Ötztaler Radmarathon - Rennbericht Jörg Ludewig

Eine persönliche Duftmarke gesetzt

Von Jörg Ludewig

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Jörg Ludewig | Foto: Jörg Ludewig

05.09.2012  |  (rsn) - Der "Ötzi" ist lang 'rum, und Lude ist immer noch platt! Leute, Leute - das Ding in Verbindung mit der Eurobike-Vorbereitung und der Messe direkt im Anschluss: Ich bin geschafft! Aber nun zum geilsten Jedermannrennen der Welt:

Ich habe schon beim ersten Antritt gemerkt, dass ich träger und zäher unterwegs bin als letztes Jahr! Irgendwie hatte ich keinen echten "Lude-Bumms" auf dem Pedal; Problem: ich habe das schon bergab in Richtung Ötz gemerkt!!! Der Stress in der Eurobike-Vorbereitungszeit mit momentan 1,5 Jobs und 2 Verantwortlichkeiten hat lange Tage und kurze Nächte gefordert. Das konnte ich einfach nicht wegreden - und schon gar nicht strampeln!

Ergo wusste ich, dass nur die Variante "langsam steigern" einen adäquate Taktik sein konnte. Ich musste leider schon am ersten Berg abreißen lassen, bin dann mit Topspeed 121 km/h bei Nässe wieder herangefahren, was mit neuen Lightweight-Laufrädern "Meilenstein" und Schwalbes HT-Reifen recht stressfrei möglich war!

Der Brenner ist für mich, mit 7000 km Jahresleistung und 82 Kilogramm Eigengewicht mein Berg: Da hat`s noch gerollt, da kann ich meine Stärken ausspielen, und Schwächen kaschieren! Aber am Jaufen habe ich dann gemerkt, dass einfach zu wenig langes Training und Brennstoff in meinen Hufen stecken! Ein Antritt, und ich war allein unterwegs - aber hinten....

Nun gut, Platz 8 war da noch ok, ich also Hackengas und vollgas bergab. Das war der erste echte Fehler - 2 Min. langsamer bergab, und mit Ruhe essen hätte mir zum Schluss 10 Min. Verspätung erspart! Als der spätere Sieger an mir vorbeizog, ist mir vom Windzug fast der Helm vom Kopf geflogen! 53/ 21 zu 39/ 23, was ich gekettet hatte-> das spricht Bände! Ich hatte, wie jedes Jahr, den Anker geworfen...

Da ich direkt so überzogen hatte, dass mein Darm keinen Bock mehr hatte, hab ich zu guter Letzt auch noch meine ganz persönliche "Duftmarke" im Timmelsjoch-Wäldchen hinterlassen... Von daher gehen 20 Min. Rückstand und Platz 16 in Ordnung; mehr ist zu den Rahmenbedingungen einfach nicht drin! Meine Prios sind ja auch, dass Ihr, liebe Leser, die "geilsten Wheels" der Welt kaufen könnt!

Ciao

Euer Lude

Jörg Ludewig war von 1998 bis 2007 Rad-Profi, unter anderem bei Saeco und T-Mobile. Seit seinem Karriere-Ende arbeitet der heute 36-Jährige bei "Carbonsports", und ist dort für den Vertrieb der Lightweight-Laufräder zuständig.

 

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