Team Sparkasse zieht Bilanz

20.12.2005  |  Kann eine Saisonbilanz noch positiver ausfallen? Wohl kaum. Mit genau 43 Siegen, der letzte Erfolg ging auf das Konto von Christian Lademann bei einem Rennen im australischen Melbourne verbesserten die Radsportler aus dem „Team Sparkasse“ die Bestmarke aus dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent. In der Saison 2004 hatten die Jungs von Teamchef Mark Claußmeyer 28 Siege auf nationaler und internationaler Ebene eingefahren.

„Dieses Ergebnis wird wohl vorerst nicht mehr zu toppen sein. In unserer zweiten Saison haben wir mehr erreicht als wir uns zum Ziel gesetzt hatten“, zog Claußmeyer eine mehr als zufrieden stellende Bilanz. Selbst die größten Optimisten hatten zu Beginn des Jahres mit solch einem Auftritt nicht gerechnet. Immerhin hatte das „Team Sparkasse“ gleich zwei Neuerungen zu verdauen. Zunächst war da der Sprung zu den Profis als „Continental-Team“, der dank guter Vorbereitung einwandfrei über die Bühne ging. Damit aber nicht genug: Auch das Experiment, in der Kürze der Zeit ein U23-Nachwuchsteam auf die Beine zu stellen, erwies sich als voller Erfolg, obwohl durch zahlreiche parallele Einsätze erhebliche organisatorische Probleme zu bewältigen waren.

Die Anstrengungen haben sich aber dennoch gelohnt. Ein Höhepunkt der Saison 2005 war zwei-felsohne der ambitionierte Auftritt der U23 Mannschaft, die als Senkrechtstarter in der Rad-Bundesliga für gehörigen Wirbel sorgte. In Queidersbach als auch in Magdeburg waren die Jungs vom Team Sparkasse nicht zu stoppen. Bei der U23- DM verfehlte Alexander Gottfried zudem nur hauchdünn den Titelgewinn.
Und bei der U 23 WM in Madrid fehlten Carlo Westphal (Foto unten links) auf Platz vier nur wenige Sekunden zur Bronzemedaille. Weiterer Glanzpunkt in der Statistik des Team Sparkasse war natürlich der Auftritt des Engländers Mark Cavendish, den Teamchef Claußmeyer während der laufenden Saison nach Bochum holte. Der junge Mann von der Isle of Man erwies sich als Glücksgriff. Der 20-jährige gewann bei der Bahn-WM in Los Angeles (zusammen mit seinem Landsmann Robert Hayles) den Titel im 2er- Mannschaftsfahren. Ende Juni unterstrich Cavendish (Bild) seine Extraklasse mit dem Titelgewinn im Punktefahren bei der U23-Europameisterschaft in Italien.

Auf der Sommerbahn zeigten auch die Routiniers Erik Weispfennig und Christian Lademann ihre Klasse. In Hamburg holte sich das Sparkassen-Duo die Silbermedaille im Zweier-Mannschaftsfahren. Auch auf der Winterbahn waren die Bochumer Radsportler in ihrem rot-silbernen Outfit ein fester Bestandteil. Mannschaftskapitän Andreas Beikirch gewann zu Jahresbeginn das Bremer 6-Tage-Rennen, wurde danach Zweiter in Stuttgart und gehört längst zum Stammpersonal auf der Bahn. Bei den Six-Days in Dortmund wurde Beikirch zusammen mit Dop-pel-Olympiasieger Robert Bartko Dritter, kommende Woche will er hinter der Steherrolle zum fünften Mal in Serie den Weltpokal der Steher am 2. Weihnachtstag in der Dortmunder Westfalenhalle gewinnen.

Der großartige Erfolg hat allerdings auch seine Schattenseiten. Die Konkurrenz wurde auf die Talente aus dem Team Sparkasse aufmerksam. Das zahlungskräftige Pro Tour-Team „Team Gerolsteiner“ sicherte sich gleich zwei Männer aus dem Sparkassen-Team. Thomas Fothen folgte seinem Bruder Markus Fothen zu dem auf Platz 6 in der Weltrangliste stehenden Team aus der Eifel. Zweiter prominenter Wechsel war der Abgang von Christian Wegmann. Der Sportliche Leiter entschied sich ebenfalls für das Team Gerolsteiner, wo mit seinem Bruder Fabian einer der besten deutschen Profis unter Vertrag ist. „Wir stehen in der Saison 2006 vor einem Neubeginn. Das ist eine große Aufgabe für uns“, kommentierte Teamchef Mark Claußmeyer die Situation des Teams, das mit Andreas Beikirch, Alexander Gottfried und Mark Cavendish drei Leistungsträger an sich binden konnte. Und noch eine Personalie ist entschieden. Erik Weispfen-nig beendet seine aktive Laufbahn und wird ab Februar der neue erste Sportliche Leiter des Team Sparkasse.

RADRENNEN HEUTE

    WorldTour

  • Tour de Pologne (2.UWT, POL)
  • Radrennen Männer

  • Tour de l´Ain (2.1, FRA)
  • Czech Tour (2.1, CZE)
  • Grand Prix Cappadocia (1.2, TUR)
  • Gran Premio Sportivi di (1.2U, ITA)