu seiner Rolle im teaminternen Doping-System: „Bruyneel war in alle Details eingeweiht und an der Beschaffung und Organisation von Bluttransfusionen beteiligt. Er wies die Fahrer auf die Präsenz von Testern hin, stand in engem Kontakt mit Dr. Michele Ferrari, war stets auf dem neuesten Stand der Medizin und wusste wann ein Fahrer Epo zu sich nehmen musste, um dessen Leistung zu steigern.“

Der 48-jährige Bruyneel hatte erst Ende 2011 im Zuge der Fusion von RadioShack und Leopard Trek die Rolle als verantwortlicher Manager bei dem neu zusammengeführten Team übernommen. Schon damals war der langjährige Mentor von Lance Armstrong äußerst umstritten. Das hielt das Management um den Team-Eigentümer Flavio Becca damals aber nicht von einer Verpflichtung ab: Bruyneel sollte Andy Schleck zum Tour-Sieg 2013 führen

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