Weil Kolumbianer über 2000 m leben

Higuita glaubt trotz Corona an Vorteile bei der Tour

Von Joachim Logisch

Foto zu dem Text "Higuita glaubt trotz Corona an Vorteile bei der Tour"
Sergio Higuita (EF) führt die Gesamtwertung der Tour Colombia an | Foto: Cor Vos PRÜFEN

02.06.2020  |  (rsn) - Gibt es eine Tour de France der zwei Geschwindigkeiten, wie AG2R-Profi Oliver Naesen vermutet, weil ein Teil der Fahrer - etwa die Franzosen oder sogar bis Mitte Mai die Kolumbianer - eine Zeit lang nicht im Freien trainieren durften? Das glaubt der Kolumbianer Sergio Higuita (EF Pro Cycling) zumindest für seine Landsleute nicht. 

"Die meisten Fahrer in Kolumbien leben in großer Höhe. Der Vorteil ist, dass wir im Gegensatz zu den Europäern bereits auf 2.000 Metern über dem Meeresspiegel leben und trainieren können", sagte er in einem Gespräch mit der kolumbianischen Zeitung El Tiempo.

Der Kolumbianische Meister blickt zuversichtlich in Richtung Frankreich-Rundfahrt, die er zum ersten Mal bestreiten möchte. Das Hinkommen und die Corona-Pandemie beschäftigen ihn dagegen mehr. "Wir werden hinkommen. Das ist sicher", sagte er und meinte damit auch seine Landsleute Egan Bernal und Nairo Quintana. 

Wobei das Prozedere der Anreise wohl nicht geklärt ist, da die kolumbianische Regierung das internationale Flugverbot bis zum 31. August verlängert hat. Allerdings ist die UCI dabei, einen Transfer zu organisieren. Higuita: "Ich weiß nicht, wie es gehen wird - vielleicht mit einem Charterflug für WorldTour- und Profifahrer. Oder vielleicht ein humanitärer Flug, falls die Grenzen immer noch geschlossen sind. Die Regierung sollte uns helfen."

Der Gesamtdritte der diesjährigen Fernfahrt Paris-Nizza ist ein wenig besorgt, was nach der Ankunft in Europa passieren wird. "Wir sehen, dass sich die Dinge in Bezug auf das Virus in vielen europäischen Ländern in die richtige Richtung bewegen. Es ist immer noch unklar, was genau zu tun ist, wenn wir in Europa sind. Werden wir auf das Coronavirus getestet? Ab wann können wir dort wieder trainieren?"

Trotz möglicher Einschränkungen ist der 22-Jährige ganz bei den Behörden, die Versuchen, die Verbreitung des Virus zu behindern. "Es ist daher wichtig, die richtigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, wenn wir wieder mit dem Rennen beginnen. Die Organisatoren werden die richtigen Maßnahmen ergreifen", hoffte Higuita. "In Europa werden strenge Sicherheitsmaßnahmen ergriffen."

In dieser Saison will er sich voll und ganz auf seine allererste Tour de France konzentrieren. Aber auch die Lombardei-Rundfahrt und der Fleche Wallonne stehen auf seinem Plan. "In einer guten Form kann ich beim Fleche um den Sieg kämpfen. Der Kurs ist mir auf den Leib geschneidert. Es ist ein hartes Rennen und die Ankunft an der Mauer von Huy ist wirklich großartig."

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