Spanier gewinnt 55. Baskenland-Rundfahrt

Rodriguez übertrifft seine wildesten Träume

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Joaquim Rodriguez hat die 55. Baskenland-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

11.04.2015  |  (rsn) – Joaquim Rodriguez (Katusha) hat im Kampf um den Gesamtsieg bei der 55. Baskenland-Rundfahrt das Duell gegen Sergio Henao (Sky) deutlich für sich entschieden und den Kolumbianer im Zeitfahren der abschließenden 6. Etappe noch das Gelbe Trikot entrissen.

„Nicht in meinen wildesten Träumen hätte ich mir vorstellen können zu gewinnen“, kommentierte Rodriguez seinen ersten Gesamtsieg bei einer Baskenland-Rundfahrt. „Ich habe mich als Fahrer bei diesem Rennen weiterentwickelt und es ist sehr wichtig für mich. Aber ich habe nicht gedacht, es in meinem Alter noch mal gewinnen zu können.“

Der 35 Jahre alte Spanier war im 18,3 Kilometer langen Einzelzeitfahren rund um Aia nur vier Sekunden langsamer als der Niederländer Tom Dumoulin (Giant-Alpecin), der sich in der Zeit von 28:46 Minuten seinen ersten Saisonsieg sicherte. Henao, der zeitgleich mit Rodriguez als letzter Fahrer den mit zwei schweren Bergen versehenen Parcours - darunter die bis zu 26 Prozent steile 1,7 Kilometer lange Schlussrampe hinauf nach Aia – in Angriff genommen hatte, zeigte zwar ebenfalls eine überzeugende Leistung, musste sich aber 17 Sekunden hinter Dumoulin mit Rang vier begnügen.

Das reichte dem Kolumbianer nicht, um das Gelbe Trikot, das er mit nach der 3. Etappe übernommen hatte, mit nach Hause zu nehmen. 13 Sekunden betrug letztlich Henaos Rückstand im Gesamtklassement auf Rodriguez, für den sich nach einer langen Zeit der Erfolglosigkeit die Baskenland-Rundfahrt zu einer Art Comeback-Rennen entwickelt hatte. Der Katalane gewann zwei Etappen und entschied neben der Gesamt- auch die Punktewertung für sich.

„Ich kam in einer guten Form her, aber habe nicht erwartet, auf einem so hohen Level zu fahren“, meinte der Katusha-Kapitän. „Ich bin wie ein Ausreißer gefahren und habe alles gegeben. Für mich war das ein gutes Zeitfahren, es ging viel auf und ab und hat mich an die Tour de France 2013 erinnert (damals wurde Rodriguez auf ähnlichem Terrain im Zeitfahren Dritter hinter Chris Froome und Alberto Contador).

Dem 27 Jahre alten Henao blieb dagegen nur Rang zwei, gefolgt vom Spanischen Meister Ion Izagirre (Movistar), der sich als Dritter des Zeitfahrens – fünf Sekunden hinter dem Sieger – noch vom achten auf den dritten Platz des Schlussklassements verbesserte und seinen kolumbianischen Teamkollegen Nairo Quintana auf Rang vier verdrängte.

Izagirre hatte nach sechs Etappen 29 Sekunden Rückstand auf Rodriguez, Quintana, der Gesamtsieger von 2013, immerhin bereits 38. Der Giro-Sieger war auf Rang sieben des Zeitfahrens, 30 Sekunden hinter Dumoulin, sogar „nur“ drittbester Movistar-Fahrer, denn der Spanier Benat Intxausti (+0:21) sicherte sich Rang fünf vor dem Italiener Fabio Felline (Trek/+0:23), der das Zeitfahren des Critérium International gewonnen und seine damaliges Ergebnis auf ungleich schwererem Kurs bestätigen konnte.

Als zu schwer erwies sich die Strecke für Tony Martin (Etixx-Quick-Step), der im Gegensatz zu seinen Konkurrenten davon Abstand genommen hatte, im ersten Berg nach rund der Hälfte des Rennens seine Zeitfahrmaschine gegen ein herkömmliches Straßenrad einzutauschen.

42 Sekunden hinter seinem Konkurrenten Dumoulin, der bei der Zwischenzeit am Ende der ersten Abfahrt nach knapp elf Kilometern nur als Elfter gestoppt worden war, musste sich der dreimalige Zeitfahrweltmeister mit Rang elf begnügen, noch hinter dem Portugiesen Rui Costa (Lampre-Merida/+0:34), dem Esten Rein Taaramäe (Astana/+0:36) und seinem polnischen Teamkollegen Michal Kwiatkowski (+0:37).

Gesamtfünfter wurde der junge Brite Simon Yates (Orica-GreenEdge/+0:46), der eine erfolgreiche Woche mit dem zwölften Platz (+0:43) bei der Bergankunft in Aia abschloss. Rang sechs im Schlussklassement belegte der Italiener Michele Scarponi (Astana/+1:06), gefolgt von Rui Costa (+1:14), Kwiatkowski (+1:15), dem Russen Ilnur Zakarin (Katusha/+1:25) und dem Franzosen Thibaut Pinot (FDJ/+1:33).

Alle Chancen auf das Podium büßte Simon Spilak (Katusha) unmittelbar nach dem Start ein. Der Slowene, vor dem Zeitfahren als Sechster geführt, musste nach einem technischen Defekt nur wenige Meter, nachdem er von der Rampe herabgerollt war, sein Rad tauschen und fiel noch auf Rang zwölf der Gesamtwertung zurück.

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