ADFC und VCD kritisieren Pläne von Union und SPD zum Führerschein-Entzug bei Delikten

"Mobil sein ohne Auto ist keine Strafe"

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| Foto: ADFC

22.11.2013  |  Als Strafe bei Delikten wie Diebstahl soll nach Plänen von Union und SPD der Führerschein eingezogen werden. Das berichtete gestern die Tageszeitung „Die Welt“: Die beiden Parteien hätten sich darauf im Rahmen der Koalitionsverhandlungen in der Arbeitsgruppe Inneres und Justiz geeinigt.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierten diesen Vorschlag als extreme Diskriminierung umweltfreundlicher Mobilitäts-Formen.

Die Parteien begründeten ihre Idee unter anderem mit der „fühlbaren Einschränkung der Mobilität“, die diese Strafe bedeute. Der stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende Ludger Koopmann sagt: „Wer glaubt, dass Fahrradfahren und die Nutzung des öffentlichen Verkehrs eine Strafe sind, der verspottet alle Bemühungen für eine umweltgerechte Mobilitäts-Kultur. Von moderner Mobilität kann da keine Rede sein.“

Untersuchungen zeigen, dass bereits jetzt immer weniger junge Menschen das Auto als Status-Symbol ansehen, und flexibel jeweils das Verkehrsmittel nutzen, das sie am schnellsten ans Ziel bringt. Und schneller geht es in vielen Fällen mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Verkehr ohnehin.

„Die Verhandlungsführer von Union und SPD scheinen den Bezug zur Realität verloren zu haben. Anstatt die umweltfreundlichen und zukunftsfähigen Verkehrsmittel wie Bahn und Fahrrad zu fördern, wird diesen mit Ideen vom Rücksitz der Staatskarossen der Garaus gemacht“, kritisiert Michael Ziesak, Bundesvorsitzender des VCD.

ADFC und VCD appellieren an die Verhandlungsführer in den Koalitionsgesprächen: „Wir müssen jetzt den Übergang von einer autozentrierten zu einer nachhaltigen Mobilitäts-Kultur meistern.“

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