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26.04.2019 | (rsn) - Hallo aus Mersin, Türkei! Das Frühstück fiel heute angesichts der 192 km langen Etappe bei mir etwas üppiger aus und da wir bereits 3 h vor dem Start die Busse für den zweistündigen Transfer zum Start besteigen mussten, blieb genug Zeit zur Verdauung. Nach einiger Zeit bogen wir von der Küstenstraße in die Berge ab und die Landschaft wurde sehr rau, karg und schön, man hätte dort auch ohne weiteres Winnetou-Filme drehen können. An einem reißenden Fluss lag ein Camp mit weißen Steilwandzelten, aber es hätte auch ein Indianercamp mit Tipis sein können. In den kleinen Bergdörfern, die wir passierten, ging das Leben seinen sehr gemütlichem Gang und die Alten saßen draußen bei türkischem Tee und spielten Brettspiele.
Der Startbereich war festlich geschmückt und an die vielen Schulkinder entlang der Strecke wurden türkische Fähnchen und Mützen verteilt und die Stimmung war ausgesprochen gut. Als wir nach 2 von 192 km den Startort Mut verlassen hatten bewies ich selbigen, ging eine Attacke mit und landete erneut in der Spitzengruppe. Diesmal war sie allerdings nur halb so groß wie gestern, nämlich 7 Fahrer stark, und ich kannte niemanden in der Gruppe. Mein Kalkül dabei war, auf den ersten Goldsprint nach 24 km fahren zu können und mit Vorsprung in den 1100 Höhenmeter umfassenden Anstieg zur ersten Bergwertung nach 42 km gehen zu können.
Der erste Plan klappte nicht, ich stellte mich beim Goldsprint dumm an und wurde wieder nur Vierter, dafür gingen wir, nachdem sich 3 Mann beim Goldsprint den Zahn gezogen hatten, zu viert mit 2:20 Minuten Vorsprung in den Anstieg. Ich merkte recht schnell, dass mir das Tempo der anderen drei für so einen langen Anstieg etwas zu schnell war und ließ sie ziehen, um alleine mein Tempo fahren zu können. Der Anstieg war ungleichmäßig und eklig zu fahren und ich schaute in den Kehren immer wieder nach unten zum immer kleiner werdenden Feld, das mir stetig näher kam.
Als ein Offizieller mit Stoppuhr am Straßenrand stand fragte ich ihn:“how far behind?“ und er antwortete mir nach einem Blick auf seine Uhr nur mit “too far“. Danke, so genau wollte ich es gar nicht wissen.
Als ich ungefähr 5 km vor der Bergwertung eingeholt wurde, waren es nur noch etwa 20 Fahrer und ich konnte mich noch für 3 km festbeißen bis ich abreißen lassen musste. Zum Glück war es nun jedoch nicht mehr so steil und wir abgehängten Fahrer wurden sogleich von den Autos überholt und zusammen mit Florian Obersteiner konnte ich in der kleinen Kolonne kurz nach der Bergwertung wieder aufschließen. Vorne waren nun nur noch zwei türkische Fahrer und dahinter wuchs die Gruppe recht schnell auf zunächst 28 Fahrer an, wobei ich mir nicht sicher bin, ob da bei einigen alles mit rechten Dingen zuging. Bald darauf stand der nächste Goldsprint an und ich verschlief etwas die Attacke von Nikodemus Holler, wurde in der letzten sehr engen Kurve von einem Motorrad, das genau dort stand, ausgebremst und wieder, na klar, Vierter.
Es ging nun weiterhin auf der Höhe wellig dahin bis zur zweiten Bergwertung und da das Tempo, das das Team Minsk bei der Nachführarbeit anschlug, nicht allzu hoch war, hatte ich die Muße, die schöne Landschaft und den Blick auf das entfernte Meer zu genießen. Der Nachteil davon war allerdings, dass unser Rückstand nach vorne immer größer wurde, bis zu 6 Minuten, und der Rückstand der abgehängten Grüppchen hinter uns immer geringer. Dementsprechend kamen immer mehr Fahrer von hinten zurück bis wir schließlich am Ende der langen Abfahrt mit unangenehmen Wellblechprofil in Richtung der Küste das Hauptfeld bildeten.
Nun stand der dritte Goldsprint an und ich wurde diesmal nicht Vierter, sondern war ein paar Plätze weiter hinten. In der engen Kurve danach rutschte Niko Holler wie gestern bereits Lukas Carstensen direkt vor mir weg und kam zu Fall, ich konnte jedoch glücklicherweise gerade so noch ausweichen und er verletzte sich nicht ernsthaft. Für diesen Beinahe-Crash revanchierte sich Bike Aid, indem sie mich während der ganzen Etappe mit Flaschen versorgten, da mein Teamauto hinten geblieben war. Vielen Dank nochmal dafür!
Jetzt standen noch 70 eher langweilige Kilometer auf der breiten und nur leicht welligen Küstenstraße nach Mersin an und da Herrmann und Bike Aid mit je 5 Fahrern im Feld vertreten waren, halfen sie Minsk bei der Tempoarbeit. Der Vorsprung der beiden Ausreißer schmolz nun schnell und etwa 15 km vorm Ziel holten wir sie ein. Das bedeutete, dass es beim letzten Goldsprint 10 km vor dem Ziel wieder für drei Mann etwas zu holen gab und ich wollte es nochmal versuchen und lauerte auf die Wertung, sah sie aber einfach nicht.
Als alle anfingen zu sprinten sah ich nur das 10 km Schild und ging kurz danach eine Attacke von Niko Holler mit, der Leon Echtermann verfolgte.
Wie sich im Hotel herausstellte, kam in diesem Moment der Strich und ich wurde von mir unbemerkt Dritter hinter den beiden, erschien aber nicht zur Siegerehrung, da ich es ja nicht wusste und muss mal schauen, wie ich jetzt zu meinem langersehnten Gold komme.
Der Sprint mit ein paar Ellenbogen und Kurven wurde dann von Bike Aid und Herrmann für ihre Sprinter sehr gut angefahren und wie ich gestern bereits voraus gesagt hatte, gewann Bike Aid mit Aaron Grosser vor Herrmann mit Florian Obersteiner, der somit erneut starker Zweiter wurde. Mir blieb von zu weit hinten kommend nur noch der 7. Platz, immerhin eine Steigerung zu gestern. Anschließend fuhr ich die 17 km ins Hotel natürlich zum Ausrollen noch mit dem Rad.
Morgen steht bei insgesamt 190 km Transfer die kürzeste Etappe mit nur 67 km an, wobei es allerdings vom Start auf 0 Meter zum Ziel auf 1100 m hoch geht und dabei 2200 Höhenmeter überwunden werden wollen. Ich finde jedoch, es sollte bei UCI Rundfahrten verboten sein, normale Etappen von unter 100 km Länge zu fahren. Ich weiß noch nicht wie ich es morgen anstelle, denke aber, dass ich abgehängt werde und meinen 8. Gesamtplatz verlieren werde. Morgen gleiche Stelle, gleiche Welle Gez. Sportfreund Radbert
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