"Winokurow hat das Faß zum Überlaufen gebracht"

Bruyneel rechnet mit Astana ab

Foto zu dem Text "Bruyneel rechnet mit Astana ab"

Astana-Teamchef Johan Bruyneel bei der Tour de France 2009

Foto: ROTH

18.09.2009  |  (rsn) – Das Kapitel Astana hat der künftige Ex-Teamchef Johan Bruyneel innerlich schon abgehakt, auch wenn die Saison 2009 noch nicht ganz zu Ende ist. Der 45-järhrige Belgier, der gemeinsam mit Lance Armstrong zum neuen Radio-Shack-Team wechselt, rechnete in seiner Kolumne in der niederländischen Zeitung "De Telegraaf" mit seinem bisherigen Arbeitgeber ab. „Ehrlich gesagt bin ich es leid, mich mit einigen Kasachen auseinandersetzen zu müssen“, schreibt Bruyneel unter anderem.

Vor allem eine Zusammenarbeit mit dem nach abgelaufener Dopingsperre zurückgekehrten Alexander Winokurow konnte sich Bruyneel nicht vorstellen. „Winokurow hat das Fass zum überlaufen gebracht. Er hat in einer Presseerklärung gesagt, dass ich das Team verlassen müsse, falls ich ihn nicht bei Astana wolle. Als ich bei Astana angefangen habe, habe ich klar zu verstehen gegeben, dass ich ihn nicht im Team haben wollte“, so Bruyneel, der anfügte. „Die Rückkehr von Winokurow ist der Grund, warum ich das Team verlasse.“ Und Bruyneel legte nach: „Ich bin froh, dass ich ab dem 1. Januar 2010 nichts mehr mit dem Team zu tun habe. Rund um das Team gab es ein paar mächtige Kasachen, die alles gestört haben. Gegen sie hatte ich keine Chance.“

Auch die finanziellen Probleme im Frühjahr passten dem neuen Radio-Shack-Teamchef nicht. Diese empfand er als „peinlich. Sie haben einige Narben bei mir hinterlassen. Nur mit viel großem Kampf konnten wir das Problem lösen.“

Die Zukunft des Astana-Teams sieht Bruyneel alles andere als rosig. „In den letzten vier Jahren waren vier Teammanager bei Astana. Das sagt viel. Wie es mit dem Team weitergeht? Das weiß ich nicht. Die UCI fordert ja, dass das Team ein glaubwürdiges Management bekommt.“

Und zur Zeit hat Astana noch gar kein Management für 2010. Steht bis zur WM kein Nachfolger für Bruyneel fest, droht dem kasachischen Team der Entzug der ProTour-Lizenz. Dem Belgier wird es egal sein.

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