RSN-Rangliste, Platz 3: Pascal Ackermann

Corona-Pause die einzige Enttäuschung einer starken Saison

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Corona-Pause die einzige Enttäuschung einer starken Saison"
Pascal Ackermann (Bora - hansgrohe) | Foto: Cor Vos

22.12.2020  |  (rsn) - Nachdem er zweimal hintereinander die Jahresrangliste von radsport-news.com für sich hatte entscheiden können, reichte es für Pascal Ackermann (Bora - hansgrohe) diesmal "nur" zu Rang drei. Dabei kann der Sprinter auf eine erneut erfolgreiche Saison zurückblicken, an deren Ende acht Siege stehen, darunter zwei bei der Vuelta a Espana.

"Generell bin ich mit der Saison happy und mehr als zufrieden, auch wenn ein paar Ergebnisse dabei gewesen sind, bei denen ich sage: Da hätte ich lieber gewonnen, weil es so knapp war", spielte Ackermann gegenüber radsport-news.com auf seine weiteren zwölf Podiumsplatzierungen an.

Bereits zum Saisonauftakt überzeugte Ackermann bei der Mallorca Challenge, als er bei der Trofeo Felanitx (1.1) und der Trofeo Palma (1.1) jeweils Zweiter wurde - jedesmal im Sprint vom jungen Italiener Matteo Moschetti (Trek - Segafredo) geschlagen.

Der erste Saisonsieg folgte Mitte Februar bei der Clasica Almeria (1.Pro), die er bereits 2019 hatte gewinnen können. Genau eine Woche später entschied Ackermann zudem den Auftakt der UAE Tour für sich und ließ dabei unter anderem Caleb Ewan (Lotto Soudal) und Dylan Groenewegen (Jumbo - Visma) hinter sich. Auch bei Paris - Nizza, dem letzten Rennen vor der Corona-Pause, zeigte sich der Südpfälzer in guter Verfassung und musste sich auf der 2. Etappe nur Giacomo Nizzolo (NTT) geschlagen geben.

Die Corona-Pause war die einzige Enttäuschung des Saison

"Dass es dann zur Rennpause kam, war für mich eigentlich die einzig große Enttäuschung in der Saison, da ich bei der UAE Tour richtig gut drauf war und dann etwas aus dem Rhythmus gekommen bin", kommentierte Ackermann die erzwungene Auszeit.

Zwar gelang ihm Ende Juli der Re-Start perfekt, als er bei der Sibiu-Tour - wenn auch gegen nicht sehr starke Konkurrenten - zwei Etappen für sich entschied. Bei der deutlich stärker besetzten Polen-Rundfahrt musste er sich allerdings mit zwei zweiten Plätzen zufrieden geben: Einmal zog er gegen Mads Pedersen (Trek - Segafredo) den Kürzeren, zum Abschluss des vom schweren Sturz von Fabio Jakobsen (Deceuninck - Quick-Step) überschatteten Rennens war dessen Teamkollege Davide Ballerini einen Tick stärker.

Auch bei den anschließenden Deutschen Straßenmeisterschaften hatte Ackermann das Nachsehen. Nach schweren 168 Kilometern auf dem Sachsenring verwies Cross-Meister Marcel Meisen (Alpecin - Fenix) im Sprint auf ansteigender Zielgerade den 26-Jährigen auf den undankbaren zweiten Platz. Nur drei Tage später holte Ackermann seine nächste Medaille: Nach Silber auf dem Sachsenring folgte nun im EM-Straßenrennen von Plouay die Bronzemedaille, womit er sein Ergebnis von Alkmaar 2019 wiederholte.

Dafür hielt sich Ackermann bei Tirreno - Adriatico schadlos, wo er bei der in den September verlegten Fernfahrt zwei Sprintsiege errang und einmal Zweiter wurde. Zudem nahm er auch das Trikot des besten Sprinters nach Hause mit. Danach allerdings geriet das Timing des sonst so perfekt aufeinander eingespielten Bora-Sprintzugs durcheinander. Ackermann war oftmals zu früh im Wind und wurde auf den letzten Metern noch von der Konkurrenz überholt. So sprangen bei der BinckBank Tour nur zwei dritte Plätze heraus.

Bei der Vuelta wieder in der Erfolgsspur

Dafür kehrte der beste deutsche Sprinter zur Vuelta a Espana wieder in die Erfolgsspur zurück. Beim persönlichen Highlight des Jahres konnte Ackermann nach Rang vier auf der 4. Etappe auf dem neunten Teilstück erstmals jubeln, nachdem Sam Bennett (Deceuninck - Quick-Step) in Aguilar de Campoo als Erster den Zielstrich überquert hatte. Der Ire wurde dann aber wegen irregulären Verhaltens im Finale zurückgesetzt und der zunächst zweitplatzierte Ackermann zum Gewinner ausgerufen.

