Latour Zweiter, Bardet büßt Zeit ein

Die Mur de Bretagne bot AG2R Licht und Schatten

Von Lukas Kruse

Foto zu dem Text "Die Mur de Bretagne bot AG2R Licht und Schatten"
Mit Rückstand ins Ziel: Romain Bardet (AG2R) an derMur de Bretagne | Foto: Cor Vos

12.07.2018  |  (rsn) - Aus Licht und Schatten bestand die 6. sechste Tour Etappe für die französische AG2R-Equipe. Während im Finale des 181 Kilometer langen Abschnitts von Brest zur Mur de Bretagne hinten Kapitän Romain Bardet gegen den drohenden Zeitverlust kämpfen musste, fuhr sein Teamkollege Pierre Latour um den Etappensieg mit.

Bardet hatte 3,8 Kilometer vor dem Ziel und kurz vor dem entscheidenden Schlussanstieg einen Defekt erlitten und war auf dem Rad eines Teamkollegen wieder ans Feld heran gefahren. "Ich hatte ein Problem mit meinem Rad, das Hinterrad ging kaputt. Ich musste mein Rad mit Tony Gallopin tauschen“, beschrieb der Franzose die Situation.

Dieses Manöver schien jedoch seine Spuren hinterlassen zu haben. Denn als vorn die Attacken um den Tagessieg gefahren wurden, verlor Bardet den Anschluss und kam letztendlich mit 31 Sekunden Rückstand auf den Tagessieger Daniel Martin (UAE Team Emirates) ins Ziel. "Es ist niemals gut, Zeit zu verlieren. Das sind die Unwägbarkeiten des Rennens und es wird noch viele Ups und Downs für die Fahrer geben“, kommentierte er sein Malheur.

Während Bardet den Anschluss verlor, fuhr sein Teamkollege Latour wie entfesselt. Der 24-jährige Franzose war der einzige, der Martins finaler Attacke etwas entgegenzusetzen hatte. Während sich die Favoriten in der Gesamtwertung belauerten, kam Latour noch einmal nah an Martin heran. Am Ende musste er sich jedoch um nur eine Sekunde geschlagen geben - und war verständlicherweise nicht ganz zufrieden mit dem zweiten Platz: "Ich habe leider den entscheidenden Moment zum Angriff verpasst““, sagte er.

Von den Schwierigkeiten seines Kapitäns hatte Latour übrigens nichts mitbekommen: "30 Sekunden Zeitverlust sind bei drei Wochen praktisch nichts, das ist keine große Sache. Wir werden die Sache im Verlauf der Rundfahrt wieder zurecht biegen“, zeigte er sich kämpferisch. Mit Blick auf das heutige Finale fügte Latour an: "Der Schlussanstieg war gerade zu Beginn sehr steil, davor waren wir schon den ganzen Tag zügig unterwegs, diese Kombination spielte mir in die Karten.“

In der Gesamtwertung liegt Bardet nach der heutigen Etappe auf Platz 23 und hat 1:45 Minuten Rückstand auf das Gelbe Trikot. Für die Gesamtwertungsambitionen ist das zwar ein Rückschlag, aber beim Blick auf die verbleibenden Etappen, dürften sich dem 27-Jährigen genügend Chancen geben, die verlorene Zeit aufzuholen - zumal auch Konkurrenten wie Chris Froome (Sky), Rigoberto Uran (EF-Drapac) oder Tom Dumoulin (Sunweb) sich Rückstände einhandelten.

 

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