Recherchen auf Grund von Informationen der Staatsanwaltschaft

ARD: Zwei weitere deutsche Radprofis waren Schmidt-Kunden

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Hinweisschild zur Doping-Kontrolle. | Foto: Cor Vos

22.12.2019  |  (rsn) - Laut Recherchen der ARD-Dopingredaktion um Hajo Seppelt waren neben Danilo Hondo noch zwei weitere deutsche Radprofis Teil des Doping-Netzwerks um den Erfurter Arzt Mark Schmidt. Das berichtet die ARD in einem Artikel auf sportschau.de und bezieht sich auf Auskünfte des Münchner Staatsanwalts Kai Gräber. Er habe bestätigt, "dass noch zwei weitere deutsche Sportler zum Blutdopingring zählten".

"Sportarten will er nicht nennen. Wie die ARD jetzt recherchiert hat, handelt es sich um zwei deutsche Radprofis aus hochklassigen Pro-Tour-Teams. Sie haben auch an der Tour de France teilgenommen. Einer ist noch aktiv", so die ARD weiter. Die Nationale Anti-Dopingagentur NADA wollte die Namen der Radprofis auf Nachfrage der ARD weder bestätigen noch dementieren. Sie teilte demnach lediglich mit, im Gesamtkomplex zu ermitteln.

Gegenüber dem Deutschlandfunk erklärte Seppelt am Sonntag allerdings, es handele sich um Vorwürfe, die sich auf Vergehen in den Jahren 2012 und 2013 bezögen. Damit seien die Sportler strafrechtlich wegen Verjährung nicht mehr zu belangen, da es sich um Vergehen vor mehr als fünf Jahren handelt. Sportrechtlich setzt die Verjährung allerdings laut WADA-Code erst nach zehn Jahren ein, so dass eine Sperre vor allem dem noch aktiven Fahrer droht.

Neben Hondo waren im Rahmen der sogenannten Operation Aderlass bislang der Italiener Alessandro Petacchi, die Österreicher Stefan Denifl und Georg Preidler, die Slowenen Borut Bozic und Kristijan Koren sowie der Kroate Kristijan Durasek als Radsportler im Kundenkreis von Schmidt ausgemacht worden.

Wie der Spiegel berichtet, habe Gräber auch erklärt, dass Schmidt noch bis ins Jahr 2018 hinein Radprofis beim Dopen geholfen hat - bei allen großen Rennen, darunter auch die Tour de France und die Tour de Suisse. Für die Frankreich-Rundfahrt 2019 habe Schmidt bereits Zimmer gebucht, bevor er Ende Februar im Rahmen der Dopingrazzia bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld zuhause in Erfurt festgenommen wurde.

Die Münchner Schwerpunktstaatsanwaltschaft hat gegen Schmidt und vier seiner Helfer, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte, Anklage erhoben. Ihnen werden unter anderem die gewerbsmäßige und teilweise bandenmäßige Anwendung verbotener Dopingmethoden beziehungsweise die Beihilfe dazu vorgeworfen. Schmidt selbst werde zudem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung angeklagt.

Am Freitag sprach Gräber in München in einer Presserunde mit mehreren Medien. Dabei erhöhte sich die öffentlich bekannte Zahl der in die Operation Aderlass-Affäre verwickelten Sportler von bislang 21 auf 23 - aus acht Ländern. Namentlich bekannt sind davon bislang aber nur gut die Hälfte der Fahrer.

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