Nach einem zweiten Etappenrang in der dritten Vuelta-Woche nutzte Ackermann am Schlusstag in Madrid dann die letzte der wenigen Chancen für die Sprinter und verwies beim Sprint Royal nun auch ohne Eingreifen der Jury Bennett auf den zweiten Platz. Mit seinem zweiten Tagessieg egalisierte Ackermann zugleich seine Giro-Bilanz von 2019, diesmal aufgrund der vielen Bergetappen aber ohne den Sieg in der Punktewertung, der damals beim Giro gelang.

Nach erfolgreichen Starts bei Giro und Vuelta steht im kommenden Jahr das Debüt bei der Tour de France an. "Das ist mein großer Traum", sagte Ackermann, der allerdings auch anmerkte, dass die Rennplanung für 2021 noch nicht offiziell feststehen würde. "Aber ich gehe davon aus, dass ich am Start stehe und dann wird das mein großes Highlight", zeigte er sich zuversichtlich.

Darüber hinaus wird es für Ackermann im kommenden Jahr darum gehen, wieder mehr Rennen zu gewinnen, so dass er am Ende des Jahres wieder eine zweistellige Bilanz wird vorweisen können. Die erste Gelegenheit dazu wird sich wohl schon Ende Januar bei der Mallorca-Challenge bieten. "Ich bin gespannt, wie ich jetzt durch den Winter durchkomme, denn ich hatte auch noch nie eine so kurze Winterpause", spielte Ackermann darauf an, dass er noch bis zum 8. November bei der Vuelta engagiert war. "Von daher bin ich gespannt, wie es im Januar dann läuft."

Mehr Informationen zu diesem Thema

24.12.2020Schachmann: “Das ist eine tolle Anerkennung meiner Saison“

(rsn) - Vor einem Weihnachtsbaum in Berlin überreichte unser Mitarbeiter Tom Mustroph ganz corona-gerecht Maximilian Schachmann die Trophäe des besten deutschsprachigen Radfahrers. Der Profi des Tea

24.12.2020Die Radsport-News-Jahresrangliste 2020 im Überblick

(rsn) – Auch in diesem Jahr hat Radsport News wieder den besten Fahrer des deutschsprachigen Raumes ermittelt. In unserer Rangliste 2020 finden Sie die Platzierungen aller Deutschen, Österreicher,

24.12.2020Trotz Corona und Crash ein überragendes Jahr

(rsn) - Maximilian Schachmann ist ebenso folgerichtig wie verdient der Gewinner unserer Jahresrangliste 2020. Dem Profi von Bora - hansgrohe gelang zunächst ein überragender Saisonauftakt mit dem Ge

23.12.2020Dauphiné war Türöffner zu überragender zweiter Saisonhälfte

(rsn) - Schon als Neoprofi zeigte Marc Hirschi (Sunweb) beeindruckende Auftritte. Doch in der Saison 2020 imponierte der Schweizer mit Vorstellungen, die wohl kaum jemand vorhergesehen hatte. Mit sein

21.12.2020Der Schweizer Straßentitel war das I-Tüpfelchen

(rsn) – So viel sei verraten: Stefan Küng (Groupama – FDJ) hat in der Jahresrangliste seinen Status als bester Schweizer eingebüßt. Dafür allerdings erzielte er mit Rang vier sein bis dato bes

20.12.2020Beim Giro den Ruf als Österreichs Aushängeschild bestätigt

(rsn) - Mit seinem siebten Platz beim Flèche Wallonne sowie seinem achten Gesamtrang beim Giro d’Italia unterstrich Patrick Konrad (Bora – hansgrohe) auch 2020, dass er zur Weltelite des Radsport

19.12.2020Bei der Dauphiné und der Tour ein neues Level erreicht

(rsn) – Schon bei der Tour de France 2019 konnte Lennard Kämna, damals noch im Sunweb-Trikot, mit einem vierten und sechsten Etappenrang aufzeigen. Nach seinem Wechsel zu Bora – hansgrohe setzte

18.12.2020Auch ohne Sieg so gut wie nie

(rsn) - Seit seinem Coup bei der Tour de France 2015, als er in Pra-Loup sensationell die 17. Etappe gewann, jagt Simon Geschke (CCC) einem Sieg hinterher. Doch seine starke Saison 2020 dürfte den Fr

17.12.2020In den Klassikern immer bei der Musik gewesen

(rsn) – Der Wechsel von Trek – Segafredo zu Lotto Soudal scheint John Degenkolb trotz der Corona-Pandemie gut getan zu haben. Der 31-Jährige feierte bei der Luxemburg-Rundfahrt einen Saisonsieg

