Interview mit dem Rostocker Triathleten, der auch gern Jedermann-Rennen fährt

Andreas Raelert: "Den Traum Hawaii werde ich nie aufgeben!"

Von Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "Andreas Raelert:
| Foto: raelert-brothers.com

09.02.2015  |  Der Triathlet Andreas Raelert vertrat Deutschland zweimal bei Olympischen Spielen: In Sydney 2000 erreichte der Rostocker den 12. Platz, und vier Jahre später in Athen Platz 6. Im Jahr 2009 gelang ihm der internationale Durchbruch: Andreas finishte bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii als bester Deutscher auf dem dritten Rang.

Seit seinem Sieg bei der "Challenge Roth" im Juli 2011 hält Andreas die Weltbestzeit auf der Lang-Distanz (3,8 km Schwimmen, 180 km Rad, 42 km Laufen) mit 7:41:33 Stunden. In diesem Rennen schraubte er zudem den Langdistanz-Weltrekord im Radfahren auf 4:11:43 Stunden. Andreas' vier Jahre jüngerer Bruder Michael ist ebenfalls ein erfolgreicher Triathlet.

radsport-aktiv: Wie motiviert man sich im Winter nach einer holprigen Saison, in der wenig nach Wunsch gelaufen ist?
Andreas Raelert: Obwohl meine Saison mit einem verletzungsbedingtem 'dnf' ("did not finish", aufgegeben; d.Red.) in Frankfurt, und nur einem Ironman-Podium in Kanada nicht nach Wunsch verlief, ist meine Motivation größer denn je. Und sie ist unabhängig von den Jahreszeiten. Mit einem Mix aus Trainingslagern und einem tollen sportlichen wie auch privaten Umfeld daheim, können selbst verregnete, kalte Wintertage sehr erfrischend sein.

Was steht bei Dir im Winter im Vordergrund: mehr entspannen, oder mehr trainieren?
Das Geheimnis ist, genau die richtige Balance zu finden. Seit Mitte Dezember läuft meine Vorbereitung für 2015: Trainingslager in Thailand, Langlauf-Camp in Österreich, im Januar war ich länger mit dem 'Team Erdinger Alkoholfrei" auf Fuerteventura.

Wie sind die Pläne für die neue Saison? Wieder zum Ironman nach Hawaii?
Für die nächsten drei Jahre wird Hawaii immer mein ganz großes Ziel sein. Den Traum werde ich nie aufgeben! Mein erster Wettkampf 2015 wird wohl im Mai in Amerika über die Bühne gehen.

Nächstes Jahr steht Dein 40. Geburtstag an. Wie sind die Perspektiven?
Bei den Profis gibt es ja zum Glück keine Altersklassen (grinst). Ich möchte schon noch ein paar Jahre dabei bleiben. Mal sehen...

Hätte Dich Olympia nochmal gereizt?
Rio 2016 werde ich als Zuschauer gespannt verfolgen, auch weil ich viele Starter dort persönlich kenne. Die Eindrücke meiner beiden olympischen Teilnahmen sind mir immer noch gegenwärtig.

Denkst Du über Alternativen zum Profi-Triathlon nach?
Natürlich - ewig kann ich ja nicht Profi sein. Mit unserem Familien-Unternehmen 'Raelert-Brothers' möchte ich gemeinsam mit meinen Brüdern Michael und Sven-Peter als Manager weiter im Sport verwurzelt bleiben.

Du gehst nie mit Michael zusammen in einen Wettkampf. Warum?
Das stimmt nicht ganz: Auf Hawaii gehen wir gemeinsam an den Start. Aber da Micha und ich uns in nahezu jeder Trainingseinheit miteinander messen, haben wir sonst kein Bedürfnis, das auch in Wettkämpfen zu tun.

Du bist auch mal bei Jedermann-Rennen unterwegs...
Ja, ich bin sehr Radsport-begeistert. Wenn's in meinen Trainingsplan passt, baue ich solche Rennen immer wieder ein.

Deine Tips fürs Winter-Training?
Langlauf ist ein großartiger Ausgleichssport, das mache ich im Winter regelmäßig. Und Rollentraining eignet sich hervorragend, um gezielt Kraftausdauer-Programme zu fahren - auch wenn's nicht immer Spaß macht.

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