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01.12.2010 | (rsn) – Trotz einer langen Verletzungspause absolvierte Paul Martens 2010 seine bis dato erfolgreichste Saison. Vor allem im Herbst trumpfte der gebürtige Rostocker mächtig auf und feierte im dritten Jahr bei Rabobank seinen ersten Sieg.
Schon früh in der Saison setzte Martens nach drei achten Plätzen bei der Andalusien-Rundfahrt (Kat. 2.1) ein erstes Ausrufezeichen beim Tirreno-Adriatico, als er sich im Massensprint der 2. Etappe nur dem Belgier Tom Boonen (Quick Step) geschlagen geben musste. In hervorragender Verfassung präsentierte sich Martens bei Mailand-San Remo, wo er als Helfer von Oscar Freire Platz 15 belegte und den Sieg seines Kapitäns bejubeln konnte.
Nach Platz acht beim E3 Prijs (Kat. 1.HC) und Rang vier beim Brabantse Pijl (Kat. 1.1) standen die Ardennen-Klassiker an, bei denen Martens als Elfter des Amstel Gold Race und mit Rang 14 bei Lüttich-Bastogne-Lüttich überzeugen konnte. „Ich dachte eigentlich, dass Lüttich-Bastogne- Lüttich für mich zu schwer sei. Aber ich habe in diesem Jahr dort viel Selbstvertrauen getankt“, sagte Martens zu Radsport News.
Nach einer gut einmonatigen Wettkampfpause kehrte der Klassikerspezialist bei der Kalifornien-Rundfahrt (Kat. 2.HC) mit zwei Top-Ten-Ergebnissen in den Rennbetrieb zurück. Bei der anschließenden Dauphiné gefiel der Rabobank-Profi zunächst mit Rang neun im Auftaktzeitfahren. Aber nur einen Tag später war für Martens die Fernfahrt nach einem schweren Sturz beendet. Drei Monate musste er aufgrund eines Rippenbruchs und einer starken Nierenquetschung mit inneren Blutungen pausieren. „Als ich mit voller Wucht gegen die Leitplanke geknallt bin, hatte ich wirklich Angst
um die Folgen. Aber nachdem ich aufstehen konnte, war der Blick schon wieder nach vorne gerichtet“, beschrieb Martens gegenüber Radsport News den schlimmen Crash.
Nach der überstandenen Verletzung brauchte der Deutsche mit Wohnsitz in Belgien nicht lange, um wieder in Topform zu kommen. „Ich musste zwar lange pausieren, aber ich glaube, dass ich mit mehr Selbstvertrauen und Ruhe zurückgekommen bin", erklärte Martens.
Gleich im Comebackrennen Anfang September fuhr er auf einen guten sechsten Platz beim GP Jef Scherens (Kat. 1.1). Danach kratzte er als Vierter bei Paris-Brüssel (Kat. 1.1) bereits am Podium. Beim GP Wallonie (Kat. 1.1) war es dann so weit: Martens war im Finale nicht zu schlagen und fuhr seinen ersten Sieg im Rabobank-Dress ein. „Das war ein sehr, sehr wichtiger Sieg für mich. Ein tolles Gefühl, Cadel Evans und Riccardo Riccó hinter sich gelassen zu haben", freute er sich.
Mit seinen starken Auftritten im September empfahl sich Martens sogar noch für das deutsche WM-Aufgebot und lieferte im Straßenrennen von Geelong eine prima Vorstellung ab. Sein Offensivdrang im Finale wurde allerdings nicht belohnt, so dass am Ende nur Rang 25 heraus kam.
Zurück aus Australien holte Martens mit Rang vier beim GP Beghelli (Kat. 1.1) in Italien sein letztes Top-Ergebnis der Saison.
„Ich habe gezeigt, dass ich in Topform bei den Eintagesrennen zu den Besten zähle. Im nächsten Jahr soll sich das auch in den Ergebnissen widerspiegeln, denn da hat es dieses Jahr in den Klassikern noch gehapert“, so der 27-Jährige mit Blick auf sein viertes Jahr bei Rabobank.
In der kommenden Saison soll Martens nach seinem bärenstarken Herbst vor allem in den Frühjahrsrennen noch mehr Freiheiten bekommen. „Ich denke, dass ich im nächsten Jahr öfter Kapitän sein werde“, zeigte er sich optimistisch - auch wenn die Teamleitung mit dem dänischen Vizeweltmeister Matti Breschel einen weiteren starken Fahrer für die Frühjahrsrennen verpflichtet hat. „Ich hoffe aber, dass ich meine Position im Team behaupten kann", sagte er.
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