16.12.2020Nach einem sturzreichen Jahr auf zu neuen Abenteuern

(rsn) – Für Gregor Mühlberger war 2020 ein einziges Auf und Ab. Neben dem Erfolg bei der Sibiu-Rundfahrt prägten zahlreiche Stürze sein fünftes und auch letztes Jahr bei Bora – hansgrohe. Den

15.12.2020Platz neun bei der Vuelta war wichtig für den Kopf

(rsn) - 2020 war für Felix Großschartner (Bora - hansgrohe) das Jahr des endgültigen Durchbruchs. Erstmals durfte der Österreicher bei einer Grand Tour auf Gesamtklassement fahren und überzeugte

15.12.2020Nur ein Sieg fehlte zum ganz großen Glück

(rsn) - Nach zehn Jahren Radsport auf Kontinental-Niveau gelang Alexander Krieger 2020 endlich der verdiente Wechsel zu den Profis. Der Stuttgarter heuerte beim Zweitdivisionär Alpecin - Fenix um Sup

Weitere Radsportnachrichten

18.04.2024Radsport live im TV und im Ticker: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wie geht´s zum Liveticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir jeden Morgen

18.04.2024TotA-Sturz: Harper kommt mit leichter Gehirnerschütterung davon

(rsn) – Entwarnung für Chris Harper: Der Australier von Jayco – AlUla ist bei seinem Sturz rund 25 Kilometer vor dem Ziel der Königsetappe der Tour of the Alps ohne schlimmeren Verletzungen dav

18.04.2024Die Aufgebote für das 8. Lüttich-Bastogne-Lüttich der Frauen

(rsn) – Mit der 8. Ausgabe des Lüttich-Bastogne-Lüttich der Frauen endet die Ardennenwoche. Während das Männerrennen von Lüttich aus nach Süden zum Wendepunkt in Bastogne und von dort wieder z

18.04.2024Die Aufgebote für das 110. Lüttich-Bastogne-Lüttich

(rsn) – Zum krönenden Abschluss der sogenannten steht am 21. April die 110. Ausgabe von Lüttich-Bastogne-Lüttich an. La Doyenne, wie das 1892 erstmals ausgetragene und damit älteste Eintagesrenn

18.04.2024Steinhauser: Giro-Test mit Prädikat sehr gut

(rsn) – Den Feinschliff für sein Grand-Tour-Debüt holt sich Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) derzeit bei der 47. Tour of the Alps (2.Pro). In wenigen Wochen geht es für den Allgäue

18.04.2024Belgrade Banjaluka: Ausreißer Albrecht zum Auftakt Zweiter

(rsn) – Zum Auftakt von Belgrade Banjaluka (2.2) hat das Team P&S Metalltechnik – Benotti einen starken Auftritt hingelegt. Auf der 140 Kilometer langen 1. Etappe zwischen Belgrad und Bijeljina b

18.04.2024Auf der Königsetappe macht Carr die schwachen Tage vergessen

(rsn) – Mit einem Soloritt über rund 30 Kilometer hat sich Simon Carr (EF Education – EasyPost) die Königsetappe der 47. Tour of the Alps (2.Pro) gesichert. Der 25-jährige Brite setzte sich üb

18.04.2024Hartmann: Aus “nur durchkommen“ wurden 74 km an der Spitze

(rsn) – Elena Hartmann bekam ihre völlig durchnässten Handschuhe kaum mehr von ihren frierenden Fingern. Als die 33-Jährige vom Team Roland oben auf der Mur de Huy 5:41 Minuten nach Siegerin Kata

18.04.2024Extrembedingungen beim Flèche, aber kein Schlechtwetterprotokoll

(rsn) – Zwei Rennen unter Extrembedingungen hart an der Grenze des Schlechtwetterprotokolls der UCI bot der Flèche Wallonne am Mittwoch: Nachdem beim Start der Männer um 11:15 Uhr in Chareleroi no

18.04.2024Trotz wenig Schlaf: Benoot holt ein “exzellentes Ergebnis“

(rsn) – Vor dem Start des 88. Flèche Wallonne in Charleroi hatte Tiesj Benoot (Visma – Lease a Bike) noch mehr über die Geburt von Töchterchen Loes gesprochen, die am Abend zuvor zur Welt gekom

18.04.2024Lüttich-Bastogne-Lüttich im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) – Lüttich-Bastogne-Lüttich bildet traditionell den krönenden Abschluss der Ardennenwoche. La Doyenne, das älteste Eintagesrennen der Welt, ist mit seinen kurzen, teils extrem steilen Anst

18.04.2024Lopez: “Einer der härtesten Tage meines Lebens“

(rsn) – Die 3. Etappe der Tour of the Alps 2024 wird den Teilnehmern lange in Erinnerung bleiben. Zwar hatte der 124,8 Kilometer lange Abschnitt rund um Schwaz in Tirol nur wenig an Spektakel zu bie

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Belgrade Banjaluka (2.2, BIH)