Auch die deutschen Männer holen in Berlin Silber

Vogel und Welte müssen weiter auf EM-Gold im Teamsprint warten

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Kristina Vogel und Miriam Welte haben bei der Bahn-EM Silber im Teamsprint gewonnen. | Foto: Cor Vos

20.10.2017  |  Berlin (dpa) - Kristina Vogel beschleunigte noch einmal auf Tempo 60, dann senkte sie den Kopf. Ganz knapp ist die Erfurterin mit ihrer Partnerin Miriam Welte beim Heimspiel in Berlin am Bahn-Europameistertitel vorbeigerauscht.

Die Olympiasiegerinnen von London 2012 verloren das Finale im Velodrom gegen Angstgegner Russland, sicherten sich aber wie die Männer im Teamsprint die Silbermedaille. So durften sich die Gastgeber über einen ordentlichen Start bei der Heim-EM freuen, auch wenn der Vierer in der Mannschaftsverfolgung knapp Bronze vorpasste.

Gold bei Olympia und Weltmeisterschaften hatten Vogel und Welte bereits geholt, nur der EM-Titel fehlte noch in ihrer beachtlichen Medaillensammlung. Doch wie schon in den Jahren 2013 bis 2015 war das russische Team - diesmal in der Besetzung Anastasija Woinowa und Daria Schmelewa - vor 1600 Zuschauern einen Tick schneller. Am Ende fehltenden Deutschen  24 Hundertstelsekunden zum EM-Titel.

"Hätte, hätte, Fahrradkette. Na gut, es ist der Anfang der Saison. Wir haben eine Medaille. Wir haben uns erstmal orientiert. Und wenn es nicht dieses Jahr ist, dann halt nächstes Jahr", sagte Voge zum verpassten EM-Gold. Welte fügte hinzu: "Wir sind ein wenig enttäuscht. Wir wollten unbedingt diesen Titel gewinnen."

Auch für die deutschen Teamsprinter reichte es nicht zum großen Coup. Robert Förstemann, Maximilian Levy und Joachim Eilers lieferten im Finale den Franzosen Benjamin Edelin, Quentin Lafargue und Sebastien Vigier einen großen Kampf, unterlagen in 43,337 Sekunden dem Titelverteidiger (43,254) aber knapp. Doch allein schon der Final-Einzug war ein großer Erfolg, noch bei der WM im Frühjahr hatte die deutsche Mannschaft mit Platz zwölf enttäuscht.

Deutlich formverbessert präsentierte sich auch der deutsche Vierer, der ganz knapp seine erste internationale Medaille seit 2014 verpasste. Felix Groß, Theo Reinhardt, Domenic Weinstein und Kersten Thiele verloren in der 4000-m-Mannschaftsverfolgung in 3:58,435 Minuten das kleine Finale gegen Russland (3:57,517). Die letzte Medaille holte das BDR-Team mit Platz zwei bei der EM in Grenchen 2014. Gold ging an die Franzosen (3:55,780), die sich im Finale gegen Italien (3:55,986) durchsetzten.

"Ich denke, wir können mit Silber sehr zufrieden sein“, kommentierte Levy das Ergebnis. Teamkollege Förster ergänzte: "Nach der verkackten WM in Hongkong hatte ich enorm zu kämpfen, insofern bin ich mit dem zweiten Platz sehr zufrieden. Das war ein guter Auftakt in die Wintersaison.“

Einen Schock gab es gleich zum Auftakt in der Mannschaftsverfolgung der Frauen, als der deutsche Vierer heftig stürzte. Wenige Runden vor Schluss kam es im Lauf gegen den britischen Vierer beim BDR-Team zu einer Berührung zwischen Ex-Straßen-Weltmeisterin Lisa Brennauer (Durach) und Gudrun Stock (München). Daraufhin gingen Brennauer, Charlotte Becker (Berlin) und Lisa Klein (Erfurt) zu Boden.

Brennauer erlitt bei dem Sturz eine heftige Prellung im Gesicht. Auch Becker und Klein trugen Prellungen und Schürfwunden davon. "Es tut mir leid. Ich bin zu nah ans Hinterrad gefahren. Es ist schade, es wäre viel drin gewesen", sagte Brennauer, die nach einer ersten Untersuchung offenbar keinen Knochenbruch im Gesicht davongetragen hat. Becker wollte die linke Schulter noch einmal untersuchen lassen. Ihrer Teamkollegin Brennauer war sie aber nicht böse: "Lisa macht sich voll die Vorwürfe, muss sie aber nicht." Das Quartett war am Vortag in der Qualifikation noch in 4:25,355 Minuten deutschen Rekord gefahren. Gold gewannen anschließend Italien.

Ex-Weltmeister Lucas Liß verpasste im Scratch eine Medaille. Der Bergkamener belegte den 15. Platz, es siegte der Franzose Adrien Garel. Im Ausscheidungsfahren der Frauen erreichte Romy Kasper (Forst) Platz sieben, den Titel gewann Kirsten Wild aus den Niederlanden.

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