Bahnchef reduziert Fahrradmitnahme im Fernverkehr

10.03.2003  |  Während immer mehr Tourismusregionen Urlauber mit der kostenlosen Fahrradmitnahme im Regionalverkehr anlocken, scheint Bahnchef Hartmut Mehdorn eine Kampagne gegen Fahrradfahrer im Fernverkehr zu führen. Nach dem Rauswurf aus dem ICE wurde nun die Radmitnahme nach Ungarn gekappt. Damit erschwert Mehdorn die umweltfreundliche An- und Abreise zu Europas beliebtesten Radfernweg entlang der Donau erheblich.

Karsten Hübener, Bundesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), befürchtet: „Jüngst hat Mehdorn wohl die nächste Generation der InterCity-Züge ohne Fahrradabteile bestellt. Damit würde er gerade Tourismusregionen wie Oder-Neiße, Bayrischer Wald, Mosel, Nord- und Ostseeküste sowie das Saarland weitgehend von Fahrradtouristen abschneiden.“

Während die CityNightLine-Züge und der französische Konkurrent TGV - beide mit Fahrradmitnahme - stolze Zuwächse verbuchen, meldet Mehdorn 18 Prozent Umsatzrückgang. „Die Bahn erweist sich damit als Unsicherheitsfaktor für den Arbeitsmarkt im Tourismus“, sagte Hübener anlässlich der Internationalen Tourismus Börse in Berlin. Diese kundenunfreundliche Unternehmenspolitik habe nichts mehr mit Intermodalität im Umweltverbund zu tun.

Für die bundesweit angelegte ICE-Kampagne „Jetzt sind wir am Zug“ erfährt der ADFC vehementen Zuspruch. Hunderte treuer, aber verärgerter Bahnkunden, Tourismusmanager und -politiker, wollen sich ihr Mobilitätsverhalten von Flugfreund Mehdorn nicht länger diktieren lassen. Mehr Infos zur Kampagne gibt es unter www.adfc.de/politik/ice.

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