Landis fühlt sich belästigt

Alte Proben dürfen getestet werden

13.04.2007  |  (Ra) - Nach einer längeren Phase der Ruhe kommt nun wieder Bewegung in den Dopingfall Floyd Landis. Ein Schiedsgericht gab einer Bitte der U.S. Amerikanischen Anti-Doping Agentur USADA statt. Es genehmigte dem zuständigen französische Labor in Chatenay-Malabry auch die weiteren B-Proben von Floyd Landis zu untersuchen, die ihm während der Tour de France genommen wurden, obwohl die A-Proben negativ ausgefallen waren.

Allerdings wurde noch nicht entschieden, ob mögliche neue Erkenntnisse später als Beweis anerkannt würden.

Insgesamt gab Landis während der Frankreich Rundfahrt sieben Proben ab. Nur eine A-Probe wies einen erhöhten Testosteron-Epitestosteron Wert auf. Deshalb wurde auch nur diese eine Probe einem speziellen Testverfahren unterzogen, um festzustellen, ob die Quelle des erhöhten Wertes eines natürlichen Ursprungs war oder nicht. Dieses Verfahren bewies, dass Testosteron dem Körper von außen zugeführt wurde.

Jetzt möchte die amerikanische Anti-Doping Agentur auch die weiteren B-Proben von Landis diesem Verfahren unterziehen. Im positiven Fall wären sie aber nicht gleichbedeutend mit weiteren Dopingfällen. Die USADA hofft vielmehr, so einen besseren Einblick in die Testmethoden des Chatenay Malabry Labors in Paris zu erhalten.

So solle auch geprüft werden, ob das französische Labor, wie von Landis behauptet, unsauber arbeitet. Ein Experte soll demnach überprüfen, ob es in der Test-Ausrüstung Mängel gibt.

Den Antrag von Landis, dass Angestellte des Labors aus ihrem Amt enthoben werden sollen, lehnte das Schiedsgericht jedoch ab.

Aufgedeckt wurde auch, dass die USADA medizinische und finanzielle Dokumente von Landis „Fairniss-Funds“ angefordert hat. Auch soll die Liste der Geldspender offengelegt werden, die dem US-Amerikaner mehr als 250 Dollar zukommen ließen.

Außerdem möchte die Agentur an sämtliche aufgezeichneten Äußerungen von Landis bezüglich seiner Einstellungen gegenüber Doping heran.

Landis selbst sieht das Vorgehen als "Eingriff in seine Privatsphäre und Belästigung".

Die erste Anhörung im Dopingfall Landis ist für den 14. Mai im kalifornischen Malibu geplant. Wenn das Schiedsgericht die Anklage aufrechterhält, wird Landis seinen Tour-Titel von 2006 verlieren und zu einer zweijährige Sperre verurteilt werden.

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