Als Amateur bei den Neuseen Classics auf Platz vier gesprintet

Baumann: Nur im Finale fehlte das kleine Korn

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Baumann: Nur im Finale fehlte das kleine Korn"
Eric Baumann (Ur-Krostitzer Univega) | Foto: Baumann

21.05.2012  |  (rsn) – Praktisch aus dem Nichts tauchte Eric Baumann am Sonntag bei den Neuseen Classics (Kat. 1.1) im Trikot der deutschen Nationalmannschaft auf und sprintete prompt auf Platz vier, eine starke Leistung des Ex-Telekom-Fahrers, der zum Jahresbeginn aufgrund einer Ausbildung bei einer Versicherung zu den Amateuren gewechselt war.

Auf einen Start bei seinem Heimrennen hatte der Leipziger lange Zeit gehofft. „Ich war mit Udo Sprenger in Kontakt und habe ihn darauf hingewiesen, dass mein Rad noch nicht ganz am Nagel hängt“, sagte Baumann zu Radsport News.

Der 32-Jährige hatte dann auch das Glück, dass pro Mannschaft kurzfristig nicht nur sechs, sondern acht Fahrer an den Start gehen durften. Da die beiden Lotto-Fahrer André Greipel und Marcel Sieberg absagen mussten, rutschte Baumann noch ins Aufgebot der Nationalmannschaft. „Dafür bin ich dem BDR sehr dankbar“, erklärte er.

Baumann rechtfertigte seine Nominierung mit einem starken Finale und Platz vier hinter seinem Teamkollegen Robert Förster. „Ich wusste schon, was ich drauf habe, da ich mit meinem Team Ur-Krostitzer Univega einen sehr guten Rennplan für ein Amateur-Team habe, auch wenn ein 1.1-Rennen natürlich nochmals etwas anderes ist“; sagte er. Mit seiner Platzierung war der letztjährige NetApp-Profi zufrieden. „Aber ich hätte Frösi im Sprint gerne noch besser unterstützt, das kleine Korn zum Anfahren hat dann aber doch gefehlt“, so der gebürtige Rostocker.

Nach diesem Erfolgserlebnis kehrt bei Baumann aber wieder der Alltag ein. „Für mich steht weiterhin der Beruf im Vordergrund. Die Ausbildung bei der Allianz ist genau das richtige für mich. Auf der einen Seite kommt mal wieder was Sinnvolles in meinen Kopf und ich habe ein konkretes Ziel vor Augen“; so Baumann, der aber doch ab und an zwei bis drei Stunden am Tag trainieren kann. „Die Körner, die mir im Rennen fehlen, mache ich dann mit meiner guten Übersicht wett“, so Baumann mit einem Augenzwinkern.

Am Wochenende stehen Renneinsätze mit dem Team Ur-Krostitzer Univega an. „Wir sind in der kurzen Zeit schon eine richtig eingespielte Truppe geworden, was man auch an den guten Ergebnissen sehen kann.“ Das Highlight dabei? „Das ist, wenn Kalle Pohl seine Kochplatten raus holt und für uns ein Top-Abendessen zaubert. So etwas schweißt zusammen", so Baumann.

Im kommenden Jahr könnte Baumann mit seinem Team, das von Renzo Wernicke geleitet wird, sogarauf Continental-Niveau zurückkehren. „Wenn alles super läuft, könnte das klappen. Aber wir arbeiten jetzt schon sehr professionell, da kann sich so manches Team eine Scheibe abschneiden", sagte er selbstbewusst.

 

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