Tour de l´Avenir

Tony Martin erobert das Gelbe Trikot

11.09.2007  |  (Ra) - Der Erfurter Tony Martin fährt bei der französischen Tour de l'Avenir, nach der 5.Etappe im Gelben Trikot des Gesamtführenden. Beim 24km langen Zeitfahren rund um Sassay reichte dem 22 Jahre alten Nationalfahrer ein vierter Platz, um die Spitzenposition in der Gesamtwertung zu erobern. Es siegte der 21-jährige Tunesier Rafaa Chtioui, der in einem gemischten Team antritt, mit jeweils vier Sekunden Vorsprung vor Adriano Malori (Italienisches Nationalteam) und dem T-Mobile-Neuzugang Edvald Boasson Hagen (Norwegisches Nationalteam).

Martin, der ansonsten für das Thüringer Energeie Team fährt, hatte zehn Sekunden Rückstand auf den Tagessieger und führt vor der 6. Etappe am Dienstag mit 18 Sekunden Vorsprung vor dem Dänen Andre Steensen und dem bisherigen Spitzenreiter Bauke Mollema (Niederlänisches Nationalteam/+ 0:19).

„Es war sehr windig heute und ich wusste, dass ich das Gelbe Trikot kriegen konnte“, so Martin nach dem Rennen. „Ich wusste nur nicht, wie stark die anderen Jungs sein würden. Ich bin sehr glücklich mit diesem Resultat, weil ich mich für die Weltmeisterschaften in Stuttgart qualifizieren möchte. Jetzt kämpfe ich hier um den Gesamtsieg. Ich denke, unser Team ist stark genug, um meine Spitzenposition zu verteidigen.“

"Die WM-Form kommt. Wir liegen voll im Plan", freute sich Trainer Jens Lang über den Erfolg seines Schützlings. Mit diesem Zeitfahrergebnis hat sich Martin zudem für einen Doppelstart in Stuttgart empfohlen. Momentan ist der Erfurter für das Straßenrennen gesetzt.

Eine Überraschung war der Triumph des jungen Tunesiers. "Unglaublich, ich fühle mich, als wäre ich Weltmeister geworden!", jubelte der Nordafrikaner, der schon vor drei Jahren bei der WM in Verona als Vize-Weltmeister der Junioren für eine Sensation gesorgt hatte. "Seit ich klein war, träume ich von einem Sieg bei einem großen Rennen, aber ich habe nie gedacht, dass ich dazu in der Lage bin."

Großes Pech hatte Lokalmatador Jerome Coppel. Der französische U23-Meister auf der Straße und im Zeitfahren hatte die beste Zwischenzeit, stürzte aber in der letzten Kurve und musste sich mit Platz zehn begnügen.

Die "Tour de l`Avenir" wird von der ASO, der Organisation der Tour de France veranstaltet und zählt zu den wichtigsten Rennen der U23. In diesem Jahr nehmen ausschließlich Nationalmannschaften teil. Am Dienstag folgt die sechste Etappe von Contres nach Saint-Amand-Montrond über 143 Kilometer.

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