Der große rsn-Gravelbike-Test - Teil 4, Rad 1

Rennstahl 853 Speed Gravel: Keep on Rollin´

Von Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "Rennstahl 853 Speed Gravel: Keep on Rollin´"
Das Speed-Gravelbike von Rennstahl rollt flott und ohne Tadel, idealerweise über nicht allzu weichen oder tiefen Untergrund. | Foto: pressBureau.eu/ w preß

09.12.2019  |  Seit März 2018 stellte radsport-news.com in seinem großen Gravelbike-Test in drei Teilen insgesamt 31 Schotterräder vor. Daneben trudelten in der Redaktion beständig Anregungen und Anfragen ein, ob wir nicht noch diesen oder jenen Schotter-Renner vorstellen und testen können.

So starten wir nun in den vierten Teil unseres Gravelbike-Tests - rechtzeitig vor Weihnachten, mit weiteren sieben Rädern, darunter Rennstahl, Airstreem, Stevens, Mosaic, Falkenjagd, Specialized und 8bar. Los geht's mit dem neuen Stahl-Klassiker "853 Speed Gravel" von Rennstahl.

Die Münchner Stahlrahmenbauer präsentierten im Januar 2018 ihr erstes Schotter-Rad,
das „853 Gravel“, das rsn als eine der ersten Redaktionen testen konnte. Das Bike gibt es mittlereweile in diversen Versionen: Als reinen Stahl-Gravel-Racer mit Carbon-Gabel und Kettenschaltung, dann mit Rohloff-Nabe, oder als Randonneur/ Reiserad mit verschiedenen Schaltungen (Kette, Pinion, Rohloff) und Vollausstattung (Licht, Naben-Dynamo, Schutzbleche, zwei Titan-Gepäckträger, USB-Ladebuchse).

Im Herbst stellte Rennstahl-Chef Andreas Kirschner das neue 853 Speed Gravel vor, das sich mit relativ schmalen Gravel-Reifen deutlich Richtung härterer Untergründe und Asphalt orientert. Allen Stahl-Schotter-Rennern gemeinsam ist der von Rennstahl entwickelte Rahmen, der vor allem bei der Bereifung viele Optionen bietet. Der Durchlauf ist groß genug für bis zu 38 mm Reifenbreite bei 28 Zoll, bzw 50 mm bei 27,5-Zoll-Felgen (jeweils mit Schutzblechen) .

Andreas Kirschner legt auf Details
und saubere Verarbeitung viel Wert, wie auch das Speed Gravel zeigt. Schön und bei Stahlrädern selten sind die innen verlaufenden Bremszüge in Gabel und Unterrohr. Zudem gibt es reichlich Gewindebohrungen, für zwei Flaschenhalter, Schutzbleche und Gepäckträger. Die Bezeichnung des Bikes rührt von den verbauten Rohren: Von Reynolds kommt der Rennrad-Rohrsatz mit der Nummer 853.

Ins Auge fällt die matte, kathodische Tauchbad-Beschichtung, die den Rahmen innen wie aussen versiegelt und beständig gegen Korrosion macht. Das Tretlager liegt nicht so hoch wie bei Crossern, was bei hohem Tempo die Straßenlage verbessert und den Schwerpunkt nach unten bringt, ohne Nachteile im Gelände. 

Das für ein Stahlrad niedrige Gewicht
von rund neun Kilogramm macht sich schon beim Losfahren durch beste Beschleunigung bemerkbar. Der gute Geradeauslauf und das leichte Handling sorgen für prima Fahreigenschaften. Die Sitzposition ist sportlich, aber nicht zu gestreckt, das Tretlager liegt etwas niedriger als bei vielen Gravelbikes - was den Schwerpunkt senkt, und damit das Fahrverhalten satter macht, vor allem in schnellen Kurven.

Die mit 30 Millimeter für einen Schotterrreifen vergleichsweise schmalen Schwalbe G-One Speed laufen naturgemäß umso besser, je härter der Untergrund ist - vor allem wenn man mit dem maximalen Luftdruck von 5,5 bar fährt. Die Annäherung an die Minimal-Grenze von 3,5 bar empfiehlt sich, je weicher das Geläuf wird. Im tieferen Schotter und Matsch haben die 30-mm-Reifen natürlich ihre Grenzen. Wer da häufiger unterwegs ist, sollte über breitere Schlappen nachdenken. Die Möglichkeiten dazu sind groß - siehe oben. Zum "Speed"-Konzept passen die 30er jedoch gut.

Die 160-mm-Campagnolo-Scheibenbremsen
funzen tadellos, die Bremsleistung ist stets gut zu dosieren. Bei der Campa-Schaltung fällt allerdings einmal mehr auf, dass sie im Vergleich zur Shimano Ultegra einen Tick langsamer ist, vor allem beim Wechsel in kleinere Gänge - ein Tribut an das andere Griff-Hebel-System, das durch die kürzeren Schalthebel und den Drücker zum Herunterschalten mit geringeren Hebelkräften auskommen muss.   
rsn-Bewertung:
Wie beim Original-853 - toller Rahmen, prima Ausstattung, niedriges Gewicht, dazu nun schnelle, aber noch recht universell einsetzbare Reifen. Das Speed-Gravelbike von
Rennstahl rollt flott und ohne Tadel, idealerweise über nicht allzu weichen oder tiefen Untergrund. Das Fahrverhalten ist top, die Komponenten  - darunter etliche feine Titan-Teile der Kirschner-Marke Falkenjagd - harmonieren bestens. Und der Rennstahl-Konfigurator bietet alle Möglichkeiten für alternative Ausstattungen...

Die Daten
Größen: 50, 55, 60 cm
Gewicht 9,1 kg (ohne Pedale)
Zul. Gesamtgewicht: 165 kg
Rahmen: Stahl, Reynolds 853
Gabel: Rennstahl Carbon
Schaltung: Campagnolo Record, 2 x 12
Schalthebel: Campagnolo Record
Kurbel: Campagnolo Record
Übersetzung: 50, 34 Z./ 11 - 34 Z.
Naben: Tune Kong
Felgen: ZTR Grail, 32-Loch
Reifen: Schwalbe G-One Speed, 30 mm
Bremsen: Campagnolo Record, hydr. Scheibenbremsen, 160/ 160 mm
Vorbau: Falkenjagd Titan
Steuersatz: Acros Ai
Lenker: Syntace RaceLite CDR
Sattelstütze: Falkenjagd Titan
Sattel: Selle Italia SLR Carbon
Preis (Testmodell): 4848 Euro
Sonstiges: Steckachsen 12 mm (v, h); Flaschenhalter Falkenjagd Titan (2)

Mehr Infos zu unserem großen rsn-Gravelbike-Test finden Sie hier.

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Weitere Informationen

Rennstahl
A. & A. Kirschner Fahrrad-Manufaktur GbR
Rathausplatz 13
85748 Garching

Fon: 089 88 90 36 51

E-Mail: rennstahl@rennstahl-bikes.com
Internet: www.rennstahl-bikes.de

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